FRAUENFELD: Ein Kunstwerk von Weltrang

Das Historische Museum erinnert zum Jubiläum der Museumsgesellschaft an das Weihnachtsrelief aus St. Katharinental.

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100 Jahre sind es her, dass die Thurgauische Museumsgesellschaft gegründet wurde. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, im Thurgau ein Museum zu erschaffen, in dem die über Jahrzehnte gesammelten Objekte des Historischen Vereins einen würdigen Platz finden. Sieben Jahre später wurde das Thurgauische Museum – ein Vorläufer des heutigen Historischen Museums Thurgau – im Luzernerhaus in Frauenfeld eröffnet. Das erste Objekt, das die ­Museumsgesellschaft erwarb, ist ein Kunstwerk von besonderer ­Anmut: das Weihnachtsrelief, mutmasslich aus dem Kloster St. ­Katharinental. «Ein Thurgauer Kunstwerk von Weltrang», wird es vom Historischen Museum in einer Medienmitteilung bezeichnet.

Anlässlich des 100-Jahr-Jubiläums der Thurgauischen Museumsgesellschaft veranstaltet das Historische Museum Thurgau am ersten Advent einen Vortrag mit der Kunsthistorikerin Elke Jezler über die Geschichte, Herkunft und Bedeutung des Reliefs. Im frühen 14. Jahrhundert gehörte der Bodenseeraum zu den wichtigsten Zentren der abendländischen Mystik. Kurz nach 1300 erlebte auch das Kloster St. Katharinental seine grosse Blüte. In dieser Zeit entstand das 68 Zentimeter hohe und 63 Zentimeter breite Weihnachtsrelief aus Eichenholz, dessen Stil auf die Werkstatt des berühmten Bildhauers Meister Heinrich aus Konstanz verweist. Das faszinierende Kunstwerk ist jedoch nicht makellos. Bei genauer Betrachtung fallen Farbreste und Flickspuren auf.

Der Vortrag findet am Sonntag, 3. Dezember, 15 Uhr, im Schloss Frauenfeld statt. Im Anschluss gibt es Glühwein und Gebäck. Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht notwendig. (red)