FRAUENFELD: Das Kinderglück steckt im Sack

Wenn 50 Attraktionen rund ums Thema Spiel nicht dazu angetan sind, gross und klein ein Dauerlächeln ins Gesicht zu zaubern, was dann? Das Kinderfest liess auf jeden Fall die Herzen aller Frohnaturen höher schlagen.

Christof Lampart
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Mit und ohne elterliche Hilfe: Kinder versuchen sich in der Frauenfelder Altstadt im Böötli-Fischen. (Bild: Christof Lampart)

Mit und ohne elterliche Hilfe: Kinder versuchen sich in der Frauenfelder Altstadt im Böötli-Fischen. (Bild: Christof Lampart)

FRAUENFELD. «Wottsch au emol probiere?» Die kleine Céline streckt dem Mann vertrauensvoll die Kette entgegen, an der sie soeben gelutscht hatte. «Sind das Hundeguezli?», fragt er irritiert zurück. «Nei, da isch wie Cornflakes», erklärt das Mädchen im Vorschulalter und bricht eine der bunten Cerealien von der Schnur, die es sich um den Hals gelegt hat.

Diese Kette hatte der Dreikäsehoch zuvor an einem der vielen Stände aufgefädelt, welcher zur spielerischen Kurzweil, dem Erproben der eigenen motorischen Geschicklichkeit und mitunter auch der elterlichen Geduld – es ist schliesslich spätsommerlich heiss, und die umherstehenden Sonnenschirme sind bestens belegt – einluden.

Ein attraktiver Begegnungsort

Schlechte Laune kommt beim bunten und geselligen Treiben in der Frauenfelder Altstadt an diesem Tag jedoch mitnichten auf. Einfach deshalb, weil das am Kinderfest Frauenfeld dargebotene Programm zu umfang- und abwechslungsreich ist. Bei sage und schreibe 50 Bastel- und Spielständen gibt es praktisch nirgends lange Warteschlangen, so dass alle, die etwas machen wollen, auch etwas machen können. Und so kommt auch der zehnjährige David Halmi schnell zum begehrten Stempel, dem ihn Helferin Linje Begzati auf die Karte drückt, während sie einer anderen vorbeieilenden Familie schnell ein «Hoi mitenand!» zuruft. Man kennt sich hier. Und wer sich noch nicht kennt, findet hier zwischen sich tummelnden Kindern, lauschigen Strassenbeizen und kühlen Brunnen eine gute Gelegenheit, um Verpasstes nachzuholen.

Für Bedürftige aus der Region

Nicht nur Gummibärchen und Parcourstempel, sondern gleich «Kinderglück im Sack» verspricht der Stand der Jungen Wirtschaftskammer Frauenfeld den Passanten. Denn die in Edelweisshemden gekleideten Unternehmerinnen und Unternehmer verkaufen festkochende Kartoffeln für einen guten Zweck. «Wir wollen mit dieser Aktion Kinder aus der Region unterstützen, deren Familien aus finanziellen Gründen oft zurückstecken müssen», erklärt Präsident Thomas Montanus. 20 Franken kostet ein Fünf-Kilo-Sack der in der Region Frauenfeld gezogenen tollen Knolle. Und dazu gibt es nicht nur ein Rezeptbuch, sondern auch noch das schöne Gefühl, eine gute Tat getan, bedürftigen Kindern ein Lachen geschenkt zu haben.

Deutlich mehr Besucher auch im Naturmuseum

Derweil die Kinder um den Traktor und auf den Heuballen herumtollen, wird im Brunnen nebenan geangelt, was das Zeugs hält. Wer hier keinen Platz mehr findet, den treibt es zur Mittagszeit schon einmal ins Innere. Zum Beispiel ins Naturmuseum. Denn auch hier kann man Dinge finden und auf einem Blatt zuordnen. «In einem Kinderfestjahr haben wir am gleichen Tag 300 Besucher mehr als in einem normalen Jahr», konstatiert «Auskunftsfee» Urs Leuzinger zufrieden. Ziemlich glücklich, aber auch ein wenig geschafft wirkt Cevi-Leiter Matthias Felix, welcher darauf achtet, dass alle Kinder unfallfrei den Baum hoch und wieder runter klettern. «Wir haben um 8 Uhr damit angefangen, den Turm aufzustellen; das merke ich jetzt schon ein bisschen», lacht Felix, derweil die Kinder vor dem Baum schon wieder geduldig Schlange stehen.