FRAUENFELD: Dialog lässt Fronten verhärten

Das OK des «Out in the Green Garden» hat sich mit Stadtpräsident Anders Stokholm und dem Kulturbeauftragten Christof Stillhard zu einer Aussprache getroffen. Nebst Eingeständnissen gab es aber auch polemische Voten.

Samuel Koch
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Stadtpräsident Anders Stokholm äussert sich zu den neuen Leitlinien für Sonderveranstaltungen im Murg-Auen-Park. Joel Introvigne, der Kulturbeauftragte Christof Stillhard, Johannes Eiholzer, Dominik Stillhard, David Nägeli, Moderatorin Karin Gubler (v. l.) sowie die zahlreichen Besucher hören zu. (Bild: Andrea Stalder)

Stadtpräsident Anders Stokholm äussert sich zu den neuen Leitlinien für Sonderveranstaltungen im Murg-Auen-Park. Joel Introvigne, der Kulturbeauftragte Christof Stillhard, Johannes Eiholzer, Dominik Stillhard, David Nägeli, Moderatorin Karin Gubler (v. l.) sowie die zahlreichen Besucher hören zu. (Bild: Andrea Stalder)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Zuversicht. Das war am Ende der Aussprache zwischen den Organisatoren des «Out in the Green Garden» und Vertretern der Stadt zu spüren, die am Donnerstagabend im Kulturlokal Kaff vor rund 50 interessierten Gästen über die Bühne gegangen ist.

Ehe die Öffentlichkeit mithören durfte, fand bereits ein Gespräch unter 14 Augen statt. Am Tisch haben nebst Stadtpräsident Anders Stokholm und dem Kulturbeauftragten Dominik Stillhard vier Vertreter der Veranstalter sowie Moderatorin Karin Gubler Platz genommen. Letztere eröffnete dann die grosse Runde: «Es waren gute, aber teils schwierige Gespräche», sagte sie. Obwohl zum jetzigen Zeitpunkt die Absage für 2017 sakrosankt sei, müsse ein Zeichen gesetzt werden, dass es ab 2018 weitergehe.

Planungssicherheit und keine Folgen für andere

Das OK verfolgt vor allem zwei Ziele. Einerseits soll ihr Festival über mehrere Jahre Planungssicherheit erhalten, andererseits sei wichtig, dass mit den neuen Leitlinien des Stadtrates keine Konsequenzen für andere kulturelle Veranstaltungen in Frauenfeld zu befürchten seien. «Das könnte Gegner einladen, sich auch gegen andere Anlässe zu wehren», sagte David Nägeli. Zudem unterstellte das OK dem Stadtrat, nicht auf die vorgeschlagenen Mindestanforderungen für eine erneute Durchführung im Murg-Auen-Park eingegangen zu sein.

Dem widersprach Anders Stokholm, obwohl er die Gespräche als konstruktiv bezeichnete. «Der Stadtrat will nichts verunmöglichen», sagte er. Im Gegenteil begrüsse er sogar gut organisierte Anlässe wie das «Out in the Green Garden», und der Stadtrat biete Hand zu Lösungen. In der ursprünglichen Botschaft des 2015 eröffneten Naherholungsgebiets stehe jedoch, dass es für kleinere Veranstaltungen zur Verfügung stehe. Aufgrund der Bodenbelastung mit über 3000 Besuchern im vergangenen August sei aber die Kapazitätsgrenze für den Park erreicht worden, so dass neue Leitlinien gesetzt werden mussten. «Mit dem Lärm, besser gesagt mit der Musik, hat das überhaupt nichts zu tun», ergänzte Stokholm.

Bei Veranstaltungen generell gehe es stets um eine Abwägung zwischen Anwohnern und deren Ruhebedürfnis sowie dem öffentlichen Interesse für den Anlass, meinte Stokholm. Vom Vorschlag für die städtische Unterstützung beim Auf- oder Abbau hielten die Zuhörer nichts. «Wir wollen etwas Eigenes, nichts Kommerzielles, was wir selber realisieren können», sagte ein Festivalbefürworter. «Sie gewichten die Meinungen von wenigen Anwohnern mehr als diejenigen von über 3000 Besuchern», sagte ein anderer. Stokholm pflichtete ihnen bei, fand aber auch deutliche Worte: «Das Umweltschutzgesetz oder die Lärmschutzverordnung sind unsere Fesseln, an denen wir uns orientieren müssen.» Wichtig sei, dass nicht ein Reglement über alle Kulturanlässe in der ganzen Stadt entscheide. «Wir lassen mit den Leitlinien den Spielraum offen – auch für das ‹Out in the Green Garden›», versicherte Stokholm.

Gehör für Idee mit Hotelaufenthalten fehlt

Nebst Eingeständnissen der «teils unglücklichen» Kommunikation sei auch ein Standortwechsel in die Grosse Allmend zur Diskussion gestanden. «Wir haben uns bei einem Treffen mit dem Waffenplatzchef nicht gefunden», sagte Johannes Eiholzer. Ein Gast brachte den Vorschlag, den Anwohnern während des Festivals einen Hotelaufenthalt ausserhalb der Stadt zu ermöglichen. «Wir haben vor dem Festival über 100 Anwohner zu einer Info eingeladen, erschienen sind vier», sagte Dominik Stillhard. Und eine Beteiligung dafür würde den finanziellen Rahmen des unkommerziellen Festivals sprengen, ergänzte Johannes Eiholzer. Und auch Anders Stokholm sah davon ab, sich für die Idee zu begeistern, dass sich die Stadt beteilige. «Sonst bezahlen wir bald Ferien für alle Frauenfelder», scherzte Stokholm.

Klar ist, das «Out in the Green Garden» soll ab 2018 im ähnlichen Rahmen wie 2016 weitergeführt werden, und möglichst innerhalb der Stadt. «2017 gibt es aber definitiv keines», stellte das OK noch einmal klar. Für eine zukünftige Lösung geben sich aber beide Parteien zuversichtlich.