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FRAUENFELD: Eine Villa wechselt die Seite

Die Evangelische Kirchgemeinde will das Pfarrhaus an der Ringstrasse verkaufen. Nun soll der historische Bau von der Zone für öffentliche Bauten in die Wohnzone umgeteilt werden.
Stefan Hilzinger
Das Pfarrhaus an der Ringstrasse aus dem Jahr 1908 ist denkmalpflegerisch als wertvoll eingestuft. (Bild: Amt für Denkmalpflege/PD)

Das Pfarrhaus an der Ringstrasse aus dem Jahr 1908 ist denkmalpflegerisch als wertvoll eingestuft. (Bild: Amt für Denkmalpflege/PD)

Die evangelischen Kirchbürger von Frauenfeld erhalten bald Post: die Einladung zur Rechnungsgemeindeversammlung am 4. März. Darin ist auch der Verkauf des Pfarrhauses an der Ringstrasse traktandiert. Die Kirche benötigt das Gebäude nicht mehr für ihre Zwecke, seit Pfarrerin Barbara Keller in den Ruhestand gegangen ist. Einen Käufer für die gut hundertjährige Villa hat die Kirchenvorsteherschaft schon gefunden, Verträge sind schon unterzeichnet.

Doch es gibt noch zwei Vorbehalte für den Immobilienhandel. «Die Kirchbürger sollten an der Versammlung im März Ja sagen, und die Umzonung muss vollzogen werden», sagt Kirchenpfleger Wolfgang Ackerknecht.

Stadt, Kanton und Schule haben kein Interesse

Derzeit liegt die Umzonung auf dem Hochbauamt der Stadt Frauenfeld auf. Die öffentliche Auflage dauert noch bis Ende Januar. Danach gelangt das Geschäft in den Frauenfelder Gemeinderat, um über das Geschäft zu entscheiden, schliesslich muss die Umzonung auch noch vom kantonalen Departement für Bau und Umwelt abgesegnet werden. Die Parzelle 356 mit knapp zehn Aren Fläche soll von der Zone für öffentliche Bauten in die Wohnzone W3 (drei Vollgeschosse wechseln). Schon jetzt wird das Haus mit den drei Wohnungen nicht öffentlich genutzt. Da es jedoch in unmittelbarer Nähe zu öffentlichen Bauten wie der Kantonschule liegt, war die Zuteilung in die öffentliche Zone bisher durchaus sinnvoll. «Bevor wir das Haus zum Verkauf ausschrieben, haben wir pflichtgemäss bei der Stadt, der Schule und dem Kanton angefragt, ob sie die Villa übernehmen wollen», sagt Ackerknecht. Doch niemand habe Interesse gezeigt. Also habe die Kirchbehörde das Geschäft dann einem Makler übergeben.

«Es handelt sich zwar um ein Geschäft von verhältnismässig geringem Umfang. Allerdings befindet sich das Grundstück heute in der öffentlichen Zone. Deshalb hat sich der Stadtrat entschieden, den Gemeinderat darüber befinden zu lassen», sagt Stadtbaumeister Christoph Helbling. Für den Stadtrat ist die Umzonung laut den Unterlagen zur öffentlichen Auflage zwar material nicht von Bedeutung. Formell sei es aber richtig, «damit die Zone der eigentlichen Nutzung entspricht». Eine Nutzung der Villa zu Wohnzwecken sei auch aus denkmalpflegerischen Gesichtspunkten sinnvoller.

Ein wertvoller ortsbaulicher Zeuge

Die Villa ist laut Hinweisinventar der Denkmalpflege als wertvoll eingestuft. Die Kirchgemeinde liess das Pfarrhaus 1908 erbauen. Bedeutsam sei der Bau wegen seiner geschichtlichen, gestalterischen und ortsbaulichen Eigenschaften im Villenquartier an der Ringstrasse und wegen seiner historischen Ausstattung. Architekt war der Frauenfelder Otto Meyer (1862 bis 1920), der in der Stadt manch markanten Bau hinterlassen hat. Auch die benachbarte Villa «Sonnenberg», wo die Thurgauer Denkmalpflege ihren Sitz hat, ist ein Otto-Meyer-Bau. Das gleiche gilt auf für das Haus Sapone im Alterszentrum Park oder für die Villa Kappeller an der Ecke Rebstrasse/Zürcherstrasse.

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

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