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FRAUENFELD: Eine komplett neue Badi für die Hauptstadt

Für die Erneuerung des Hallenbads schlägt der Stadtrat einen Neubau für 33 Millionen Franken am jetzigen Standort vor. Nach der Machbarkeitsstudie ist eine blosse Sanierung aus mehreren Gründen vom Tisch.
Samuel Koch
Der Eingangsbereich zum Hallen-, Frei- und Sprudelbad an der Schlossmühlestrasse. (Bild: Andrea Stalder)

Der Eingangsbereich zum Hallen-, Frei- und Sprudelbad an der Schlossmühlestrasse. (Bild: Andrea Stalder)

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Die Stadt kommt nicht drum herum. Eine Erneuerung des Hallenbads ist unausweichlich, denn «nach 44 Betriebsjahren besteht im gesamten Hallenbad ein grosser Sanierungsbedarf». Vor allem die Erneuerung des Hallendachs sei dringend notwendig, genüge es doch in zwei Jahren den statischen Anforderungen nicht mehr. Das schreibt der Stadtrat in seiner Botschaft an den Gemeinderat mit dem Titel «Erneuerung Hallenbad» und legt dem Parlament darin drei Anträge vor, worüber es an einer der nächsten Sitzungen befinden soll.

Nachdem der Stadtrat zunächst eine Sanierung in Betracht zog, macht er sich nun stark für einen Neubau für insgesamt 33 Millionen Franken. Das geht aus einer umfassenden Analyse aus einer vor zwei Jahren in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie hervor. Darin ist differenziert zwischen zwei Sanierungsvarianten und zwei Neubauvarianten. Bei letzteren würde das Hallenbad «als Gesamtsystem vollumfänglich neu erstellt, was eine durchgehende Architektur, optimierte betriebsinterne Abläufe sowie das angestrebte Erreichen des Minergie-Eco-Standards ermöglicht». Zudem würde bei einer blossen Sanierung nur ein Teil erneuert, was in Zukunft «einen hohen und komplexen Sanierungsbedarf mit unberechenbareren Kosten» zur Folge haben könnte.

Züglete nicht zonenkonform und fehlende Synergien

Auch spricht sich der Stadtrat wegen heutiger Ansprüche wie Attraktivität, Behindertengerechtigkeit oder Energieeffizienz für einen Neubau aus, der aufgrund möglicher Kosteneinsparungen und städtebaulicher Vorteile am heutigen Standort zu stehen kommen soll. Eine zunächst erwägte Verschiebung des Hallenbads weg vom Freibad in Richtung hintere Badiwiese macht für den Stadtrat keinen Sinn: Einerseits weil es nicht zonenkonform ist, andererseits weil die Synergien zum Freibad fehlen.

Betreffend Dimensionierung beantragt der Stadtrat, auf eine Wasserfläche von rund 1000 Quadratmeter zu fokussieren. Dazu gehört ein verbreitertes Schwimmerbecken mit einer Länge von 25 Metern und ein leicht grösseres Nichtschwimmer- und Planschbecken. «Ebenso soll der Publikumsmagnet Sprudelbad ein wenig vergrössert und um einen Bereich in der Halle ergänzt werden», heisst es in der Botschaft. Geplant sind gemäss Machbarkeitsstudie auch ein bis zwei Rutschen mit separatem Auslaufbecken. Für die Infrastrukturen zog man diejenige von Bädern in Kreuzlingen, Wil oder Uster zu Rate. Optional ist eine Wellness-Anlage vorgesehen, die jedoch nur bei Bedürfnis und komplett selbstständiger Finanzierung erstellt würde.

Wegen der Entwicklung der Einwohnerzahlen auf aktuell über 25000 und möglichen Gästen umliegender Gemeinden zielt der Stadtrat auf eine «Mischvariante» der beiden Neubauten. So habe eine Umfrage bei Schulbehörden der Regio Frauenfeld ergeben, dass zukünftig mindestens vier zusätzliche Schulgemeinden das Hallenbad für das Schulschwimmen nutzen möchten. Heute besuchen täglich rund 1100 Gäste das Hallen-, Frei- und Sprudelbad Frauenfeld, der Jahresdurchschnitt liegt bei aktuell rund 300000 Besuchern.

Der Haken an einer Variante Neubau liegt nebst der Investitionssumme in dem noch ausstehenden Restbuchwert von rund 5,3 Millionen Franken (Ende Rechnungsjahr 2016). «Im Falle eines Neubaus müsste dieser Betrag spätestens bis zur Stilllegung der bestehenden Anlage abgeschrieben werden.» In der Rechnung 2017 äufnete die Stadt erstmals zwei Millionen Franken in eine dafür vorgesehene Vorfinanzierung, 2018 budgetiert sie erneut zwei Millionen aus einem ausserordentlichen Gewinn.

Die Investitionen des geplanten 33-Millionen-Neubaus wirkten sich auch auf den städtischen Finanzhaushalt aus. Aufgrund der aktuellen Ergebnisse sind Vorfinanzierungen nicht möglich. Nebst Bankkrediten zieht der Stadtrat für die Finanzierung private Investoren und die Mitbeteiligung durch umliegende Gemeinden in Betracht. Gachnang und Warth-Weiningen haben dafür Interesse signalisiert. Einen Teil der Kosten dürfte die Stadt aus dem Energiefonds speisen. Allenfalls lägen von Kanton und Bund Beiträge und Fördergelder bezüglich Energie drin.

Traglufthalle als Provisorium

Weil die Stadt mit der beantragten Variante in Kauf nimmt, dass das Hallenbad am jetzigen Standort während 18 Monaten nicht genutzt werden kann, erwägt er den Bau einer temporären Traglufthalle. «Dabei würde es sich um ein Provisorium handeln», welche rund eine halbe Million Franken kosten würde. Es ermögliche immerhin sportliches Schwimmen.

Nebst dem Antrag für die 33-Millionen-Variante (Neubau am bisherigen Standort) und den Plänen für die Grösse des Wasserflächen-Angebots schlägt der Stadtrat dem Stadtparlament einen Kredit in Höhe von 350000 Franken für die Durchführung eines baldigen Architekturwettbewerbs vor.

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