FRAUENFELD: Blacky geht auf Weltreise

Die gebürtige Frauenfelderin Christine Hartmann verreiste am Montag auf unbestimmte Zeit. Von Zürich geht es nach Mittel- und Südamerika bis nach Ozeanien. Wohin es sie dann zieht, ist noch offen.

Désirée Wenger
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Christine Hartmann vor ihrem Flug nach Mexiko. Schildkröte Blacky ist ebenfalls startklar und schaut frech aus dem Rucksack. (Bild: PD)

Christine Hartmann vor ihrem Flug nach Mexiko. Schildkröte Blacky ist ebenfalls startklar und schaut frech aus dem Rucksack. (Bild: PD)

Désirée Wenger

desiree.wenger@thurgauerzeitung.ch

«Blacky heisst so, weil sie einen schwarzen Panzer und eine schwarze Augenklappe hat», erklärt Christine Hartmann den Namen ihrer Plüschschildkröte. Diese wird sie auch auf ihrer Weltreise begleiten. «Blacky on tour», heisst deshalb der Reiseblog, auf welchem Hartmann ihre Impressionen in Wort und Bild teilen wird. «Einerseits möchte ich meine Freunde und Familie zu Hause auf dem Laufenden halten, anderseits sind Schreiben und Fotografieren zwei meiner grossen Leidenschaften.» Am liebsten fotografiere sie Landschaften, erzählt die Globetrotterin. Von diesen wird sie einige eindrückliche Exemplare vor die Linse bekommen.

Die in Frauenfeld geborene und im Hinterthurgau aufgewachsene Christine Hartmann wurde auf ihrer Australienreise 2001 vom Reisefieber «infiziert». Seither war es ihr Herzenswunsch, eine längere Reise zu unternehmen. Nachdem sie für neun Jahre in verschiedensten Kommunikationsabteilungen beim Militär arbeitete, zuletzt für die Militärmusik, entschloss sich die 36-Jährige, dass es nun Zeit für einen Tapetenwechsel sei. «Bei meiner letzten Stelle habe ich gemerkt, dass ich eine Ver­änderung brauche. Anstatt wie schon so oft umzuziehen und eine neue Arbeit zu suchen, dachte ich mir, dies wäre der richtige Zeitpunkt für die Reise. Wenn nicht jetzt, wann dann?»

Quer durch Südamerika

Ihre Reise startete am Montag mit einem Flug von Zürich nach Mexico, wo Hartmann zwei Wochen Ferien an der Playa del Carmen verbringen wird. Erst müsse sie sich ein wenig erholen, bevor sie weiterziehe, sagt Christine Hartmann. Danach geht es nach Costa Rica, wo sie in Sámara für vier Wochen eine Sprachschule besuchen und ihr Spanisch verbessern wird. Im Reserva Tortugas de Pacuare wird die Schildkrötenbegeisterte zwei Wochen lang als Volontärin arbeiten, bevor es sie weiter in den Süden des Kontinents zieht.

In Peru wird sie Lima, die Galapagos Inseln, das Colca-Tal, die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu und die Rainbow Mountains erkunden. Über den Titicacasee reist Christine Hartmann nach Bolivien und dann durch den Salar de Uyuni, die grösste Salzpfanne der Welt, nach Chile. Dort wird sie Santiago de Chile sowie Patagonien erkunden. «Die Landschaft von Patagonien fasziniert mich, deshalb bleibe ich dort länger und werde auch für sechs Wochen auf einer Farm arbeiten», sagt Hartmann. Insgesamt ist sie für ein halbes Jahr in Südamerika unterwegs.

Kein Ende in Sicht

Im Januar wird Kassensturz gemacht, sagt Christine Hartmann. Dann werde sie weitersehen, worauf sie Lust hat. «Auf jeden Fall werde ich noch nach Australien reisen. Ich möchte beim Great Barrier Reef tauchen gehen. Schliesslich löste die Australienreise vor 16 Jahren den Wunsch nach der Weltreise aus.» Wie es nach ihrer Reise zurück in der Schweiz weitergehen wird, weiss die Weltenbummlerin ebenfalls noch nicht. «Ich habe meine Wohnung in Berg gekündigt, die meisten meiner Möbel verkauft und bin bis auf Weiteres bei meiner Schwester in Kradolf-Schönenberg angemeldet.» Ob es sie verunsichere, ohne Plan loszuziehen? «Nein, aber es braucht natürlich Mut, so einen Entschluss zu fassen und ich werde meine Freunde und Familie, insbesondere meinen Göttibueb, sehr vermissen.»

Im Moment herrscht aber Hochstimmung. Blacky und Frauchen sind nämlich schon gut in Mexico angekommen. Sie freue sich wahnsinnig auf ihre Weltreise, sagt Christine Hartmann. Weil sie alleine unterwegs ist, könne sie nach Bauchgefühl entscheiden und müsse auf niemanden Rücksicht nehmen. Diese Freiheit werde sie sehr geniessen. «Am Reisen liebe ich am meisten, dass ich fremde Menschen und Kulturen kennen lerne.» Deshalb glaube sie auch nicht, dass sie einsam sein wird. Der einzige Grund, weswegen sie ihre Pläne frühzeitig aufgeben würde, wäre finanziell: «Geht mir das Geld aus, muss ich heim. Dass ich aus anderen Gründen früher zurückkehre, kann ich mir momentan nicht vorstellen.»

www. blacky-on-tour.ch