FRAUENFELD: Der Pioniergeist fehlt

Die Solargenossenschaft will den Anteil an Solarstrom in den nächsten Jahren verdoppeln. Ein Thema ist auch Wasserstoff.

Hugo Berger
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Referent Christian Schmid und Genossenschaftspräsident Marco Rüegg. (Bild: Hugo Berger)

Referent Christian Schmid und Genossenschaftspräsident Marco Rüegg. (Bild: Hugo Berger)

Ein bisschen enttäuscht zeigte sich der Präsident der Solargesellschaft Frauenfeld, Marco Rüegg, am Freitagabend : Nach der GV hatte die Genossenschaft zu einer Information zum Thema «Erneuerbar – ja klar» eingeladen – man blieb praktisch unter sich.

Die Solarenergie werde immer wichtiger, sagteRüegg. Das Kernkraftwerk Mühleberg stelle in zwei Jahren den Betrieb ein. Dadurch müssten die 2964 Gigawattstunden (5 Prozent des gesamten Strombedarfs) anderweitig produziert werden. In der Schweiz wurden im letzten Jahr 1560 GWh Solarstrom produziert, das deckt den Bedarf von 390000 Haushalten. Der Anteil an Solarstrom betrug im vergangen Jahr 2,5 Prozent (2015 2,1 Prozent.) Die Stadt Frauenfeld liegt mit einem Anteil von 2,8 Prozent leicht über dem Durchschnitt.

Aktuell werden in Frauenfeld 6,5 GWh Solarstrom produziert. Dies entspricht dem Verbrauch von 1435 Einfamilienhäusern, ohne Heizenergie und Warmwasser. Seit 1988 wurden auf dem Stadtgebiet 196 Fotovoltaikanlagen erstellt.

Die die Genossenschaft hat höhere Ziele: Bis 2020 soll der Anteil an Solarstrom auf 5 Prozent steigen; in weiteren 10 Jahren rechnet man mit einer Nutzung der erneuerbaren Energie von 20 Prozent. Erreichen will man dies etwa mit der Unterstützung entsprechender Projekte, mit der Förderung und dem Verkauf von Solarstrom und mit Öffentlichkeitsarbeit. Jedes neue oder sanierte Haus soll ein Plusenergiehaus mit Fotovoltaikanlage werden. Die Vision der Solargenossenschaft: 100 Prozent erneuerbar. «Die Sonnenenergie bleibt uns erhalten, auch wenn man nichts mehr aus dem Boden herausholen kann», erklärte der Referent .Eine Zukunft sieht die Solargenossenschaft auch im Wasserstoff als Antrieb für Autos. Der Verkehr verschlingt rund ein Drittel der Energie. «In diesem Bereich ist Aufklärungsarbeit gefordert. Wir wollen den alten Pioniergeist neu aufleben lassen», sagte Rüegg.

Christian Schmid zeigte Möglichkeiten auf, den am Tag produzierten Solarstrom kostengünstig zu speichern.

Hugo Berger

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch