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FRAUENFELD: Bassposaune trifft Orgel

Die Abendmusiker luden am Montag zum traditionellen Neujahrskonzert. Kirchenmusiker Christoph Lowis kam zu einem Heimspiel in der evangelischen Stadtkirche.
Andreas Taverner
Die beiden Protagonisten: Arwed Peemöller an der Bassposaune und Christoph Lowis an der Orgel. (Bild: ANDREAS TAVERNER)

Die beiden Protagonisten: Arwed Peemöller an der Bassposaune und Christoph Lowis an der Orgel. (Bild: ANDREAS TAVERNER)

«Die sind ja noch am Üben!» In eiligem Schritt verlässt ein älterer Herr die evangelische Stadtkirche Kirche, um zu seiner Gruppe zurückzukehren, die Schaufenster an der Zürcherstrasse studiert. Und tatsächlich: Nach 16 Uhr sind Christoph Lowis an der Orgel und Arwed Peemöller an der Bassposaune noch am Üben für das Konzert unter dem Titel «Hosannah!».

Eine knappe Stunde später haben sich bereits viele Besucher eingefunden. Eine gut gelaunte Zuhörerin meint: «Für mich ist das ein schöner Jahresbeginn.» Und ihr Begleiter sagt zum Besuch des Konzerts: «Für mich ersetzt es einen Gang in die Kirche.» Mithilfe seines Handylichtes versucht ein älterer Herr auf der Empore das verteilte Programm zu entziffern. Die acht Leuchter und der Christbaum im Chor geben ihm zu wenig Licht. Pünktlich, nämlich als der letzte Glockenschlag um fünf Uhr verklingt, eröffnet das Duo Profundo, wie sich die beiden Musiker selbst bezeichnen, das Konzert mit Franz Liszts «Hosannah!».

Augen zu fürs bessere Hörerlebnis

Die Posaune von Peemöller leuchtet neben der Orgel mattgolden, einige Zuhörer schliessen derweil die Augen, um besser hören zu können. Andere wiederum verfolgen Atemzug um Atemzug der beiden Profimusiker. Lowis, der an der Orgel spielt, wird von derselben verdeckt. Nur einige wenige Zuhörer können zusehen, wie wenige Blicke genügen, um sich mit Peemöller zu verständigen.

Das Solo für Orgel von Gabriel Pierné (1863 bis 1937) verlangt dem Organisten vieles ab. 41 Register auf drei Manualen und Pedal verlangen flinke Finger und Füsse. Und alle müssen zur rechten Zeit betätigt werden. Das scheint Lowis nicht zu stören. Er, der die Kirchenmusik der evangelischen Kirchgemeinde verantwortet, ist mit Leib und Seele ins Spiel vertieft. So entlockt er der Orgel moderne, nicht alltägliche Töne. Die Zugabe, eine Serenade von Schubert, klatschen die Zuhörer nach fast einer Stunde Hörgenuss herbei. «Es war super, einmal etwas anderes zu hören», sagt am Schluss ein erfahrener Konzertbesucher. «Manchmal war mir die Orgel etwas zu laut», ist der einzige Kritikpunkt einer Dame.

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