FRAUENFELD: «Die Stimme verloren, aber die fröhlichen Gesichter bleiben»

Mit der Stadtrückgabe ging gestern um 19.13 Uhr die Fasnacht zu Ende. 5000 Besucher zählten die Murganesen am Sonntag beim Umzug. Die fünf Tage fern von Ernsthaftigkeit seien gelungen, bilanziert Murganesenpräsident Ivan Gubler.

Mathias Frei
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Viele Besucher und freche Hexen vergangenen Sonntag am Frauenfelder Fasnachtsumzug. (Bild: Reto Martin)

Viele Besucher und freche Hexen vergangenen Sonntag am Frauenfelder Fasnachtsumzug. (Bild: Reto Martin)

Ivan Gubler, das Rathaus steht noch. War die fünftägige Regentschaft der Narren trotzdem erfolgreich?

Auf jeden Fall. Wir wollten ja nicht das Rathaus abbrechen, sondern fünf Tage närrisch regieren. Fern von Ernsthaftigkeit. Aufgrund vieler positiver Rückmeldungen ist uns das offenbar gelungen.

Gibt es für den Obernarr eigentlich dieselbe Frauenquote wie für das Gemeinderatspräsidium?

Wir führen eine Liste mit Kandidatinnen und Kandidaten. Natürlich würden wir uns freuen, wenn auch wieder einmal ein Mann die Herausforderungen annehmen würde.

Weg von den Frauen, hin zum Wetter: Das meinte es gut mit den Fasnächtlern. Es waren mehr Leute auf der Strasse als in den Vorjahren.

Das stimmt. Und es hat schon am Donnerstag bei der Stadtübernahme begonnen. Am Freitag war die Fasnachtsunterhaltung ebenfalls sehr gut besucht. Sensationell war die Kinderfasnacht am Samstag. Und am grossen Umzug zählten wir 5000 Besucher. Das sind mehr als vergangenes Jahr.

Stadtpräsident Anders Stokholm war auch Umzugsteilnehmer. Wussten Sie vom prominenten Fasnächtler?

Ja, wir wussten, dass er mit den Märstetter Treichlern mitläuft. Im Wahlkampf vor zwei Jahren war er erstmals als Superheld auf einem Wagen. Da begann bei ihm die Begeisterung. Voriges Jahr fuhr er bei den Murgpiraten mit. Gerüchteweise hat er bereits wieder einer Gruppe für den Umzug 2018 zugesagt.

War der Versuch mit dem Gratis-ÖV dank der Fasnachtsplakette erfolgreich?

Bei den zwei Vorverkaufsstellen gingen 60 Plaketten weg. Umso mehr konnten aber am Donnerstag und Freitag an den Veranstaltungen verkauft werden. Wie die Fahrgastzahlen aussehen, weiss ich noch nicht. Aber am Sonntag am Umzug gingen noch die letzten 170 Plaketten von 700 weg. Wir waren also ausverkauft.

Sind Sie zufrieden mit der allgemeinen Umsetzung des Mottos «Fasnacht liit üs am Herz»? Lag den Frauenfeldern die Fasnacht am Herzen?

Ja, den Frauenfeldern ist die Fasnacht ein Bedürfnis. Bei vielen habe ich irgendwo ein Herz gesehen, im Sinne des Mottos. Und vor allem hat mich sehr gefreut, dass viel mehr Leute als früher kostümiert an die Veranstaltungen kamen.

Was bleibt Ihnen von der Fasnacht 2017?

Die Stimme habe ich verloren. Aber die fröhlichen Gesichter bleiben mir in Erinnerung. Sie sind Dank genug für unsere Arbeit. Und einmal mehr war ich sehr angetan von der hervorragenden Zusammenarbeit unter den Fasnachtsvereinen und mit der Stadt. Am Sonntagabend war das Monsterkonzert im Rüeger­holz fertig. Und keine anderthalb Stunden später war die Halle aufgeräumt, weil alle angepackt hatten. Nicht zu vergessen die Kantonspolizei und der Werkhof, mit denen ebenfalls alles reibungslos funktioniert hat.

Wie geht es bei den Murganesen unter dem Jahr weiter?

In Sachen Fasnacht wird es jetzt ruhiger. Nächsten Sonntag gehen wir noch an die Wigoltinger Buurefasnacht. Danach geht’s an den Rückschub der Fasnachtswagen. Und schon bald beginnen unsere diversen Helfereinsätze, damit wir die Fasnacht finanzieren ­können.

Die nächste Fasnacht ist vom Datum her wohl schon fix. Wann wird es wieder närrisch in Frauenfeld?

Der Schmutzige Donnerstag mit der Stadtübernahme ist am 8. Februar 2018. Zum Glück nicht mehr in den Sportferien – wie im Jahr 2016. Stadtrückgabe ist dementsprechend am 13. Februar 2018.

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Narrengesellschaft Murganesen: www.murganesen.ch