FRAUENFELD: Bequem sitzen in kraftvollen Flitzern

Zehn Autogaragen präsentierten am Wochenende ihre neusten Modelle. «Das Autospektakel steht im Zeichen der Digitalisierung und alternativen Antriebe», sagte Andreas Bickel von der Bickel Auto AG.

Hugo Berger
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Am Autospektakel: Monika von Euw sitzt in einem Toyota Probe. (Bild: Donato Caspari)

Am Autospektakel: Monika von Euw sitzt in einem Toyota Probe. (Bild: Donato Caspari)

Hugo Berger

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch

Am Bahnhof steigt eine Familie in den Original-London-Doppeldecker ein. Die beiden Buben klettern sogleich die Treppe hoch. «Von da oben kann man auf die Stadt runterschauen», freuen sie sich. Diese präsentiert sich am Samstag grau und trübe. Luftballons und Fahnen künden schon von weitem an, wo der Bus Station machen wird.

«Kein Scheppern, nur ein leises Schmatzen»

Ein kalter Wind weht über den Platz, wo sich Auto an Auto reiht. Ein paar Unerschrockene schreiten die Reihen der Occasionsfahrzeuge und Neuwagen ab, bleiben da und dort stehen, um ein Fahrzeug genauer zu inspizieren. Lange mag aber niemand draussen bleiben.

Gemütlicher ist es in den ­beheizten Ausstellungsräumen. Dort präsentieren sich zumeist die chromblitzenden Fahrzeuge der oberen Preisklasse. Diese werden von den Besuchern genau unter die Lupe genommen. «Hier sitzt man wie zu Hause auf dem Sofa», sagt eine junge Frau zu ihrem Freund. Er klappt den Kofferraumdeckel auf und zu. «Kein Scheppern, nur ein leises Schmatzen», stellt er zufrieden fest. Ein anderer betrachtet gedankenversunken ein silbergraues Cabriolet. Nein, noch reiche es finanziell nicht für ein Auto dieser Preisklasse, aber träumen könne man ja davon, meint er schmunzelnd.

In kleinen Festwirtschaften bei warmen Getränken und Snacks kann sich der Besucher stärken und mit Fachleuten und anderen Gästen ins Gespräch kommen. Thema Nummer eins ist natürlich das Auto. Erörtert werden die Vor- und Nachteile der angebotenen Marken. Und es werden sogar neue Freundschaften geschlossen. «Wir haben soeben ein Ehepaar getroffen, das die gleiche Marke fährt wie wir», sagt Walter Lutz. Halina Nussbaum lässt sich beim Kauf eines Autos nicht von der Technik beeindrucken, sondern entscheidet nach ihrem Bauchgefühl. «Das Auto muss einfach zu mir passen. Ich muss mich hinter dem Lenkrad wohlfühlen.»

Knackige Äpfel von der Apfelkönigin

In einer anderen Fachgarage lockt die Thurgauer Apfelkönigin, Angela Stocker, mit knackigen Äpfeln. «Der Korb ist schwer, aber zum Glück wird er immer leichter, denn die meisten Besucher greifen gerne zu», sagt sie mit einem Lächeln und schlendert weiter.

Nicht ganz so leicht lassen sich die Autos an den Mann oder die Frau bringen, will doch der Kauf gut überlegt sein. Die ­Ausstellung ziele nicht auf den schnellen Kaufvertrag, sondern auf eine langfristige Kundenbindung ab, sagt Kurt Belser, Geschäftsführer der Emil Frey AG. «Die meisten Besucher wollen sich informieren. Wir sind zufrieden, obschon es dieses Jahr weniger Besucher hat als im Vorjahr.»

Zufrieden zeigte sich am Samstag auch Andreas Bickel von der Bickel Auto AG. Alle beteiligten Fachgaragen hätten sich grosse Mühe gemacht. Der Kunde könne an einem Wochenende die verschiedenen Marken miteinander vergleichen. Neuerungen steckten vor allem in der Digitalisierung und in alternativen Antrieben. Auch seien die neusten Modelle trotz höherer Leistung sparsamer im Verbrauch. «Mit dem Autospektakel haben wir vor Jahren Neuland betreten, indem alle Fachgaragen an einem Strick ziehen.»