FRAUENFELD: Donnerstag fällt weg

2018 öffnet die Frühjahrsmesse ihre Tore erst am Freitag. «Wir konnten über die letzten Jahre nicht mehr Publikum anziehen und ziehen jetzt die Konsequenzen», sagt Leiter Sandro Keller. Damit soll die Zukunft der Messe langfristig gesichert werden.

Donat Beerli
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Sandro Keller, Leiter Frühjahrsmesse. (Bild: Nana do Carmo)

Sandro Keller, Leiter Frühjahrsmesse. (Bild: Nana do Carmo)

Donat Beerli

donat.beerli@thurgauerzeitung.ch

Die 41. Frühjahrsmesse ist am Sonntag zu Ende gegangen. Welches Fazit ziehen Sie?

Grundsätzlich können wir zufrieden sein. Wir haben neue Dinge ausprobiert, die bei den Besuchern gut angekommen sind. Dazu gehören das Kochen und Backen in den Gemeinschaftsküchen oder der Streichelzoo für die Kleinen. Gleichzeitig sieht meine Bilanz durchzogen aus.

Warum?

Wir haben nun drei Jahre lang mit verschiedenen Ideen probiert, mehr Publikum an die Frühjahrsmesse zu bringen.

Was nicht geklappt hat?

Nein, leider nicht. Jedes Jahr kamen im Schnitt zwischen 15000 und 20000 Besucher. Ob wir einen Gratistag machen, so wie vergangenes Jahr, oder die Gino Boys bei uns auftreten, scheint keine Rolle zu spielen. An manchen Tag kommen ­mehr Leute, an anderen weniger. Drei Jahre sind eine gute Zeit, um die Situation zu analysieren und die Konsequenzen daraus zu ziehen.

Was heisst das konkret?

In Zukunft wird die Frühjahrsmesse nur noch an drei Tagen geöffnet sein. Der Donnerstag wird aus dem Programm gestrichen.

Was erhoffen Sie sich davon?

Wir müssen für die Aussteller attraktiv bleiben. Sonst laufen sie uns weg. Wenn es Tage gibt, an denen nur wenige Leute an den Stand kommen, lohnt sich das auf Dauer nicht. Zum Glück war der Sonntag so gut besucht. Die einen Aussteller haben 20 Prozent mehr geschrieben als letztes Jahr, andere sind gleich geblieben. Einige haben mir berichtet, dass der Sonntag sie gerade nochmals gerettet hat oder dass es ihnen dieses Jahr nicht gelaufen ist. Was wir in Zukunft für unsere Aussteller wollen, sind volle Hallen über alle drei Tage verteilt.

Einst dauerte die Messe sechs Tage, ab 2018 also noch drei. Wann fällt sie ganz weg?

Genau das wollen wir mit unserer neuen Strategie verhindern. Teil davon ist auch Kontinuität zu schaffen. Wenn die Leute am Wochenende rechts zur Halle 1 und links in die Halle 3 gelaufen sind, so sollen Sie dies auch 2018 tun können. Doch eines müssen wir einsehen: Die goldenen Zeiten der Messen sind allgemein vorbei. Das Verhalten der Menschen hat sich verändert. Dessen müssen wir uns bewusst werden und danach handeln.

Warum ist es so schwierig, neues Publikum anzuziehen?

Der Markt ist übersättigt. Es gibt hier eine Autoschau, dort wird eine Gewerbeausstellung organisiert. Wir möchten die Zukunft der Thurgauer Frühjahrsmesse langfristig sichern. Deshalb haben wir uns für diesen Schritt entschieden.

Was bedeutet das für die Aussteller?

Wir wollen in Zukunft noch mehr mittlere und kleinere Unternehmen aus der Region ansprechen. Die konnten sich es bisher vielleicht nicht leisten, am Donnerstag bereits an die Messe zu kommen, weil sie im Betrieb nicht fehlen konnten. Wenn wir nun am Freitag beginnen, überlegen sie sich das hoffentlich anders.

Was war Ihr persönliches Highlight dieses Jahr?

Die Erlebnisküchen und der Markt sind super angekommen. Ich habe extrem viele tolle Feedbacks bekommen. Und kann deshalb bereits heute mit Sicherheit sagen, dass wir das Ganze nächstes Jahr wieder organisieren ­werden.

Zum ersten Mal fuhr der Stadtbus die Besucher zum Gelände. Es gab einige, die sich über die weite Distanz von der Haltestelle zum Eingang beklagten.

Ich verstehe die Kritik. Für die einen mögen die rund 300 Meter eine zu grosse Distanz sein. Leider war es nicht möglich, die Haltestelle näher am Eingang zu platzieren, da der Bus einen Platz zum Wenden brauchte. Er hätte sonst den Fahrplan nicht einhalten können.