FRAUENFELD: Einsteigen, auch mit dem Velo

Stadtbuspassagiere dürfen neu ausserhalb der Hauptverkehrszeiten auch ihre Velos mitnehmen. Das Pilotprojekt auf den Linien in Richtung Spital ist eine weitere Massnahme des Mobilitätskonzepts 2030.

Samuel Koch
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Auf einzelnen Stadtbuslinien können Passagiere neu auch ihre Velos einladen. (Bild: Samuel Koch)

Auf einzelnen Stadtbuslinien können Passagiere neu auch ihre Velos einladen. (Bild: Samuel Koch)

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

«Hello Velo» heisst das neue Motto der Stadtbusbetriebe. Neuerdings sind also nebst den Passagieren auch deren Velos willkommen, zumindest in Richtung Kantonsspital und dem Quartier Huben. Ein städtischer Pilotversuch erlaubt es, auf vier verschiedenen Linien neu auch Velos zu verladen: Linie 1 (Bühl), Linie 4 (Huben), Linie 21 (Spital) und Linie 41 (Huben, Spital) neu auch Velos zu verladen. «Das macht auch von den topographischen Verhältnissen her Sinn», sagt Urs Ambühl, Leiter der Stadtbusbetriebe Frauenfeld. Das Kantonsspital liegt etwa auf 475 Meter über Meer, 70 Meter höher zum Beispiel als der Bahnhof. Auf den anderen Linien bleibt das Mitführen von Velos aber nach wie vor untersagt, wie Ambühl mitteilt.

Zustande gekommen ist der Velotransport durch einen Vorstoss der Spitaldirektion, die den Frauenfelder Stadtrat in einem Schreiben um einen Testbetrieb ersuchte. «Zudem passt das Projekt zum Mobilitätskonzept 2030, welches auf eine bessere Vernetzung der einzelnen Verkehrsträger zielt», sagt Ambühl. Insbesondere die Möglichkeiten des öffentlichen Verkehrs sowie des Fuss- und Veloverkehrs sollen mit der Massnahme noch besser genutzt werden.

Vorrang für Rollstühle, Kinderwagen und Rollatoren

Nebst den vier Buslinien, wo der Velotransport neuerdings gestattet ist, beschränkt er sich auch auf ausserhalb der Stosszeiten. So dürfen Velos zwischen 6.45 und 8 sowie 16 und 19 Uhr nicht mit eingeladen werden. «Sonst sind die Busse sofort überfüllt, und das kann die übrigen Fahrgäste stören», sagt Ambühl. Die Velos müssen selbstständig ein- und ausgeladen werden, und zudem befördern sie die Stadtbusbetriebe nur, wenn es in den Stadtbussen Platz dafür hat. «Priorität haben weiterhin Rollstühle, Kinderwagen und Rollatoren», betont Ambühl. Die Kompetenz, ob ein Velo mitfahren darf, liege bei den Chauffeuren selbst.

Wie für sämtliche Passagiere kostet auch der Velotransport etwas. «Grundsätzlich muss für die Velos derselbe Preis wie für Fahrgäste bezahlt werden», sagt Ambühl. Wer also im Besitz eines Halbtax-Abos ist, bezahlt entsprechend auch weniger für sein mittransportiertes Velo. Gültig sind aber auch SBB-Velotageskarten und der SBB-Velo-Pass. Für Kindervelos gilt der ermässigte Tarif bis 16 Jahre.

Ausdehnung auf weitere Linien möglich

Der Velotransport hat sich etwa schon beim Zürcherischen Verkehrsverbund bewährt. Ob er zu einem späteren Zeitpunkt auch auf weitere Stadtbuslinien ausgedehnt wird, weiss Ambühl noch nicht: «Wenn es ein Bedürfnis ist, könnte das auf die Umstellung zum neuen Fahrplan im nächsten Dezember passieren.»

Weitere Informationen unter: www.frauenfeld.ch/stadtbus