FRAUENFELD: Der Holzbau im Galgenholz

Der Ersatzneubau des Kompetenzgebäudes im Galgenholz ist fertiggestellt. Das Gebäude dient dem Bevölkerungsschutz des Kantons Thurgau als Ausbildungszentrum. Der Baukredit von 5,2 Millionen Franken konnte eingehalten werden.
Sebastian Keller
Der Raum des kantonalen Führungsstabes. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Der Raum des kantonalen Führungsstabes. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Es blendet fast etwas. Auf jeden Fall sticht die Fichtenholz-Fassade des neuen Kompetenzgebäudes hervor. Nach rund einjähriger Bauzeit wurde es fertiggestellt. Zivilschützer, erkennbar an ihren Uniformen, steigen die Treppe hinunter, biegen links in die Kantine ab. Dort wenden sie sich dem Pausenkaffee zu. «Sie absolvieren ihren zweiwöchigen Grundkurs», sagt Daniel Engeli, stellvertretender Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz und Armee. Sein Amt ist Hausherr hier im Galgenholz.

Fertigstellung Kompetenzgebäude im Ausbildungszentrum Galgenholz. Erol Doguoglu, Kantonsbaumeister und Daniel Engeli, stellvertretender Leiter Amt für Bevölkerungsschutz und Armee führen durch den Rundgang. Mit dabei sind die Regierungsrätinnen Carmen Haag, Chefin Amt für Bau und Umwelt, und Cornelia Komposch, Chefin Amt für Justiz und Sicherheit. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Bild: Thi My Lien Nguyen
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Der Raum des kantonalen Führungsstabes. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Auf einem dieser drei Bildschirme würde im Katastrophenfall zum Beispiel Nachrichtensender laufen. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Von hier aus würde im Katastrophenfall die Verbindung zur Aussenwelt sichergestellt werden. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Daniel Engeli, stv. Leiter Amt für Bevölkerungsschutz und Armee, erklärt den Situationsplan auf dem Galgenholz. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
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Eine Dusche. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Die Toiletten. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Die Männergarderobe. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Die Männergarderobe. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Die Flaggen des Zivilschutzes, der Schweiz und des Thurgaus. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Zivilschützer verbringen ihre Pause in der Kantine. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
In der Kantine können gleichzeitig rund 120 Personen verpflegt werden. Das Essen wird angeliefert. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Zivilschützer absolvieren im Neubau ihren zweiwöchigen Grundkurs. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Zivilschützer absolvieren im Neubau ihren zweiwöchigen Grundkurs. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Der Raum des kantonalen Führungsstabes. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Bild: Thi My Lien Nguyen
Der Eingangsbereich zum Kompetenzgebäude. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Ein Schulungsraum. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
Die Lüftungen wurden bewusst offen geführt. Das ganze Gebäude wurde nach Minergie-P-Standart gebaut. (Bild: Thi My Lien Nguyen)
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Kompetenzgebäude Galgenholz



Das Gebäude besteht aus zwei Ebenen. Im Erdgeschoss findet sich neben der Kantine die Toiletten und die Garderoben – die grösste für Männer, zwei kleinere für Frauen und Personal. Gelb gestrichen sind die Wände der Garderoben. Farben begegnen dem Besucher da und dort. «Wir wollten keine graue Maus, weshalb Farbigkeit auftaucht.» Das sagt Kantonsbaumeister Erol Doguoglu.

Führungsstab arbeitet hier bei einer Katastrophe

Die Treppe bildet den Mittelpunkt des Gebäudes. Durch sie gelangt man nicht nur in den ersten Stock, auch Tageslicht von den Oblichtern gelangt nach unten. Man wähnt sich in einem Innenhof. Im ersten Stock findet sich ein Mehrzweckraum, der Platz für 150 sitzende Personen bietet. Weiter sind drei Klassenzimmer und die Räume des Kantonalen Führungsstabes (KFS) auf dieser Etage zu finden. «Bei einem Schadensereignis würden die Einsätze von hier organisiert und koordiniert», sagt Sicherheitsdirektorin Cornelia Komposch. Der Raum erinnert mit den drei Bildschirmen, jeder so gross wie ein Kinderbett, und den mobilen Stellwänden an eine Kommandozentrale aus einem Katastrophenfilm aus Hollywood. Daniel Engeli erklärt, dass das Gebäude autark sei. «Wir haben ein Notstromaggregat.» Falle der Strom im Kanton aus, könne hier noch weitergearbeitet werden. Ein Stromausfall wäre denn auch Anlass, dass der KFS zusammen käme.


Als grösste Naturgefahr für den Thurgau, so sagt es Regierungspräsidentin und Baudirektor Carmen Haag, sei Hochwasser, ausgehend von der Thur. «Ein nichtregulierter Wildbach, das geht vielfach vergessen.» So sei es Anfang September, als die Stadt Altstätten mit Hochwasser zu kämpfen hatte, zeitweise auch bei der Thur kritisch gewesen.

Das Kompetenzgebäude ist aber nicht nur für Katastrophen gebaut, sondern vor allem für die Vorbereitung auf solche. So finden hier neben der Aus- und Weiterbildung von Zivilschützern die Orientierungstage der Armee statt, auch Polizei und Feuerwehren können die Räume nutzen.

Die Anwesenden loben die Zweckmässigkeit, aber auch die Optik. Erol Doguoglu sagt: «Gute Architektur muss nicht unglaublich spektakulär sein.» Dafür sei das Gebäude ein gelungenes Beispiel. Auch betreffend Kosten gebe es Erfreuliches zu vermelden. «Wir haben praktisch eine Punktlandung geschafft.» Der vom Grossen Rat bewilligte Kredit von 5,2 Millionen Franken wurde nicht überschritten. Carmen Haag streicht das Baumaterial hervor: Schweizer Holz. Der Aufpreis belief sich auf «nur 0,3 Prozent» des gesamten Projektes, also etwa 15'000 Franken.

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