FRAUENFELD: Das Auge hört mit

Die Stadtmusik zeigt sich in neuem Gewande. Sie feiert mit einem Musikwettbewerb ihre Uniform. – Diese wird bei der ersten Probe als chic, bequem und einfach befunden.

Hugo Berger
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Die Stadtmusik bei ihrer Einweihung der neuen Uniform. (Bild: Hugo Berger)

Die Stadtmusik bei ihrer Einweihung der neuen Uniform. (Bild: Hugo Berger)

FRAUENFELD. Moderator Nathan Walter begrüsste die Besucher im Casino mit «Dear Musikuniformfans» und erntete dafür Lacher. Der Höhepunkt des Abends liess nicht lange auf sich warten, spielte doch die Stadtmusik Frauenfeld das ganze Programm in der neuen Uniform. Ein bisschen auf die Folter gespannt wurden die Besucher dennoch: Einen Moment lang ist es auf der Bühne dunkel, Nebel kriecht am Boden – dann geht das Licht an, und mit tosendem Applaus wird das neu uniformierte Musikkorps begrüsst. Es ist kein buntes Bild, das sich den Zuschauern bietet. In der dunklen Uniform heben sich die Musikanten nur schwach vom Hintergrund der Bühne ab. Besser zur Geltung kommt die schlichte, aber elegante Uniform später im hellen Licht im Foyer. Eine Besonderheit ist: Die Damen tragen anstatt der roten Krawatte eine schmucke Halskette. Die Farben der Uniform decken sich mit jenen der Vereinsfahne.

Die Zeit sei reif für eine neue Uniform, sagte Präsident Jürg Roost. «Zwei Jahrzehnte mit der gleichen Kleidung sind genug.» Nach nur einem Jahr sei der Entwurf an der letzten Jahresversammlung gutgeheissen worden. «Wir wollten keine Uniform mit Firlefanz», betonte Roost.

Kleider machen Leute und Musikvereine

Viel Lob gab es für die neue Kleidung von Stadtpräsident Anders Stokholm. Musik werde auch mit dem Auge wahrgenommen. «Die neue Konzertkleidung bringt eure grandiose Musik noch besser zur Geltung, wie wir eben gehört haben.» Wo es sonst heisse: Kleider machen Leute, gelte jetzt: Kleider machen Musik. Die Uniform sei nicht zuletzt auch eine Visitenkarte der Stadtmusik Frauenfeld. Sie unterstreiche die Zusammengehörigkeit des Musikkorps, sie betone aber gleichzeitig die Individualität, denn jedes Gesicht sei anders.

Ruth Gubler, Präsidentin des Thurgauer Musikverbands, bezeichnete die neue Uniform als «chic, bequem und einfach». Sie präge das Erscheinungsbild der Stadtmusik Frauenfeld in der Zukunft. Und sie betone die Einheit, denn in einem Verein gebe es keine Einzelgänger, nur gemeinsam sei man stark. Ein Verein brauche aber auch Passivmitglieder, Ehrenmitglieder und manchmal den Thurgauer Musikverband. Bei all dem Lob blieb die alte Uniform nicht ganz vergessen. Getragen wurde sie allerdings nur noch von einer Kleiderbüste. Doch in Erinnerung der Musikanten nimmt sie wohl noch einen Platz ein, hat sie diese doch an unzähligen Konzerten begleitet. So erinnert sich Daniel Gmür: «Diese Uniform hat die Stadtmusik in einer Phase begleitet, in welcher wir uns langsam, aber stetig weiterentwickelt haben.» Inzwischen hat ein Generationenwechsel stattgefunden. Von den Musikanten, die im September 1998 bei der Einweihung in der Festhalle Rügerholz dabei waren, sind heute noch neun Musikanten aktiv im Verein.