FRAUENFELD: Eine Ära endet

Am Samstag spielten die Galgevögel ihr letztes Konzert mit Gründungsmitglied Andreas Rüber. Der Pensionär will sich auf eigene Projekte konzentrieren, die Zukunft der Frauenfelder Band ist unklar.

Christian Ruh
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Andreas Rüber bei seinen letzten Gitarre-Klängen als Mitglied der «Galgevögel» um Hansjörg Enz. (Bild: Christian Ruh)

Andreas Rüber bei seinen letzten Gitarre-Klängen als Mitglied der «Galgevögel» um Hansjörg Enz. (Bild: Christian Ruh)

Bereits um halb acht Uhr bildete sich im Dreiegg eine ziemliche Schlange. Die Tür wurde geöffnet und Eintrittspreise für Armbänder ausgetauscht. Der Grund war das letzte Konzert der Frauenfelder Band Galgevögel mit Gründungsmitglied Andreas Rüber und Schlagzeuger Diego Alessi. Fast 45 Jahre ist es her, dass Rüber gemeinsam mit Hansjörg Enz die Band gründete, nun geht mit Rübers offiziellem Ausstieg eine Ära zu Ende.

Das Konzert beginnt so wie die musikalische Geschichte der Band – mit einigen gecoverten englischsprachigen Folk-Songs. Dabei begleitet sie der ehemalige «Galgevogel» Urs Klauser mit einer «Swiss Bagpipe», der schweizerischen Version eines Dudelsacks.

Quer durch ihre jahrzehntealte Diskografie

Nach einer Hand voll Folk und einer kurzen Ansprache Rübers spielt sich die Band fast drei Stunden quer durch ihre mehr als vier Jahrzehnte umspannende Diskografie. Vom Titelsong ihres neuesten Albums «Badu Wadaja», welches nicht in einer bestimmten Sprache geschrieben wurde, sondern unter anderem Elemente von Hawaiianisch und Malagasy beinhaltet, über «Verschide Glich» bis zum Galgevögel-Klassiker «Grossvater». Dabei unterstützt Gitarrist Benjamin Stalder die Bandmitglieder, der die Lieder durch einige fetzige Soli bereicherte. Kurz vor Mitternacht neigt sich das Konzert, und somit auch Andreas Rübers Zeit bei den Galgevögeln, dem Ende entgegen. Der voll besetzte Saal im «Dreiegg» zollt Rüber mit einer Standing-Ovations Respekt, für die Musik, welche die Band in den fast 45 Jahren produzierte. «Es war ein wunderbares Publikum, es war mir eine grosse Ehre», sagt Rüber. Er wendet sich jetzt seinen eigenen Projekten zu, bei denen er alle Kontrolle hat. «Natürlich ist das Verlassen der Band traurig, aber die Zukunftsaussicht ist dafür schön.»

Auch ein Konzert mit 91 Jahren vorstellbar

Wie es mit den Galgevögeln weitergeht, weiss das verbliebene Gründungsmitglied Hansjörg Enz selber noch nicht. Zum Schluss des Konzerts wendet er sich zu den zahlreich erschienenen Besuchern und versichert ihnen, dass die Galgevögel nicht ganz weg seien, und dass sie in anderer Besetzung oder gar anderem Namen weiter existieren. Er stellt sich selber vor, auch mit 91 noch auf der Bühne zu stehen.

Christian Ruh

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch