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FRAUENFELD: Ein Ingenieur von Weltformat

Johann Jakob Sulzberger war im 19. Jahrhundert eine Ausnahmeerscheinung. Das einheimische Universalgenie erfand, zeichnete, kartografierte und agierte zeitweise auch als gut vernetzter Diplomat.
Der Bahnhof Baden 1847. Im Hintergrund der unter der Leitung von Jakob Sulzberger gesprengte Schlossbergtunnel. (Bild: PD)

Der Bahnhof Baden 1847. Im Hintergrund der unter der Leitung von Jakob Sulzberger gesprengte Schlossbergtunnel. (Bild: PD)

Obwohl er aus bescheidenen Frauenfelder Verhältnissen stammte und das Hochschulstudium in Zürich wegen Geldmangel abbrechen musste, entwickelte sich Johann Jakob Sulzberger (1802-1855) zu einer weltmännischen und erfolgreichen Persönlichkeit mit vielfältigen Begabungen. Schon länger bekannt sind Sulzbergers Verdienste als Kartograf. Dass er aber auf vielen anderen Gebieten ebenfalls ein brillanter Tüftler und grosser Schaffer gewesen ist, blieb bislang wenig beachtet. Diesen blinden Flecken in Sulzbergers Biografie gibt Lokalhistoriker Angelus Hux am Museumshäppli des Historischen Museums Thurgau von übermorgen Donnerstag um 12.30 Uhr eine Kontur.

Es ist alles andere als ein bequemes Umfeld, in das Johann Jakob Sulzberger hineingeboren wird. Die einfachen Verhältnisse seines Elternhauses sowie die schwache wirtschaftliche Lage seiner Heimat, dem Thurgau, bieten keine idealen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Laufbahn. Und doch hat es der Frauenfelder weit gebracht. Wachen, risikofreudigen und lernbegierigen Köpfen wie Sulzberger bietet die aufkommende Industrialisierung im 19. Jahrhundert eine Chance, beruflichen Erfolg zu erzielen. Mit viel Selbststudium und grosser Arbeitskraft eignet er sich Wissen an und profiliert sich nach und nach als Spezialist auf den unterschiedlichsten Gebieten. Aus heutiger Sicht beinahe unvorstellbar liest sich denn auch Sulzbergers Palmarès: Er versteht sich auf technischen Erfindungen, bewährt sich als tüchtiger Architekt, beherrscht das Vermessen und Zeichnen von Landkarten, ist Spezialist im Bergbau, plant Eisenbahnstrecken, setzt Giesswerke für Bahnschienen und Getreidemühlen in Gang, ist ein geschickt agierender und europaweit vernetzter Diplomat. Und zu guter Letzt verfügt er auch über einen ausgesprochen gemeinnützigen Sinn und hat ein offenes Herz für Menschen in Not. Wer ist er, dieser Johann Jakob Sulzberger, der all dies unter einen Hut bringen kann? Angelus Hux geht dem Frauenfelder Universalgenie auf die Spur und bringt am Museumshäppli neue Details aus dessen Leben ans Licht. (red)

Die Veranstaltung findet im Schloss Frauenfeld statt. Eintritt frei, ohne Anmeldung.

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