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FRAUENFELD: Einen Kompromiss im Visier

Füchse im Bau zu jagen, soll verboten werden. Daran hält die Thurgauer Regierung fest. Neu soll es aber Ausnahmen vom Verbot geben. Die Tierschützer sind gesprächsbereit, von den Jägern gibt's Kritik.
Christian Kamm
Streitpunkt Baujagd: Als nächstes ist der Thurgauer Grosse Rat am Zug. (Bild: Fotolia)

Streitpunkt Baujagd: Als nächstes ist der Thurgauer Grosse Rat am Zug. (Bild: Fotolia)

Nun also ist das Kantonsparlament am Zug. Gestern hat die Regierung die Botschaft für eine Teilrevision des kantonalen Jagdgesetzes veröffentlicht. Zu reden gab die Vorlage aber schon lange. Und das überaus strittig. Das liegt vor allem am geplanten Verbot der Baujagd. Nicht nur wäre der Thurgau der erste Kanton überhaupt, der ein solches Verbot erlassen würde. Gleichzeitig würde damit eine langjährige Forderung des Thurgauischen Tierschutzverbandes unter seinem streitbaren Präsidenten Reinhold Zepf erfüllt.

SVP, FDP und CVP sagen «ohne uns»

Entsprechend kontrovers fiel das Ergebnis der Vernehmlassung in diesem Punkt aus. Alle drei bürgerlichen Regierungsparteien, SVP, FDP und CVP, schickten eine unmissverständliche Botschaft ins Regierungsgebäude: Baujagdverbot – ohne uns. Es brauche nicht mehr Einschränkungen als auf Bundesebene, so der Tenor. Auch der Jagdverband brandmarkte die Pläne als «Abschaffung der Jagd in Raten».

Die Regierung ist der mächtigen Opposition, die im Parlament locker über eine Mehrheit verfügt, nun ein Stück weit entgegengekommen. Sie hält zwar am Verbot fest. Aber nicht ausnahmslos. So heisst es jetzt im Gesetzesentwurf: «Das Departement kann aus besonderen Gründen Ausnahmen bewilligen.» Was darunter zu verstehen ist, wird im Begleittext konkretisiert: «Ausnahmesituationen können sich ergeben, wenn es aus Sicherheits- oder Schadengründen notwendig ist, Fuchsbauten zu verfüllen, wie zum Beispiel bei Bauten in Bahndämmen oder unterhöhlten Gebäuden.»

Beim Verband Jagd Thurgau löst der Vorschlag keine Begeisterungsstürme aus. Im Gegenteil: «Das ist nicht in unserem Sinn», sagt Vizepräsident Walter Schmid. Hier handle es sich um einen «politischen Kompromiss aufgrund früherer Entscheide». Für den Jagdverband ist klar, dass die Baujagd weiter wie vom Bund vorgesehen ermöglicht werden muss.

Initiative in der Hinterhand

Kompromissbereiter fällt die Reaktion von Tierschützer Zepf aus. Natürlich werde man den Vorschlag zuerst im Detail prüfen. «Wir wollen wissen, welches Hintertürchen man sich hier offenhalten will.» Und falls die Ausnahmen vom Chef der kantonalen Jagdverwaltung bewilligt werden sollten, hätte sein Verband ein Problem, kündigt Zepf an. «Denn dieser bezeichnet sich als leidenschaftlichen Jäger und ist deshalb befangen.» Wünschbar wäre in den Augen der Tierschützer ausserdem, dass sie jeweils vor Bewilligung der Ausnahmen vom Baujagdverbot konsultiert würden.

Dass ein Kompromiss rund um das Verbot für den Tierschutzverband eine attraktive Option sein könnte, hat noch einen anderen Grund. Um Druck auf die Politik auszuüben, lancierten die Tierschützer bereits im September dieses Jahres eine Volksinitiative für ein Baujagdverbot. «Es läuft gut», sagt Zepf zur Unterschriftensammlung. Aber auch: «Es steckt viel Arbeit dahinter.» Deshalb könne er sich vorstellen, dass eine Mehrheit der Sektionen am Ende mit einem Kompromiss einverstanden wäre. Zepf: «Aber das kann nicht ich alleine, das müssen unsere Gremien entscheiden.»

Den Regierungsvorschlag zu schlucken, um eine Abstimmung zu verhindern, ist umgekehrt für Walter Schmid von Jagd Thurgau keine Option. «Wir haben keine Angst vor der Initiative», sagt Schmid. Sein Verband glaube nicht, «dass die Thurgauer Bevölkerung so weit weg von der Jagd ist, dass sie nicht verstehen kann, weshalb wir die Baujagd weiterhin brauchen».

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