FRAUENFELD: Damit man weiter Anschluss hält

Die Anpassungen im Stadtbus-Fahrplan auf kommenden Dezember sind notwendig. Dieser Meinung war am Mittwochabend der Gemeinderat. Einzig gegen den Ausbau des Morgenangebots gab es Opposition.

Mathias Frei
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Ein Stadtbus-Rendez-vous am Bahnhof. (Bild: Reto Martin)

Ein Stadtbus-Rendez-vous am Bahnhof. (Bild: Reto Martin)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Was in Zürich passiert, hat für einmal auch Auswirkungen auf die Thurgauer Kantonshauptstadt. Zum Fahrplanwechsel kommenden Dezember wird die Durchmesserlinie in Zürich komplett in Betrieb genommen. Deshalb fahren die Züge ab Frauenfeld Richtung Zürich später ab. Und umgekehrt kommen sie früher in Frauenfeld an. Mit einem Massnahmenpaket hat der Stadtrat darauf reagiert. Dieses stiess am Mittwochabend im Gemeinderat auf viel Wohlwollen und Verständnis. Der zuständige Stadtrat Urs Müller sprach von einer «wohl austarierten Entwicklung des Stadtbus-Angebots». Einstimmig kam der Bruttokredit für jährliche Mehrausgaben von 143000 Franken denn auch durch.

Durch die neuen Ankunfts- und Abfahrtszeiten der Züge verschieben sich damit ab Dezember die Umsteige-Rendezvous’ der Stadtbusse. Werktags wird es auf der Linie 3 mehr Kurse in den Nebenverkehrszeiten geben. Zudem gilt auf den Linien 1, 2 und 3 samstags von 6 bis 18.30 Uhr neu der Viertelstundentakt. Einen Ausbau gibt es zudem beim Abend- und Sonntagangebot der Linie 31. Damit die Anpassungen finanziell nicht überborden, fahren abends die Rundkurse früher.

Attraktiver ÖV wichtig für Mobilitätskonzept 2030

«Damit keine Taktlücke entsteht», begründete Irina Meyer (GLP) die Massnahmen namens der Geeschäftsprüfungskommission Bau, Werke, Anlagen. Für Barbara Dätwyler (SP) ist die Angebotsanpassung im Sinne eines «reibungslosen Service public und zur Stärkung des ÖV» unbestritten. «Nur wenn die Anschlüsse an die Schnellzüge gewährleistet sind, werden sie auch rege genutzt.» Sie sprach von einem «ersten Schritt zur Entlastung der Innenstadt». Derselben Meinung war Sandra Kern (CH). Ein effizientes ÖV-System fördere die Lösung der Frauenfelder Verkehrsprobleme, stellte sie fest. Um die Ziele des Mobilitätskonzepts 2030 umsetzen zu können, sei es wichtig, dass der ÖV weiterhin attraktiv bleibe, sagte Michael Lerch (FDP). Die notwendigen Anpassungen seien zwar nicht ganz freiwillig, aber der Stadtrat habe das Beste aus der Situation gemacht.

Die Mehrkosten seien zwar unschön, aber begründet unausweichlich, sagte Michael Hodel (EVP). Ein weiteres Mal biete man deshalb Hand zur ÖV-Förderung. Gleichzeitig hoffte er auf «ein Minimum an Verständnis für eine Lösung für den motorisierten Individualverkehr. Auch Andres Storrer (SVP) hielt fest, dass der neue Stadtbus-Fahrplan notwendig sei, «um den heutigen Standard weiterhin gewährleisten zu können».

Nicht gut kam bei der Fraktion SVP/EDU der zweite Antrag an, ein Bruttokredit über 42000 Franken für den Ausbau des Stadtbus-Morgenangebots. Das heisst: Anschluss der Hauptlinienäste an den ersten Schnellzug am Morgen (ab Dezember: 5.48 Uhr ab Frauenfeld) nach Zürich. Storrer kritisierte, dass es weiterhin Quartiere ohne Stadtbus-Anbindung gebe. Gleichzeitig würden «im Zentrum laufend weniger Parkplätze» zur Verfügung stehen. Alle anderen Fraktionen sprachen sich aber für diesen Ausbau aus. So war die SVP/EDU-Fraktion gegen 26 Ja-Stimmen im Hintertreffen.