FRAUENFELD: Eintauchen in die Alpenwelt

Als heimliche Stars des Unterhaltungsabends des Jodel-Doppelquartetts trumpften die Jodelküken auf. Die Lieder von Freundschaft und Zufriedenheit gingen den Zuhörern zu Herzen.

Christine Luley
Drucken
Teilen
Die kleinsten Jodler auf der Bühne der Oberwiesenhalle. (Bild: Andrea Stalder)

Die kleinsten Jodler auf der Bühne der Oberwiesenhalle. (Bild: Andrea Stalder)

Christine Luley

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Um 20 Uhr startet die Livesendung des Radio Oberwiesen. Die Etzel-Buebä haben den Besuchern der bis auf den letzten Platz gut besetzten Oberwiesenhalle bereits mit lüpfigen Weisen eingeheizt. Mit gefühlvollen Jodelklängen bringt das Jodel-Doppelquartett unter der Leitung von Kurt Schweizer hehre Alpenwelt in die nüchterne Mehrzweckhalle nach Frauenfeld. Die Natur­töne der Alphorngruppe Sonnenberg von Fredy Schnyder drücken Emotionen, Freude, Ruhe und Temperament aus.

Die beiden Reporter Christine und Bernhard treffen Judith Wick auf der Alp Riseten im Sernftal. Sie wollen mehr über ihre Arbeit erfahren, denn die junge Frauenfelderin weiss, wie der feine Glarneralpkäse entsteht. Locker stehen sie in ihren Edelweisshemden da, die Jodlerküken aus Frauenfeld. Sie singen und jauchzen: «Wänn d’Schwiizer gueti Luune händ» und stecken damit das Publikum in den Sack. «Man kann nicht nur über Nachwuchssorgen jammern, man muss etwas machen», befand die Jodlerin Christine Tschanz und begann vor vier Jahren mit sieben Kindern für die Unterhaltung des Jodel-Doppelquartetts zu üben. Seither gibt sie erfolgreich einer Schar von 16 Kindern mit Herzblut die Freude am Singen und Jodeln weiter.

Von Anfang dabei sind Cyril und Raphaela. Die 13-jährige Schülerin hat für den Auftritt ihre Jeans gegen die Gotthelf-Tracht getauscht. Sie singt gerne traditionelle Lieder. «Mir gefällt aber auch andere Musik wie «I Love My Life »von Robby Williams. «Jodeln ist einfach cool», findet ihr achtjähriger Bruder Cyril. Wenn er von Mitschülern deswegen auf den Arm genommen wird, kontert er selbstbewusst: «Du machsch dis Züg und ich miis».

Das Reporterteam interviewt den völlig überrumpelten Vizepräsidenten des Jodlerklubs Wasen und bringt den Schärer Patrick dabei ins Schwitzen. Die «chäche Manne» in ihrem Chüjermutz aus dem Emmental singen gerne und kommen beim Publikum gut an. Der reine Männerchor kommt ohne unterstützende klare Frauenstimmen aus. Als erster Jutz schafft es Tenor Bruno Mathys bis ins hohe G.

Die Jodlerküken verabschieden sich mit «Dini Seel e chli bambäla loo». Gerne befolgen die Gäste diesen Ratschlag und geniessen den Abend in vollen Zügen.