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FRAUENFELD: Die BTS wird doppelt so teuer

Die Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) wird massiv teurer als bisher angenommen. 1,55 Milliarden Franken kostet die Nationalstrasse gemäss der neusten Studie des Kantons. Bisher wurden die Kosten auf 800 Millionen beziffert.
Silvan Meile
Andreas Schuster, Gesamtprojektleiter BTS/OLS, Kantonsingenieur Andy Heller, Baudirektorin Carmen Haag und Finanzdirektor Jakob Stark stellen die neusten Erkenntnisse zur Bodensee-Thurtal-Strasse vor. (Bild: Andrea Stalder)

Andreas Schuster, Gesamtprojektleiter BTS/OLS, Kantonsingenieur Andy Heller, Baudirektorin Carmen Haag und Finanzdirektor Jakob Stark stellen die neusten Erkenntnisse zur Bodensee-Thurtal-Strasse vor. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. «Erschrecken Sie jetzt nicht», sagte Regierungsrätin Carmen Haag, bevor sie auf die Zahlen zu sprechen kommt. Die Vorsteherin des Departements Bau und Umwelt stellte gestern das ausgearbeitete Projekt für den ersten Abschnitt der Bodensee-Thurtal-Strasse (BTS) vor. Dabei wurde klar, dass sich der Preis für die künftige Nationalstrasse N23 von Arbon bis Müllheim-Bonau massiv verteuert.

Geänderter Strassenverlauf

Heute geht Regierungsrätin Haag von Investitionen in der Höhe von 1,55 Milliarden Franken aus. Das ist im Vergleich zu den bisher angenommen Kosten eine Verdoppelung. Denn als die Thurgauer Stimmberechtigten im September 2012 nach einem heftigen Abstimmungskampf mit 54,6 Prozent ein Ja in die Urne legten, wurde der Preis für die BTS noch mit 800 Millionen Franken beziffert. «Wir sind also mit einer Kostensteigerung konfrontiert, die in diesem Ausmass im Kanton Thurgau nicht üblich ist», sagte Haag.

Die 14 Kilometer lange erste Etappe von Arbon nach Amriswil ist für einen grossen Teil der Mehrkosten verantwortlich. Komplexe geologische Baugrundverhältnisse im Raum Amriswil erforderten etwa sehr aufwendige Tunnel-Konstruktionen, sagte Kantonsingenieur Andy Heller. Deshalb muss dort auch die Linienführung der Strasse geändert werden. Ausserdem hätten etwa sehr hohe Nationalstrassen-Standards, Projektoptimierungen zum Schutz der Natur, Landschaft und Siedlung zu einer Verteuerung geführt. Ursprünglich war für diesen Abschnitt mit 310 Millionen Franken gerechnet worden. Nun sind es 800 Millionen.

Keine Belastung für den Kanton

Mit den Erkenntnissen der detaillierten Planung der ersten Etappe berechneten die Verantwortlichen auch die neuen Kosten für die restliche BTS-Strecke, also die weiteren 15 Kilometer bis Müllheim-Bonau. Dies ergibt nun ein Gesamtbetrag von 1,55 Milliarden Franken für die komplette 29 Kilometer lange BLS mit ihren Tunnelabschnitten.

Das Projekt soll nicht die Kantonskasse belasten, sondern dem Bund übergeben werden. Dazu braucht es sehr detaillierte Angaben. Solche liegen nun für die erste BTS-Etappe von Arbon bis Amriswil West als Pläne, Berichte und Studien im Umfang von mehr als tausend Seiten vor. «Nur wer ein ausgereiftes Projekt vorweisen kann, hat Chancen, in der strategischen Ausbauplanung rasch zum Zuge zu kommen – und nicht auf der langen Bank der Wunschprojekte zu landen», sagte Haag. Doch Kritiker sehen nun genau dies auf den Thurgau zukommen.

«Der Bund wird diese Strasse niemals finanzieren», sagte der grünliberale Kantonsrat Klemenz Somm auf Anfrage. In diesem Land gäbe es viel dringendere Verkehrsprobleme durch weit höhere Verkehrsfrequenzen. Wer jetzt noch denke, der Bund zahle 1,5 Milliarden an die BTS, träume in den Tag hinein.

Baubeginn frühestens 2024

Beim Bundesamt für Strassen (Astra) erstaunt die gestern präsentierte Korrektur der Kosten offensichtlich wenig. Das neue Preisschild liege im Bereich der Erfahrungswerte für zweispurige Nationalstrassen, zitiert Haag die Reaktion des Astra-Direktors Jürg Röthlisberger. Da die BTS durch den Bund finanziert werden soll, ist die Beurteilung der Mehrkosten durch das Astra entscheidend, sagte dazu Finanzdirektor Jakob Stark.

Der Thurgau kann das Projekt BTS aber nur an den Bund übergeben, sofern der Netzbeschluss (NEB) in Kraft treten wird. Davon könne nach dem jüngsten Entscheid des Ständerates per Anfang 2020 ausgegangen werden, setze aber – wohl im Sommer 2017 – noch ein Ja des Volkes an der Urne voraus, sagte Haag.

Bis 2018 werde die Detailplanung für die restliche BTS-Strecke ausgearbeitet. Die nötigen Landverhandlungen starten erst, wenn die Finanzierung durch den Bund geregelt ist. In diesen Tagen sind rund 350 Briefe an direkt und indirekt betroffene Grundeigentümer versandt worden. Falls sich dem Strassenbauprojekt nichts in den Weg stellen wird, könnten ab dem Jahr 2024 die ersten Bagger auffahren, sagt Andreas Schuster, Gesamtprojektleiter BTS/OLS.

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