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FRAUENFELD: Blech, Glas und etwas Karton

Der öffentliche Entsorgungshof an der Gaswerkstrasse wird definitiv geschlossen. Der Gemeinderat hat gestern die stadträtlichen Anträge dazu genehmigt. Damit kann nur noch im Regionalen Aufnahmezentrum im Juch gross entsorgt werden.
Samuel Koch
Noch kann die Bevölkerung an der Gaswerkstrasse sämtlichen Abfall entsorgen. (Bild: Andrea Stalder)

Noch kann die Bevölkerung an der Gaswerkstrasse sämtlichen Abfall entsorgen. (Bild: Andrea Stalder)

FRAUENFELD. Zweimal einstimmig Ja hiess es am Schluss. Das Frauenfelder Parlament stimmte an der gestrigen Gemeinderatssitzung den zwei Anträgen in der Botschaft mit dem Titel «Jährlicher Betriebsbeitrag von 80 000 Franken für die Integration der öffentlichen Sammelstelle Gaswerkstrasse in das Regionale Annahmezentrum (RAZ) Frauenfeld» vollumfänglich zu. Gemeinderat Stefan Geiges (CVP) trat als VR-Präsident der Tricycling Mittelthurgau AG, der Betreiberin des RAZ an der Juchstrasse, für das Geschäft in den Ausstand.

Die übrigen 36 Gemeinderäte hiessen die Anträge gut, womit der öffentliche Entsorgungshof an der Gaswerkstrasse definitiv verschwinden wird.

Veloanhänger voller Karton gilt als «Kleinmenge»

Dass eine kleinere Sammelstelle für Glas, Blech, Batterien und Kleider südlich des Bahnhofs definitiv erhalten bleibt, ist bekannt (unsere Zeitung berichtete). Altmetall, ausgediente Elektrogeräte oder Kaffeekapseln hingegen wird nur noch das RAZ im Juch entgegennehmen. Zu reden gab die Formulierung, dass «Kleinmengen von Karton» weiterhin an der Gaswerkstrasse entsorgt werden könnten. Pascal Frey, Fraktionspräsident SP/Gewerkschaften/Juso, machte sich stark, dass nicht nur dort, sondern auch an allen anderen Quartiersammelstellen «haushaltsübliche Mengen» Karton abgegeben werden können, die auch in Veloanhängern Platz haben. Stadtrat Urs Müller willigte ein, präzisierte aber: «Wir wollen keinen Autokorso, es wird keine Kartonpresse mehr geben und auch kein Personal, das den Karton entgegennimmt.» Der Stadtrat sei aber offen für den Versuch, und sollte sich die Lösung mit einer Sammelstelle für Kleinmengen von Karton bewähren, schliesst er eine Ausdehnung auf andere Sammelstellen nicht aus.

Über die Vorteile der Entsorgungshof-Schliessung waren sich die Ratsmitglieder grösstenteils einig. «Die Integration ins RAZ ist sicher sinnvoll», lautete der allgemeine Tenor. Dass der jetzige Recyclinghof an seine Kapazitätsgrenzen gelangt ist und es dort auch aufgrund das hohen Verkehrsaufkommens zu langen Wartezeiten kommt, legte bereits der Stadtrat in seiner Botschaft dar. «Die Zeit ist reif für eine Integration ins RAZ», sagte Michael Hodel (EVP). Dafür sei dieses ja ausgebaut worden, das einem «Erlebnis für die ganze Familie» gleichkomme, obwohl auch die periphere Lage im Osten der Stadt aufgegriffen wurde.

Strittiger führten die Gemeinderäte die monetären und personellen Folgen aus. Laut Botschaft würden von den heute 170 000 Franken Betriebskosten der Sammelstelle an der Gaswerkstrasse 90 000 Franken eingespart. Die Differenz überweist sie zukünftig ans RAZ.

Duden als Lernhilfe für den Stadtrat

Tadel für den Stadtrat gab es betreffend Mitarbeiter, der beim Werkhof «in einer anderen Abteilung für zu ersetzendes Personal beschäftigt» werde. «Ersetzen heisst nicht zusätzlich schaffen», sagte Gemeinderat Michael Hodel. Andreas Elliker (SVP) brachte dafür gar einen Bilderbuch-Duden mit. «Ich habe gelernt, dass es nach einem Spielerwechsel im Fussball immer noch genau gleich viele Spieler auf dem Feld hat», sagte er. So habe der Werkhof die Stelle regelkonform zu beantragen.

Stadtrat Müller entschuldigte sich dann auch für die «zu wenig präzise» Formulierung. Bei der Einsparung gehe es aber um die Funktion des Sammelstellenleiters, die beim RAZ nicht mehr benötigt werde. «Mittelfristig wird er aber vom Werkhof beschäftigt, etwa im Unterhalt des Murg-Auen-Parks», sagte Müller. Die Begründung werde folgen, «aber noch nicht fürs Budget 2017».

Wann der Entsorgungshof an der Gaswerkstrasse definitiv die Gittertore schliesst, ist noch offen. Ebenso, was mit dem Standort passiert, der als Filetstück der Stadt gilt. «Parkplätze für Dauermieter ist eine Möglichkeit», sagte Stadtrat Müller, öffentliche Parkplätze aber nicht.

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