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FRAUENFELD: Erst der Takt, dann der Rhythmus

Wenn Paare nächstes Wochenende an den Schweizer Tanz-Meisterschaften im Rüegerholz übers Parkett gleiten, überwachen Richter ihre Schritte. Turnierleiterin Carmen Huber weiss, was beim Tanzen zählt.
Christine Luley
Im Spiegel: Carmen Huber (in Schwarz) feilt mit ihren jungen Tänzerinnen und Tänzern an Ausdruck und Präsentation. (Bild: Reto Martin)

Im Spiegel: Carmen Huber (in Schwarz) feilt mit ihren jungen Tänzerinnen und Tänzern an Ausdruck und Präsentation. (Bild: Reto Martin)

FRAUENFELD. «Wertungen sind subjektiv, und der Tanzsport nicht messbar.» Solche Aussagen kann Carmen Huber als ehemals aktive Tänzerin zwar verstehen, verweist aber sogleich auf messbare Kriterien. Denn sie arbeitet nebst ihrer Tätigkeit als Trainerin auch als Wertungsrichterin bei Wettkämpfen – eine Ausbildung, die sie jedem Tänzer nur empfehlen kann.

Carmen Huber holt ein Handbuch hervor und zeigt, dass jede Figur einen technischen Hintergrund hat. «Samba, erster Schritt, rechter Fuss vorwärts, nur den Ballen aufsetzen.» Macht der Tänzer einen Fersenschritt, ist das schon falsch.

Der ganze Körper ist in der Wertung

Sie erklärt, dass die Musik in der Bewertung vorrangig ist. «Wichtig ist die Reihenfolge, erst der Takt, dann der Rhythmus.» Dabei müsse man als Wertungsrichter alle Ebenen des Körpers ansehen, nicht nur die Füsse. Sonst sei das subjektiv.

Der Schweizerische Tanzsportverband hat neun Personen aus neun Nationen als Jurymitglieder an die Schweizer Meisterschaft in Frauenfeld eingeladen. Als Turnierleiterin obliegt Carmen Huber die technische Durchführung des Events. Zu den vielen administrativen Arbeiten gehört auch, dass genügend Bewertungsblätter für die Wertungsrichter vorhanden sind. «2500 sollten reichen», denkt die 33-Jährige.

Von den 109 gemeldeten Tanzpaaren für die Schweizer Tanzsport-Meisterschaften sind 19 vom Teen-Dance-Club Frauenfeld. 13 aus den Kategorien Schüler und Junioren und sechs aus der Hauptklasse der über 16-Jährigen. «Kein anderer Club hat einen so starken Nachwuchs mit vielen und guten Tänzern wie wir», sagt Carmen Huber erfreut.

Das hat auch mit dem Ferienpass zu tun. Vor 13 Jahren – die junge Frau hatte gerade den J+S-Leiterkurs absolviert – überraschte sie ihr Vater Roland A. Huber mit der Nachricht: «Ich habe dich als Leiterin für einen Tanzkurs im Ferienpass angemeldet.» Denn getanzt hatte die junge Carmen schon immer. «Das schaffst du», befand Papa Huber. Lebhaft erinnert sie sich, wie sie damals ins kalte Wasser geworfen wurde, und an ihre Premiere als Kursleiterin. «Ich war sehr streng, weil ich keine Erfahrung hatte.» Unter den elf teilnehmenden Mädchen war ihr Kristina Koch aufgefallen, und Carmen Huber wusste: «Aus dieser Zehnjährigen wird einmal etwas.» Die Prognose hat sich erfüllt, denn die Frauenfelder Standardtänzerin nimmt mit ihrem Partner Alexander Hobbs in der zweithöchsten Stärkeklasse nächstes Wochenende an der Schweizer Meisterschaft in der Rüegerholzhalle teil.

Ferienpass als Zugang zur Leidenschaft

Mittlerweile sind die Schnupperwochen im Rahmen des Frauenfelder Ferienpasses zur Tradition geworden. «Eine coole Sache», sagt Carmen Huber, «man kann dabei die Freude am Tanz wecken.»

2006 gründete die engagierte Frauenfelderin den Teen-Dance-Club Frauenfeld und vor fünf Jahren gemeinsam mit Michal Vajcik die Tanzschule «Dance More». Als Big-Data-Scientist analysiert sie den Datenfluss für eine internationale Firma. Ihre Leidenschaft, den Tanz, lebt sie abends im Training aus.

Kinder würden Freude haben an Bewegung, und Tanzen fördere die Geschicklichkeit, sagt Carmen Huber. Die Beweglichkeit und die koordinativen Fähigkeiten würden das Selbstwertgefühl stärken und auch das Auftreten. Carmen Huber illustriert das Gesagte am Beispiel eines Buben, der den Blick stets auf den Boden richtete, bis er begann, die Leute anzusehen. «Es ist schön zu sehen, wie Kinder sich entwickeln.»

Schweizer Meisterschaften 2016 in Standard & Latein: Samstag, 29., und Sonntag, 30. Oktober, Festhalle Rüeger- holz, Frauenfeld Online: www.sm16.ch

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