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FRAUENFELD: Eisen auf Reisen

Über eine Tonne Stahl in Form der Eisenplastik «Silhouette» fuhr am Freitag vom Thurgau nach Bad Ragaz an die Schweizer Triennale der Skulptur. Das Verladen auf dem Tuchschmid-Areal war Millimeterarbeit.
Beim Verladen der zweiten Hälfte der Eisenplastik auf dem Tuchschmid-Areal: Chauffeur Sven Schlegel sowie die Künstler Gabriel Mazenauer und Markus Graf. (Bild: Reto Martin)

Beim Verladen der zweiten Hälfte der Eisenplastik auf dem Tuchschmid-Areal: Chauffeur Sven Schlegel sowie die Künstler Gabriel Mazenauer und Markus Graf. (Bild: Reto Martin)

Einfädeln – wie bei der Lismete. «Wir versuchen, einzufädeln», ruft Markus Graf. Gabriel Mazenauer nickt. Ein Meter über Eisenplastiker Graf und Steinbildhauer Mazenauer schwebt die eine Hälfte von «Silhouette», ihrem Gemeinschaftswerk für die siebte Ausgabe der Schweizer Triennale der Skulptur Bad Ragartz in Bad Ragaz und Vaduz. Es ist Freitagvormittag. Der Himmel über dem Freiluft-Atelier auf dem Tuchschmid-Areal ist wolkenverhangen. Die eine Hälfte der 1,2 Tonnen schweren Eisenplastik liegt bereits auf dem Tieflader. Chauffeur Sven Schlegel von der Sarganser Firma Käppeli Logistik hat eine Bewilligung für Spezialtransporte. Drei Meter breit und vier Meter hoch darf die Ladung sein. Auf dem Anhänger könnte er über 22 Tonnen zuladen. «Das ist schon speziell. Kunst habe ich nicht oft hinten drauf», sagt er.

Mit Kunst und 80 km/h über Autobahn nach Bad Ragaz

Wenn beide Teile geladen, überall festgezurrt und verkantet sind, fährt er los. Mit 80 Kilometern in der Stunde über die Autobahn. Er rechnet mit gut zwei Stunden, bis Bad Ragaz erreicht ist. Aufgestellt wird «Silhouette» erst am Montag. Graf und Mazenauer sind dann auch dabei.

An der diesjährigen Bad Ragartz, die am 5. Mai beginnt und bis Anfang November dauert, sind 400 Werke von 77 Künstlern ausgestellt. Auch von Graf und Mazenauer gibt es auf dem Pizol und in Vaduz noch weitere Arbeiten zu sehen. «Silhouette» wird am Rand des Golfplatzes von Ragaz zu stehen kommen. Vor Ort werden Graf und Mazenauer ihre Plastik aus sieben Bögen wieder zusammenschweissen. Mit insgesamt 16 Stahlankern wird das filigrane, 6,5 Meter hohe und 13 Meter lange Kunstwerk in Beton verankert. «Die beiden 2,5 Quadratmeter grossen Betonfundamente haben wir eigenhändig ausgesteckt. Damit dann nicht der Maurer Schuld ist, wenn’s nicht hält», meint Graf. Heute oder morgen würden sie sicher nicht grad wieder so eine Plastik fertigen, sagt Mazenauer.

«Silhouette» von Graf/Mazenauer ist eine ganz eigene Spannung inne. «Immer der gleiche Radius ist langweilig», sagt Graf. Mit sechs bis acht Millimeter dickem Stahl haben sie gearbeitet. Am Freien auf dem Tuchschmid-Areal konnte «Silhouette» natürlich rosten. Nachgeholfen haben die beiden Skulpteure mit Eisenchlorid 3, das sie ins Metall einmassiert haben. Aber keine Sorge. Bei normaler Witterung rostet pro hundert Jahre ein Millimeter ab. Das hat ihnen die Eidgenössische Materialprüfungsanstalt EMPA bestätigt. «Dann ist das nicht mehr unser Problem», meinen die beiden lachend.

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Infos: www.badragartz.ch, www.gabrielmazenauer.ch und www.grafmarkus.com

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