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FRAUENFELD: Die Angst vor dem Verlieren

Zwei Derby-Niederlagen in Folge hat der FC Gemeinderat in den Knochen. Noch ein Sieg der Stadtverwaltung morgen Abend auf der Kleinen Allmend wäre für die Politiker schlimmer als eine Abwahl.
Beim Spiel vor drei Jahren: Gemeinderat Andreas Elliker im Kampf mit dem Fussball. (Bild: Nana do Carmo)

Beim Spiel vor drei Jahren: Gemeinderat Andreas Elliker im Kampf mit dem Fussball. (Bild: Nana do Carmo)

Andreas Elliker ist ein vorzüg­licher Politiker. Denn er kann sogar Niederlagen schönreden. Vor einem Jahr kassierte der FC Gemeinderat (verstärkt mit Stadtrats- und Kommissionsmitgliedern) eine herbe Schlappe gegen die Stadtverwaltung. 3:7 hiess es nach zweimal 35 Minuten aus Sicht der Politiker. Es ging das Gerücht um, das bei einer Dopingkontrolle der eine oder andere Politiker schon vor dem Spiel hängen geblieben wäre – apérobedingt. «Vor zwei Jahren haben wir schlechter gespielt», meint der SVP-Stadtparlamentarier und -Stadtpartei-Präsident dazu. Beim traditionellen Fussballmatch 2015 stand es am Schluss 3:0 für die Stadtverwaltung.

Vier Niederlagen in einer Legislatur sind möglich

Aber Elliker ist genug Realpoli­tiker und neu auch Kapitän des FC Gemeinderat, dass er sich dem Ernst der Lage bewusst ist. Vor dem 31. Derby morgen Abend kommt sein Team auf 16 Siege, die Stadtverwaltung hat bisher 14-mal gewonnen. Ende Legis­latur könnten die Angestellten, die eigentlich unter der Kontrolle der gewählten Politiker stehen, nach Siegen ausgeglichen haben. So stapelt Elliker tief, schiebt die Favoritenrolle der Verwaltung zu und nimmt Druck von seinem überalterten Team. Mit «diszipliniertem Defensivspiel» und «gesunder Härte» will er Tore verhindern. Vorne hofft er auf spielerische Harmonie mit alt SP-Gemeinderat Lukas Hefti und dass FCF-Spielerin und SVP-Gemeinderätin Severine Hänni dem einen oder anderen Gegenspieler den Kopf verdreht. Der Abgang von CH-Mann Mario Weber werde zwar schmerzen, «Robinho» Kurzbein (CH) soll ihn ersetzen. Und ebenfalls wieder mit von der Partie sind Schulpräsident Andreas Wirth und SVP-Kantonsrat Hermann «Herminator» Lei. Zudem spielen auch unter Elliker Stadtpräsident Anders Stokholm und Stadtrat Urs Müller mit. «Das ist förderlich für das Klima zwischen Stadt- und Gemeinderat», sagt Elliker – in der Hoffnung, dass auch beide als richtige Team­stützen auftreten und sich nicht wie kürzlich am Stadtlauf nur ein wenig die Füsse vertreten.

Die Gemeinderäte haben kein einziges Mal zusammen trainiert. Die Stadtverwaltung hatte zumindest ein Testspiel, das gegen den Kanton aber 2:5 verloren ging. Gleichwohl ist die U30-Mannschaft von Kapitän Robin Pfeiffer sicher spielerisch und konditionell im Vorteil. Nebst Pfeiffer, stellvertretender Abteilungsleiter Einwohnerdienste, ist auch sein direkter Vorgesetzer Peter Mettier dabei. Stadtschreiber Ralph Limoncelli als wichtige Teamstütze jedoch steht nicht im Aufgebot. Das geht natürlich der Spielkultur ab. Gerüchteweise soll Limoncelli mit einem Wechsel zum Gegner geliebäugelt haben. Deshalb habe ihm Kapitän Pfeiffer eine «disziplinarische Denkpause» verordnet. «Natürlich wollen wir gewinnen, ob mit oder ohne Limoncelli», sagt Pfeiffer. Oder wie es so schön heisst: Alles andere als ein Sieg wäre eine Niederlage.

Mathias Frei

mathias.frei

@thurgauerzeitung.ch

Morgen Freitag, 18.30 Uhr, Fussballstadion Kleine Allmend. Eintritt frei, mit Festwirtschaft.

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