FRAUENFELD: Die violette Violetta

Für ihr Abschlussprojekt fertigte die Sekschülerin Fabienne Müller vom Schulhaus Reutenen ein Porträt des argentinischen Teenie-Stars Martina Stoessel an. Für das Bild benötigte sie 8611 Zuckerwürfel und mehr als 60 Arbeitsstunden.

Desiree.wenger@thurgauerzeitung.ch
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Das Bild aus Zucker zeigt ein Porträt von Martina Stoessel. (Bild: PD)

Das Bild aus Zucker zeigt ein Porträt von Martina Stoessel. (Bild: PD)

Gross, violett, originell: Das Bild misst 140 mal 180 Zentimeter. Es zeigt den argentinischen Teenie-Star Martina «Tini» Stoessel, die durch die Serie «Violetta» berühmt wurde. Nach drei Staffeln und einem Kinofilm erlangte die 20-jährige Latina auch in Europa grosse Bekanntheit. Die Sekundarschülerin Fabienne Müller malte das Porträt aber nicht mit Farben, sondern legte es mir Zuckerwürfeln.

«Inspiriert hat mich mein Vater. Er fertigte einst eine Miniatur der Kartause Ittingen aus Zuckerwürfeln an», sagt Fabienne Müller. «Ich habe auch ein Bild der Mona Lisa im Internet gesehen, das jemand aus Toastbrot angefertigt hatte. Das funktionierte nach demselben Prinzip wie mein Zuckerwürfelbild».Weiter passe das Material zu ihrer Ausbildung, die sie nach den Sommerferien antreten werde: Die 15-jährige wird die kaufmännische Lehre bei der Zuckerfabrik Frauenfeld machen.

30 Kilogramm Würfelzucker

Die vielen Arbeitsschritte, die zur Anfertigung ihres Zuckerbilds nötig waren, erwiesen sich als zeitaufwendig. Die Entscheidung für das Motiv fiel Fabienne Müller leicht. «Ich bin ein riesiger Fan von Martina Stoessel», sagt sie. Zuerst musste die Schülerin ein Bild ihres Idols auswählen. Dieses bearbeitete sie mit einem PC-Programm und schattierte es in acht verschiedenen Schwarz-Weiss-Tönen. Schliesslich entschied sie sich, statt grauen Nuancen Violetttöne zu verwenden und Schwarz ganz wegzulassen. «Meine Freunde überzeugten mich, dass violett besser zu mir passt», sagt Fabienne Müller.

Als nächstes zeichnete sie mit Hilfe eines Reissbrettes ein Fünfmillimeter-Raster auf das vergrösserte und bearbeitete Porträt. So konnte sie die Menge der Zuckerwürfel anhand der Anzahl Kästchen im Raster berechnen. Mit 8611 Zuckerwürfeln hatte sie aber nicht gerechnet. Diese Anzahl entspricht 30 Kilogramm Zucker. Die Kästchen zeigten ihr die entsprechenden Farbnuancen an, in denen sie später die Würfel einfärbte.

Die Arbeit war kein Zuckerschlecken

Nachdem Fabienne Müller alle Zuckerwürfel in den gewünschten Violetttönen besprüht hatte, konnte sie diese mit Hilfe ihres Rasters in einen Holzrahmen legen. «Das Legen der Würfel brauchte viel Zeit, weil ich immer die Farbe vom Blatt ablesen und dann den passend gefärbten Zuckerwürfel legen musste. Darum hat meine Mutter mir geholfen, indem sie mir die Farbe vom Raster diktierte.» Insgesamt arbeitete die Sekschülerin während drei bis vier Monaten immer wieder an ihrem Abschlussprojekt. Nach 66 Stunden hörte sie auf zu zählen, wie viel Zeit sie bereits in ihr Kunstwerk investiert hatte. «Es war mir aber nicht zu streng. Viel wichtiger war die Freude an der Arbeit». Da sie ihr Idol abbildete, fehlte es ihr nicht an Motivation.

Als alle Würfel am richtigen Ort im von Fabienne Müller eigens angefertigten Bilderrahmen platziert waren, legte sie eine Plexiglasscheibe über das Porträt, um die Würfel zu fixieren. Mit dem mehr als 30 Kilo schweren Ergebnis ist die Schülerin zufrieden. «Ich bin froh, dass man Martina erkennt und stolz, dass das Bild gut wirkt».

Désirée Wenger

desiree.wenger@thurgauerzeitung.ch