«Frauenfeld darf städtischer sein»

Frauenfeld bewirbt sich für einen nationalen Innovationspark. Für Stadtentwickler und Standortförderer Heinz Egli brächte der Park im Murgbogen Arbeitsplätze und wäre gut fürs Image. Zudem passe er zum Projekt Bahnhof Plus.

Markus Zahnd
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Herr Egli, Frauenfeld bewirbt sich zusammen mit dem Kanton Thurgau für einen Innovationspark. Was würde das der Stadt bringen?

Heinz Egli: Der Park brächte in erster Linie Arbeitsplätze. Und dies im Forschungsbereich, das wäre interessant. Ausserdem würde der Park den Bekanntheitsgrad Frauenfelds steigern.

Die Rede ist von einem Kompetenzzentrum auf dem Unteren Mätteli. Das würde das Stadtbild enorm verändern. Passt das überhaupt?

Egli: Das Kompetenzzentrum wäre mit unserer Strategie im Entwicklungsprojekt Bahnhof Plus abgestimmt. Daher würde das gut passen. Denn für uns ist klar: Im Zentrum müssen wir auch in die Höhe bauen, das Untere Mätteli wäre in dieser Hinsicht ein erster Schritt dazu.

Dafür fallen Parkplätze weg.

Egli: Nach unseren Vorstellungen bleibt das Obere Mätteli als Parkplatz, eventuell sogar als Tiefgarage. Ausserdem wäre ein Parkhaus auf der jetzigen «Kiss + Ride»-Anlage denkbar.

Parkplätze hat es also genug. Aber ist die Stadt auch sonst gewappnet? Mehr Menschen, das bedeutet zum Beispiel noch mehr Verkehr.

Egli: Das betroffene Gebiet ist Teil der Entwicklung Langdorf, also eines der vier Schlüsselprojekte. Da haben wir die Siedlungs- und Erschliessungsproblematik angeschaut. Der Innovationspark käme nicht auf einmal, sondern in Schritten. Das heisst, dass auch die Verkehrssituation stets angepasst werden müsste. Und klar ist: Wir berücksichtigen alle Verkehrsteilnehmer. Denkbar wäre die Anschliessung über die Waffenplatzstrasse, ausserdem ist eine S-Bahn-Haltestelle in Planung.

Der Innovationspark soll in die alten Armeehallen. Gleich nebenan sind die alten Sia-Gebäude. Was passiert dort?

Egli: Wir sind mit der Firma in Kontakt, Besitzerin Bosch hat schon eine Zentralisierung in Aussicht gestellt. Jene Areale sind durchaus interessant. Allerdings nicht nur als Teil des Innovationsparks. Jenes Gebiet hat allgemein grosses Potenzial, als Gewerbe-, Dienstleistungs- oder auch Wohngebiet.

Zurück zum Innovationspark. Wie sieht der Zeithorizont aus?

Egli: Der früheste Zeitpunkt für den Start wäre 2016. Es hängt aber von verschiedenen Faktoren ab, unter anderem vom Militär. Da läuft jetzt der Wettbewerb für die Erweiterung der Kaserne Auenfeld. Wenn dort fertig gebaut ist, braucht das Militär die Zeughausgebäude nicht mehr.

Wie könnten diese Gebäude im Bereich Zeughausstrasse/Allmendweg genutzt werden, sollte der Innovationspark nicht nach Frauenfeld kommen?

Egli: Die einen Gebäude stehen unter Denkmalschutz, andere könnten abgebrochen werden. Wie gesagt, es ist ein interessantes Gebiet fürs Gewerbe. Und aus Sicht der Stadtentwicklung ist es ein äusserst wichtiges Gebiet.

Stadtentwicklung ist ein grosses Thema. Es gibt vier Schlüsselprojekte im Rahmen von «Frauenfeld 2030», den Innovationspark und die Herausforderungen im Verkehr. Sind das nicht zu viele Baustellen?

Egli: Die Projekte laufen auf verschiedenen Ebenen und Realisierungsgraden. Der Innovationspark kann als Teilprojekt gesehen werden. Wichtig ist einfach, dass alles aufeinander abgestimmt ist. Und daher bin ich der Meinung, dass es sicher einige Projekte gibt, diese aber gut zueinander passen.

In welche Richtung soll sich Frauenfeld denn entwickeln?

Egli: Frauenfeld darf noch städtischer werden. Die Wohnqualität ist hoch. Aber es täte auch gut, wenn mit Forschung oder Ausbildung noch weitere Pfeiler hinzu kämen. Der Innovationspark würde wohl auch jüngere Menschen nach Frauenfeld locken.

Heinz Egli Amtsleiter Stadtentwicklung und Standortförderung (Bild: Reto Martin)

Heinz Egli Amtsleiter Stadtentwicklung und Standortförderung (Bild: Reto Martin)

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