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FRAUENFELD: Die Welt im Kleinformat

Die Briefmarkenbörse im Casino war mit über 500 Besuchern ein Publikumsmagnet. Tiere und Pflanzen zählen zu den Lieblingsmotiven. Doch auch Ansichtskarten und Münzen wechselten rasch den Besitzer.
Manuela Olgiati
Zwei Besucher durchstöbern an der Briefmarkenbörse geduldig die zahlreichen Karteikästen. (Bild: Andrea Stalder)

Zwei Besucher durchstöbern an der Briefmarkenbörse geduldig die zahlreichen Karteikästen. (Bild: Andrea Stalder)

Manuela Olgiati

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Eine Sammlerin aus Zug sucht nach Ansichtskarten und findet stattdessen romantische Liebesbriefe aus dem Jahr 1925. Ein anderer Besucher durchsucht beim Stand von Händler Walter Bär aus Teufen eine Schachtel mit Militär-Ansichtskarten: Besonders interessieren die Absender aus dem Ersten Weltkrieg mit passendem Stempel. Briefmarken aus der ganzen Welt, alte Ansichtskarten von Frauenfeld. 200 Jahre alte Münzen aus Solothurn. Die Palette ist bunt. Die Besucher drehen geduldig ihre Runden im Saal. Breit gefächert sind die Fragen an die Händler.

Rund um die Auslagetische kommen rasch Gespräche und Geschichten unter fremden Menschen in Gang. Andere durchforsten schweigsam die Karteikästen. Dort stehen Post- und Ansichtskarten von früher zur Auswahl. Davon gibt es am Sonntag mindestens so viele wie Briefmarken. Kinder, Trachten, Hüte, Kunstwerke und Schlösser – alles unversehrt und mit kunstvollen Schriftzügen versehen. Beliebt waren auch die Regionen. «Karten aus Roggwil», suchte jemand überall, während ein Besucher aus China erklärte, dass seine Schnäppchen chinesische Wahrzeichen beinhalten.

Vereinspräsident Bruno Klemenz hat an seinem Tisch nahe beim Eingang alle Hände voll zu tun. «Briefmarkensammeln sei längst nicht mehr, was es früher einmal war – ein weitverbreitetes Hobby», sagt er. Umso mehr freut ihn der Besucherstrom. Er schätzt die Anzahl der Besucher auf über 500. Die Vereinsmitglieder der Philatelia Frauenfeld waren engagiert dabei.

Der Nachwuchs fehlt im Vergleich zu früher

René Kistler aus Bonau präsentiert seine Hobbysammlung: Alben mit Briefmarken und Ansichtskarten seien immer willkommen. Damit könne man fast alle begeistern. Nur der Nachwuchs fehle im Vergleich zu früher. Ein Grund könnte die digitale Welt sein, meint ein Händler. «Die Jungen schreiben kaum mehr Briefe, vieles läuft via Internet.» Ganz anders ist die Meinung von Gerardo Rotondari aus Winterthur, der auf seine bunte Sammlung einzelner Briefmarken hinweist. «Kinder wählen aus und kaufen für unter einem Franken günstig.» Themenbezogen zählen Tiere, Pflanzen und Landschaften zu den Lieblingsmotiven vieler Sammler.

Die Frauenfelder Briefmarkenbörse finden die Experten gemütlich und perfekt organisiert. Vera Fliss von der Briefmarkenagentur Veraphil aus Bottmingen nimmt seit über 40 Jahren an Börsen und Auktionen teil. Von Frauenfeld schwärmt sie seit Beginn. Die Basler Taube sei stets in ihrem Fundus «gut unter Verschluss» dabei. Der Wert dieses edlen Exponates aus dem Jahr 1845 wird bis in den sechsstelligen Bereich angeboten.

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