FRAUENFELD: Böse Blumenbuben

Vandalen haben wieder gewütet. Ein Blumenturm ist zerstört. Der Inhalt mehrerer Blumenkisten liegt in der Murg. Für die Stadtgärtnerei beträgt der Schaden schnell mehrere hundert Franken. Und wenn der Pflanzennachschub fehlt, bleiben die Kistchen leer.

Mathias Frei
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Andreas Weber von der Stadtgärtnerei am Tatort auf der Murgbrücke: Das erste Kistchen ist intakt, die anderen sind leer. (Bild: Mathias Frei)

Andreas Weber von der Stadtgärtnerei am Tatort auf der Murgbrücke: Das erste Kistchen ist intakt, die anderen sind leer. (Bild: Mathias Frei)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

«Ein Armutszeugnis.» Wenn Andreas Weber an all die zerstörten Petunien, Verbenen und Prachtkerzen denkt, kommt ihm dieses Wort in den Sinn. Weber ist stellvertretender Abteilungsleiter Friedhof und Stadtgärtnerei. Zusammen mit zwei Mitarbeitern zeichnet er für die öffentlichen Bepflanzungen auf Stadtgebiet verantwortlich. Jedes Jahr setzt die Stadtgärtnerei rund 20000 Pflanzen.

Am Montagmorgen Zerstörung bemerkt

In letzter Zeit ist es vermehrt zu Blumenvandalismus gekommen, wie Weber feststellen musste. Erst kürzlich wurde wieder gewütet. «Wir waren am Montagmorgen unterwegs, um die Bepflanzungen zu giessen.» Auf der Murgbrücke fand Weber mehrere leere Blumenkistchen vor. Die Kistchen sind am Brückengeländer fest installiert, nachdem in der Vergangenheit schon ganze Kistchen mitsamt Inhalt in der Murg gelandet waren. Diesmal lag «nur» die Blumenbepflanzung in der Murg und auf einem Fussweg am Südufer. Knapp ­ 40 Pflanzen Verlust waren zu ­verzeichnen. Schaden: etwa ­ 360 Franken. Zwei Wochen zuvor wurde ein kompletter Blumenturm beim Schlossberg ausgeräumt. Die ausgerissenen Blumen waren rundherum verteilt. 200 Pflanzen waren betroffen. Wenn der Frevelakt am Vorabend stattgefunden hat, könnten die herausgerissenen Pflanzen unter Umständen wieder eingesetzt werden. Doch wenn die Pflanzen bei Sommerhitze einen Tag lang auf der Strasse liegen, kommt am Montagmorgen jede Hilfe zu spät.

Wie Weber sagt, beträgt die Schadensumme durch Blumenvandalismus jährlich zwischen 1500 und 2000 Franken. Tendenz steigend. Am meisten Schäden stellt er am Montagmorgen fest und vor allem in der Innenstadt. Da spiele wohl jugendlicher Leichtsinn mit, vermutet er. Party- und Bargänger hätten wohl zu viel intus und würden in diesem Zustand den Blumenflor zerstören. «Würde ich solche Typen nachts mal antreffen, würde ich ihnen gehörig meine Meinung sagen», sagt Weber. Einerseits sei es ihre Arbeit, die zunichte gemacht worden sei, andererseits der finanzielle Schaden. «Um überall eine doppelte Bepflanzung zu planen, dafür fehlt uns einfach das Budget.» Ein anderes Problem ist, dass im Falle des Murgbrücke-Blumenflors die Saison schon weit fortgeschritten ist. «Zum jetzigen Zeitpunkt können wir keine Ersatzpflanzen ankaufen, weil es sie nirgends mehr gibt», erklärt Weber. In anderen Fällen habe man auch schon andersfarbige Pflanzen nachgesetzt. Hier lohne sich das aber nicht mehr, weil im Laufe des Septembers der Herbstflor gepflanzt werde. So bleiben die Kistchen nun einige Wochen leer.

Eine andere Kuriosität sind Blumensetzling-Diebe. Vor allem bei Kreiselbepflanzungen ist Weber schon aufgefallen, dass ein, zwei Tage nach einer Pflanzaktion jeweils einzelne Setzlingen fehlten. Wobei es hier dem normalen Auge nicht auffalle, weil man solche Flächen jeweils ­relativ dicht bepflanze.