FRAUENFELD: Damit der Notarzt arbeitslos bleibt

Ob im Freibad, an der Murg oder der Thur: Bei sommerlichen Temperaturen lockt ein Sprung ins Wasser. Sicherheit steht dabei an erster Stelle, und Baderegeln sollen schlimmere Unfälle vermeiden.

Samuel Koch
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Der 9-jährige Mattia purzelt vom Rand des Bassins ins tiefe Wasser. (Bilder: Thi My Lien Nguyen)

Der 9-jährige Mattia purzelt vom Rand des Bassins ins tiefe Wasser. (Bilder: Thi My Lien Nguyen)

Samuel Koch

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@thurgauerzeitung.ch

Es geht blitzschnell. Ein älterer Herr sucht im Freibad nach Abkühlung. Annetzen und vorgängig duschen – von wegen. An die Einstiegsleiter, zwei Schritte und schwups ins kühle Nass. Fahrlässig, wenn es nach Stadtrat Ruedi Huber und Fabrizio Hugentobler, Amtsleiter Freizeitanlagen und Sport, geht. Gestern informierten sie im Rahmen der ersten Sommermedienkonferenz des Stadtrates über Sicherheit rund ums Baden. «Wir möchten aufklären, bevor etwas Schlimmeres passiert», meint Ruedi Huber. Es sei in der Verantwortung einer Nicht-Badestadt wie Frauenfeld, die Bevölkerung proaktiv zu informieren. Wobei: Nebst dem Hallen-, Frei- und Sprudelbad lockten Murg, Thur oder Baggerweiher viele Wasserratten an, was Frauenfeld fast schon wieder zur Badestadt machen würde, wie Huber meint.

Alleine das Hallen-, Frei- und Sprudelbad besuchen jährlich knapp 300000 Badegäste. Mit dem Eintrittsbillett geht die Stadt einen Vertrag mit dem Besucher für Aufsichtspflichten ein. Drei Bademeister kümmern sich dann auch um das Wohl der Badegäste. «Das entbindet aber Eltern nicht, weiterhin auf ihre Kinder aufzupassen», warnt Fabrizio Hugentobler. Schweizweit komme es jährlich zu rund 50 Badeunfällen mit tödlichen Folgen. Jeder Fall sei immer noch einer zu viel, weshalb sowohl in der Badi als auch an Naturbadeplätzen Regeln im Fokus stünden. Die wichtigste sei, nicht überhitzt ins Wasser zu springen. Vielmehr müsse der Körper vorgängig mit einer Dusche oder Annetzen abgekühlt werden. «Zudem hilft das der Hygiene», meint Hugentobler.

Hierzulande sei Schwimmunterricht in der Schule seit einiger Zeit Pflichtstoff. Sollte jemand wegen seiner Herkunft zu wenig schwimmen können, biete etwa der Schwimmclub Abhilfe. Eine trügerische Sicherheit vermitteln ausserdem Schwimm­hilfen. «Gerade bei Kleinkindern können in seichtem Wasser wenige Sekunden unter Wasser gefährlich werden», sagt Hugentobler. Generell gilt, einen «gesunden Respekt» zu haben sowie seine Fähigkeiten richtig einzuschätzen. So lässt sich ein Einsatz des Notarztes vermeiden.