FRAUENFELD: Die Suche geht weiter

Ein sehr erfreulicher Rechnungsabschluss, und die Sanierung der Stadtkirche kam auch günstiger als budgetiert. Nur einen Nachfolger für Pfarrer Benedikt Wey hat die katholische Kirchgemeinde noch nicht gefunden.

Mathias Frei
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So sah es in der katholischen Stadtkirche während der Bauzeit aus. (Bild: Reto Martin (30. Oktober 2015))

So sah es in der katholischen Stadtkirche während der Bauzeit aus. (Bild: Reto Martin (30. Oktober 2015))

Mathias Frei

mathias.frei

@thurgauerzeitung.ch

Ein hoher Gast an der Rechnungsgemeinde von KatholischFrauenfeldPlus. Bischofsvikar Ruedi Heim konnte aber leider nicht mit positiven Nachrichten aufwarten. Auf die Ausschreibung der Pfarrstelle habe sich bislang noch niemand beworben, beschied er den 71 Kirchbürgern am Dienstagabend. Das Bistum werde nun aktiv auf geeignete Personen zugehen. «Bei mir und auch beim Bischof steht Frauenfeld weit oben», versicherte Heim. Er werde darum besorgt, dass die Stellvertretungen im Seelsorgeteam gewährleistet seien, bis eine Leitung zur Verfügung stehe. Zugleich dankte Heim auch dem interimistischen Pfarreikoordinator Lukas Schönenberger. Die Kirchgemeinde fing so den Ausfall von Pfarrer Benedikt Wey auf. Dieser erlitt vergangenen Sommer eine Hirnblutung, von der er sich zwar wieder erholte. Seit Ende November fiel Wey dann aber aufgrund eines Burn-outs aus. Diesen März trat er zurück.

Der Bischofsvikar räumte an der Rechnungsversammlung in der Stadtkirche St. Nikolaus mit dem Vorurteil auf, die Pfarrei St. Anna mit ihren über 12 000 Katholiken sei zu gross für einen Pfarrer oder Gemeindeleiter. Denn die dafür notwendigen Strukturen, auch in der Verwaltung, seien für diese Grösse vorhanden. Vielmehr sei es eher ein Problem, dass man im übrigen Bistumsgebiet nicht das beste Bild habe vom im Osten abgelegenen Kanton Thurgau.

«Grosses Geschäft, das lange beschäftigte»

Viel Positives bekamen die Kirchbürger dafür betreffend Finanzen zu hören. Nebst dem Rechnungsabschluss, der einen grossen Gewinn auswies (siehe Kasten), war auch die Bauabrechnung der Sanierung der Stadtkirche traktandiert. Baukommissionspräsident Markus Beerli sprach von einem «grossen Geschäft, das uns lange beschäftigte». Und dieses Geschäft konnte nun erfolgreich mit der Abrechnung abgeschlossen werden.

Im November 2013 hatten die Kirchbürger einem Bruttokredit von 5,43 Millionen Franken für die Innen- und Aussenrestaurierung der St.-Nikolaus-Kirche zugestimmt. Zwei Jahre später wurde ein Zusatzkredit über 300000 Franken genehmigt. Der Grund dafür waren unerwartet gravierende Schäden an Gestein und Dach. Nun schloss die Bauabrechnung mit 5,534 Millionen ab, also 196000 Franken unter den bewilligten 5,73 Millionen Franken. Ein sorgfältiger Umgang mit den finanziellen Mitteln sei an erster Stelle gestanden, erklärte der Baukommissionspräsident. In der aktuellen Bauabrechnung sind die Beiträge der öffentlichen Hand an Kulturobjekte im Bereich des Denkmalschutzes noch nicht enthalten. Diese Zuschüsse werden laut Beerli in der kommenden Budgetgemeinde präsentiert.

Zu zwei zukünftigen Bauvorhaben respektive den nötigen Krediten sagten die Stimmberechtigten ebenfalls Ja. Aus dem Ertragsüberschuss der Rechnung 2016 fliessen 150000 Franken in die Dachsanierung des Pfarreizentrums Klösterli. Unter anderem wird eine In-Dach-Fotovoltaikanlage erstellt. Diese hat eine Leistung von 30000 Kilowattstunden im Jahr, was dem Stromverbrauch von sechs Einfamilienhäusern entspricht. Und für 130000 Franken wird die WC-Anlage im «Hirschen» neben der Stadtkirche saniert. Es gibt neu geschlechtergetrennte Toiletten und dazu ein grosses behindertengerechtes WC.

Mosimann übernimmt neu das Vizepräsidium

Nach achteinhalb Jahren trat Gabriel Müller aus der Vorsteherschaft zurück. Der Frauenfelder Architekt amtete als Vizepräsident und hatte den baulichen Unterhalt der Liegenschaften unter sich. Präsident Lukas Leutenegger verdankte Müllers Engagement herzlich. Das Vizepräsidium übernimmt Irma Mosimann.

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