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FRAUENFELD: Der Energiebündler

Villareno De Toffol hat vor Jahren von der gegenständlichen zur abstrakten Malerei gewechselt. Seine künstlerische Absicht bleibt dieselbe: Energie sichtbar zu machen.
Dieter Langhart
Flächen, Formen, Linien: Villareno De Toffol vor seinen Bildern im Keller der Stadtgalerie Baliere. (Bild: Dieter Langhart)

Flächen, Formen, Linien: Villareno De Toffol vor seinen Bildern im Keller der Stadtgalerie Baliere. (Bild: Dieter Langhart)

Dieter Langhart

dieter.langhart@thurgauerzeitung.ch

Er malt diese Serien seit drei Jahren. Er malt intensiv, zielstrebig, «prozessorientiert», wie er es nennt. Villareno De Toffol hätte die Räume und Nischen der Baliere mehrfach füllen können für die neue Ausstellung, seine zweite in der Stadtgalerie. Drei-, vier-, fünfmal malt er auf jeden der weissen Papierbögen, fügt Ebenen hinzu, bis er zufrieden ist. Nur zwei Formate nutzt er, das hohe Rechteck und ein Fast-Quadrat, und nur zwei Preise gibt es.

Schritt um Schritt setzen sich seine Bilder zusammen, Schicht um Schicht verändern sie sich, dazwischen müssen sie ruhen. «Am Anfang weiss ich nicht, wohin ich gelange», sagt der Künstler, «aber anders ist dies nicht möglich». Darin liege auch ein gewisses Risiko, sagt er.

Eine gemeinsame Sprache verbindet die Bilder

Villareno De Toffol ist Jahrgang 1958, sein Vater war Südtiroler, seine Mutter stammte aus Parma, aufgewachsen ist er in Frauenfeld. Zweisprachig, ganz fein hört man es noch heraus. Lange Zeit hat er gegenständlich gemalt, vor einigen Jahren hat er davon Abstand genommen, suchte nach etwas Neuem. Doch geblieben ist De Toffols Malerei etwas, das er als Energiefelder umschreibt. «Ich will Energie in eine Form fassen, die für alle lesbar ist.» Es ist nicht zuletzt seine eigene Energie, die ihn durchdringt und antreibt.

De Toffols Bildzyklen unterscheiden sich nur sanft, er hat sie auf die drei Stockwerke verteilt. Jedes Bild ist anders, und doch hält eine konsequente Bildsprache sie zusammen. Die erste Ebene kann aus dünnen Linien bestehen, später kommen Flächen hinzu, dann vielleicht neue zarte Linien. Alles alla prima gemalt: spontan, ohne Korrektur.

Landschaften wie Träume, sinnlich zu erfahren

Seine Bilder sind ebenso farbig wie luftig; viel Weiss scheint hindurch. «Das Bild muss schwingen», sagt der Künstler, «aber es muss zugleich ruhig bleiben.» Mehr nicht, statisch darf es nicht sein, dann entstände Langeweile. Aus disharmonischen Elementen soll Harmonie entstehen – eine schwingende Harmonie aus Flächen, Formen, Farben, die sich zu traumartigen Landschaften verbinden. Das Sinnliche ist De Toffol wichtig; seine Bilder sollen den Betrachter direkt ansprechen. Aber er soll sie nicht mit dem Kopf zu verstehen suchen, soll nicht nach Erkennbarem Ausschau halten.

Seit 33 Jahren malt Villareno De Toffol. Er glaubt nicht an Inspiration, nur an die Disziplin. Da ist er ebenso unerbittlich wie zielstrebig. Zudem: Zu viel Anerkennung verhindere, dass man Risiken eingehe, «und dann bleibe ich im Bestehenden hängen». Daher will der Künstler immer wieder etwas Kleines verändern, bis irgendwann etwas Neues, Unverhofftes entsteht. Radikaler: «Wenn man nichts zerstört, kann man nicht gewinnen.» Unter allen Flächen, Formen, Farben müsse ein Werteideal stecken. «Es bestimmt, was du machst.»

Hinweis

Vernissage: Do, 15.3., 19 Uhr,

Stadtgalerie Baliere; bis 1.4.

Do 17–20, Sa/So 14–18 Uhr

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