FRAUENFELD: Einen heissen Winter mit Güx, bitte

Von alkoholfrei bis ordentlich mit Schuss: An Hanspeter Maiers Glühwein-Kompetenzzentrum am Schlossberg kommen alle Geschmäcker auf ihre Kosten. Die Thurgauer Zeitung hat sich durchs süss-weihnachtliche Sortiment degustiert.

Mathias Frei
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Prost! Inhaber Hanspeter Maier und Geschäftsführerin Johanna Bakker vor der Glühwein-Burg am Schlossberg. (Bild: Donato Caspari)

Prost! Inhaber Hanspeter Maier und Geschäftsführerin Johanna Bakker vor der Glühwein-Burg am Schlossberg. (Bild: Donato Caspari)

Der Rote, der wärmt das Herz. Das hilft. Denn da ist er wieder, dieser cheibe Thurtal-Winter. Selten eiskalt, aber Grau in Grau. Das betrübt die Seele. Ein Ausweg sind Heissgetränke. Wärme von innen. Hanspeter Maier ist einer, der gerne Wärme gibt. Dieser Tage versammeln sich täglich wieder Menschen, um am Glühwein-Stand von Maier am Schlossberg innere Wärme zu teilen.

Viel Liebe, Vollmilch und Schokoladenpulver

Maier verkauft Getränke mit Güx. Das wärmt am meisten. «Aber wir haben auch Nicht-Alkoholisches. Das müssen Sie schreiben», meint er. Wird gemacht. Da gibt's also etwa heissi Schoggi. Wird in der Stiefeltasse serviert, die man vom Glühwein kennt. Das Rahmhäubchen rührt man ein. So verliert die Schoggi aus Vollmilch und Caotina-Schokoladenpulver die Süsse und wird wunderbar cremig. Gibt's zum Beispiel auch mit Baileys-Rahmlikör. Mhmm, fein.

Aber eben: Die speziell für Maier hergestellten Tassen mit dem Schloss Frauenfeld vorne drauf sind eigentlich für den Glühwein gedacht. Der rote Glühwein ist der Klassiker. «Der läuft am besten», sagt Geschäftsführerin Johanna Bakker. Maier kauft seinen Glühwein in der Schweiz, verfeinert ihn dann vor Ort noch mit zwei geheimen Zutaten. «Aber wir verdünnen ihn nicht», sagt der Chef. Im Gegenteil: Der Glühwein werde noch gehaltvoller. Nun hat er neun Volumenprozent, ist lieblich süss, in der Balance mit zurückhaltender Säure. Mehr als nur trinkbar. «Da gehört alles rein, was auch zu Weihnachten passt», sagt Geschäftsführerin Bakker. Eine richtig männliche Variation sei der rote Glühwein mit Rum. Der kommt dann schon auf zwölf Prozent. Da braucht es drei, vier Tassen – und gut ist. Die Süsse des Glühweins überdeckt den Rum. Das kann dann schnell mal gefährlich werden.

Johanna Bakkers Favorit ist der weisse Glühwein. Davon trinke sie täglich eine Tasse. Statt Rotwein nimmt man Weisswein. Der weisse Glühwein ist gleich stark wie der rote. Der dafür verwendete trockene Weisswein gibt dem Heissgetränk etwas mehr Säure. Das schmeckt wenig süss und schon leicht herb. Roten wie auch weissen Glühwein gibt es mit einem Güx Grand Manier, Amaretto oder eben Rum.

Fruchtig-bitter kommt der Hot Aperol daher, der Favorit bei den weiblichen Gästen, wie Johanna Bakker sagt. Der Sprizz passt nicht zu heissen Getränken. Durch den weissen Glühwein, der mit dem kalten italienischen Aperol-Likör gemischt wird, ist das Endresultat heiss süsser als in kaltem Zustand. Würde man den Aperol erhitzen, würde er Geschmack verlieren. So ist der Hot Aperol aber eine orangefarbene Augenweide. Und auch an Orangenschnitzen wird beim Zehn-Volumen-Prozent-Getränk nicht gespart.

Zu einem Klassiker hat sich bei Maier der Winter-Jack entwickelt. Kommuner Whisky wird mit Süssmost gemischt. Das trinkt man heiss und ist erstaunlich schmackhaft, auch wenn man nicht auf Whisky abfährt. Wie schon beim Glühwein mit Rum wird einem der durchdringende Schnapsgeschmack angenehm versüsst. Aber Vorsicht: Ein Winter-Jack ist stolze 15 Volumenprozent stark.

Eierlikör muss man mögen, sonst geht das nicht

Von 15 Prozent zurück auf null: ein Kinderpunsch. Ein richtig süsses Erlebnis, wie es Kinder lieben. Serviert wird der Punsch in der Stiefeltasse. Die dafür verwendete Sorte «Winterzauberpunsch» basiert geschmacklich auf Zwetschge, Zimt und Zitrone.

Ein Likörchen in Ehren kann niemand verwehren. Wie wäre es also mit einem Eierlikör-Punsch. Ist definitiv nichts für Kinder, obwohl die Rahmhaube zu einem Schleck animiert. Denn mit elf Volumenprozent hat es die süsse Versuchung in sich. Eierlikör muss man definitiv mögen. Hanspeter Maier gehört zu den Verfechtern des cremigen Punschs. Er trinkt jeden zweiten Tag einen. Rührt man den Rahm ins Glas ein, schwächt das den ausgeprägten Geschmack etwas ab. Gut passt die leichte Vanillenote in den Likör. Aber eben: Entweder liebt man Eierlikör oder man hasst ihn.

Und dann gibt es bei Maier auch die eher skurrilen Heissgetränke. Der «Grüne Frosch» ist ein Paradebeispiel dafür. Das ist ein Eisminze-Tee mit einem guten Sprutz grüner Wodka. An Alkohol spart Maier definitiv nicht. Das ist so. Der «Grüne Frosch» sei mittlerweile ein Selbstläufer, sagt Geschäftsführerin Bakker. Bestellt wird dieser Mix aus Tee und Punschgetränk wegen des giftgrünen Farbstichs, des erfrischenden Minze-Aromas oder wegen der zehn Prozent Alkohol.

Bis und mit Bechtelisnacht 2017 (Montag, 16. Januar) ist der Glühwein-Stand am Schlossberg täglich ab 11 Uhr geöffnet.

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