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FRAUENFELD: Bürgerliche sind gegen ein Baujagdverbot

Gegen das von Tierschützer Reinhold Zepf geforderte Verbot der Baujagd regt sich Widerstand. In der Vernehmlassung der Revision des Jagdgesetzes fordern SVP, FDP und CVP, darauf zu verzichten. Die Jagd mit Hunden gegen Füchse sei im Seuchenfall unverzichtbar.
Silvan Meile
Ein Jäger auf der Pirsch. (Bild: Urs Jaudas)

Ein Jäger auf der Pirsch. (Bild: Urs Jaudas)

FRAUENFELD. Tierschützer Reinhold Zepf gehen die Widersacher nicht aus. Derzeit stellen sich die bürgerlichen Regierungsparteien SVP, CVP und FDP gegen den Präsidenten des Thurgauer Tierschutzverbandes. In ihren Stellungnahmen zur Revision des kantonalen Jagdgesetzes sprechen sich die Parteien unabhängig voneinander klar gegen ein Baujagdverbot aus. Seit Jahren fordert Zepf, dass der Thurgau als erster Kanton die Baujagd – bei der Füchse und Dachse von Jagdhunden aus ihrem Bau und vor die Flinte der Jäger getrieben werden – verbieten soll. Zu blutig und zu qualvoll könne diese Jagdmethode für beide Tiere enden.

Bürgerliche lehnen Verbot ab

Im Frühling konnte Zepf in seinem Kampf für ein kantonales Verbot der Baujagd noch einen Teilerfolg verbuchen. Die jahrelang vorgetragene Forderung wurde erhört. Der Thurgauer Regierungsrat schickte den Entwurf des revidierten Jagdgesetzes mit folgendem Artikel in die Vernehmlassung: «Die Baujagd ist grundsätzlich verboten.» Doch die Stellungnahmen der Parteien zur Gesetzesrevision zeigen, dass weder die SVP, noch die CVP oder die FDP dies so stehen lassen will.

Die deutlichsten Worte findet die CVP: «Es ist nicht einzusehen, weshalb der Thurgau auf Druck des Thurgauischen Tierschutzverbandes und insbesondere dessen Exponenten und erklärten Jagdabschaffers Reinhold Zepf ein Baujagdverbot erlassen will, wenn doch der Schweizerische Tierschutzverband als Mutterverein hinter der eidgenössischen Lösung steht», heisst es in ihrer Stellungnahme.

Die SVP merkt an, dass die auf Bundesebene verschärften Bedingungen für die Baujagd, welche im Thurgau notabene praktisch nicht mehr ausgeübt werde, genügen würden. Es brauche keine weiteren Einschränkungen. Diese Meinung vertritt auch die FDP und ergänzt: «Das Verbot einer Jagdmethode, die nach Bundesrecht zulässig ist, bedürfte einer stichhaltigen Begründung. Eine solche fehlt.» Namentlich bei Tierseuchen sei sie eine unverzichtbare Jagdmethode. Werde sie verboten, ginge das nötige Wissen rasch verloren.

Von den regierenden Parteien bekommt Zepf nur von der SP Unterstützung. Sie hält in ihrer Stellungnahme das Baujagdverbot für gerechtfertigt und zeitgemäss. Falls das Verbot in der Gesetzesrevision aber Schiffbruch erleidet, dürfte Zepf wohl seine seit Jahren formulierte Drohung wahr machen und eine Volksinitiative lancieren.

Kein jagendes Staatspersonal

Die Parteien fordern ausserdem die Streichung eines Artikels, welcher für Mitarbeiter der kantonalen Fachstelle für Jagd eine besondere Kompetenz vorsieht. Demnach sollten sie ohne Zustimmung der Pächter oder der Jagdaufseher geschützte Tiere, die krank oder verletzt sind, erlegen können. «Der Thurgau braucht kein jagendes Staatspersonal», schreibt die CVP. Auch die FDP und die SVP sehen im entsprechenden Gesetzesartikel einen unnötigen Eingriff in das bewährte System, bei dem die Jagdgesellschaften sämtliche Rechte und Pflichten tragen.

Generell wird die Neuerung befürwortet, dass bei Verkehrsunfällen mit Wild vom Verursacher eine Entschädigung an die Jagdaufseher bezahlt werden muss. Die SP weist aber darauf hin, dass solche Kosten unbedingt von den Haftpflichtversicherungen übernommen werden müssen, da sonst Gefahr bestehe, dass Unfälle nicht mehr gemeldet werden. Die SVP hat ähnliche Bedenken gegen diesen Artikel. Die Verursacher von Unfällen mit Wild würde wohl nie eine Schuld treffen.

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