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FRAUENFELD: Ein Treffpunkt fürs «Anders-Sein»

Zum 21. Mal ging von Freitag bis Sonntag das schwullesbische Filmfestival Pink Apple im Cinema Luna über die Bühne. Der bunte Anlass lockte insgesamt rund 9500 Besucher an.
Im Film «Princess Cyd» verliebt sich Cyd (Jessie Pinnick) in Katie (Malic White). (Bild: Rachel Klauser/PD)

Im Film «Princess Cyd» verliebt sich Cyd (Jessie Pinnick) in Katie (Malic White). (Bild: Rachel Klauser/PD)

Nach Gegendemonstationen vor dem Cinema Luna suchte man am Wochenende vergebens. «Die gab es vor einigen Jahren von gewissen christlichen Gruppierungen», sagt Rachel Klauser, Mitorganisatorin des Pink Apple in Frauenfeld, wo das Filmfestival 1997 gegründet und zum ersten Mal durchgeführt wurde. Seither hat sich der Anlass zum wichtigsten schwullesbischen Filmfestival der Schweiz entwickelt und findet seit 2000 auch in Zürich statt.

Von Freitag bis Sonntag wurden im Cinema Luna 18 Filme gezeigt, welche als gemeinsamen Nenner LGBTQ+ Inhalte teilen. LGBTQ+ ist die Abkürzung für «Lesbian Gay Bisexual Transgender Queer and More» – kurz gesagt der Sammelbegriff für alle nicht heterosexuellen Menschen. Diversität ist Programm und spiegelt sich im Film-Angebot wider.

Mitglieder haben übersetzt und untertitelt

Die Filme werden von einem Teil des 30-köpfigen Teams des Pink Apple Festivals ausgewählt – Männer wählen Filme mit schwulen Inhalten, Frauen jene mit lesbischen – diese wüssten ja, was gefällt, sagt Klauser. Unter den insgesamt gut 100 Filmen, die in Originalsprache und grösstenteils mit deutschen oder englischen Untertiteln in Zürich und Frauenfeld gezeigt wurden, wurden einige sogar eigens von Organisationsmitgliedern übersetzt und untertitelt.

Die Filme kommen aus aller Welt. So etwa «Princess Cyd», ein amerikanischer Film, der eine Hommage an Frauen, die Stadt Chicago und Homosexualität ist. Oder der französische Film «Embrasse-moi» von und mit der Sängerin und Komikerin Océanerosemarie. Diese spielt die gleichnamige Heldin der liebevoll aufbereiteten Komödie und brachte das Publikum zum Lachen. Nebst der Unterhaltung waren die Schwerpunkte des Festivals 30 Jahre Aids-Prävention Schweiz, Homo-, Bi- und Transsexualität in Balkanländern sowie der Vaterwunsch schwuler Männer. Es seien spannende und kontroverse Themen, sagt Rachel Klauser. «Ziel ist es, einen Rahmen zum Sichtbarmachen der LGBTQ+-Gesellschaft zu schaffen», erklärt Klauser. Diese Sichtbarkeit sei in Mainstream-Filmen reduziert. Das Festival sei ein Treffpunkt für nicht Heterosexuelle, da das «Anders-Sein» hier selbstverständlich ist.

«Ein weiteres Ziel ist natürlich die Gleichberechtigung Anders-Sexueller auf allen Ebenen», sagt Klauser. «Das Festival liegt vielen am Herzen, weil Einen hier niemand nach seiner sexuellen Orientierung fragt. Alle sind willkommen. So, wie es eben sein sollte.»

Désirée Wenger

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

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