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FRAUENFELD: Deutscher Zucker – «Swiss made»

Am Sonntag beginnt in der Zuckerfabrik die Verarbeitungskampagne. Vorerst sind Biorüben aus Deutschland an der Reihe, doppelt so viele wie im Vorjahr. Sie helfen, das Werk besser auszulasten.
Stefan Hilzinger
Werkleiter Joachim Pfauntsch nimmt die aus Deutschland angelieferten Zuckerrüben in Augenschein. (Bild: Andrea Stalder)

Werkleiter Joachim Pfauntsch nimmt die aus Deutschland angelieferten Zuckerrüben in Augenschein. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. «Schön sauber sind's, a bisserl grösser könnten's sein.» Joachim Pfauntsch, Werkleiter der Zuckerfabrik Frauenfeld, wirft einen kritischen Blick auf die Rüben, die seit einigen Tagen auf dem Anfuhrplatz vor der Fabrik liegen. Sie kommen mehrheitlich aus Bayern, Pfauntschs Heimat. Wie seit einigen Jahren machen deutsche Biorüben auch heuer den Anfang, wenn am Sonntag, punkt 6 Uhr, die Verarbeitungskampagne 2016 beginnt. «Der Kalkofen ist gezündet», sagt Pfauntsch. Gebrannter Kalk und die beim Brennen entstehende Kohlensäure werden benötigt, um den aus den Rüben gewonnen Saft zu klären.

Pflanzer bauen weniger Rüben an

In den vergangenen Jahren gelangten etwa 20 000 Tonnen Biorüben nach Frauenfeld, heuer sind es 40 000 Tonnen. «Wir konnten die Menge verdoppeln, das hilft uns, das Werk besser auszulasten», sagt Pfauntsch. Leider seien Biorüben aus der Schweiz immer noch Mangelware. Und überhaupt kehren Schweizer Ackerbauern der Kultur teilweise schon den Rücken. Denn Zuckerrüben haben wegen sinkender Preise an Attraktivität verloren. Bis etwa zum 11. Oktober ist aus den Biorüben Zucker entstanden. Zwei Drittel der Produktion gelangt als deutscher Biozucker, hergestellt in der Schweiz, nach Norden. Ein Drittel des Biozuckers verbleibt in der Schweiz und wird separat in einem Silo eingelagert.

Bevor ab Mitte Oktober die Schweizer Rüben an der Reihe sind, verarbeitet die Zuckeri erstmals auch konventionelle Rüben aus Süddeutschland. «Es ist ein Versuch. Wir erwarten die Ernte von etwa 80 Hektaren», sagt Pfauntsch, weitere rund 6000 Tonnen. Der Zucker bleibt als EU-Zucker zur Lieferung an spezielle Kunden in der Schweiz. Auch diese Tonnagen helfen das Werk auszulasten und bringen Wertschöpfung in die Schweiz.

Rübenernte und Zuckerproduktion dürften heuer eher unterdurchschnittlich ausfallen. Der nasse Frühsommer brachte die Kultur in Bedrängnis. Jetzt wären die Bedingungen eigentlich ideal, um vor der Ernte noch etwas aufzuholen, doch zusätzlich haben Schadpilze das Rübenkraut geschädigt. «In der Ostschweiz ist es den Pflanzern aber insgesamt, was die Ernteprognose betrifft, noch etwas besser ergangen als in der Westschweiz», sagt Pfauntsch. Dank der Mehrmengen aus Deutschland erwartet er total 670 000 Tonnen Rüben, etwa gleich viel wie 2015.

Wie sich die Branche entwickelt, ist unsicher. Einerseits ziehe der Weltmarktpreis für Zucker etwas an, andererseits hebe die EU im kommenden Jahr die Zuckermarktordnung auf.

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