FRAUENFELD: Aussteiger im Weltraum

Die Band Addicthead präsentiert am Samstag ihr Débutalbum. Vor dem Konzert im «Kaff» gibt es eine weitere Premiere – im Cinema Luna wird ein selbstproduzierter Kurzfilm zu einem ihrer Songs gezeigt.

Rahel Haag
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Sänger Rémy Sax im selbstgebauten Raumschiff und im selbstgeschneiderten Raumanzug. (Bild: PD)

Sänger Rémy Sax im selbstgebauten Raumschiff und im selbstgeschneiderten Raumanzug. (Bild: PD)

Rahel Haag

rahel.haag

@thurgauerzeitung.ch

«2-10-4-6-1-2», heisst das Lied der Frauenfelder Band Addicthead. Ein Arbeitstitel, der am Ende doch blieb. «Ein struuber Song mit struubem Titel», sagt Bassist Tobias Rüetschi und lächelt. Am Samstag stehen für die vierköpfige Band (Rémy Sax, Yannick Streit, Mirko Widmer und Tobias Rüetschi) gleich zwei Premieren an. Einerseits präsentiert sie im «Kaff» ihr Débutalbum, andererseits wird vor dem Konzert im Cinema Luna der Kurzfilm zu «2-10-4-6-1-2» gezeigt.

Vor rund einem Jahr sei die Idee, einen Film zu machen, entstanden. Sie hätten dann mit «Pascal Pendl geschnackt», sagt Sänger Rémy Sax. Der Filmemacher sei schon lange ein Freund der Band. «Wir sind alle Fan von alten Science-Fiction-Streifen», sagt Sax. So seien sie sich recht schnell einig geworden. Ihr Anspruch: möglichst viel selbermachen. «Das fanden wir ehrlicher», sagt Rüetschi. Der Kulissenbau habe am meisten Zeit in Anspruch genommen. Entstanden ist unter anderem ein Raumschiff. Dafür hätten sie auf den Entsorgungshöfen haufenweise Elektroschrott gesammelt. «Das hat uns den einen oder anderen seltsamen Blick beschert», sagt Sax. Anschliessend wurde alles mit Leim zusammengeklebt. Am letzten Drehtag sei es auseinandergefallen.

Vom Weihnachtsmarkt vertrieben

Gedreht wurde während eines Monats in einer Fabrikhalle – mit Greenscreen. Doch auch in der Stadt waren sie unterwegs. Unter anderem am Weihnachtsmarkt. «Wir hatten sogar eine Bewilligung», sagt Rémy Sax und lacht. In der entsprechenden E-Mail des Hochbauamts sei ungefähr gestanden: «Okay, viel Spass.» Sogar einen eigenen Stand bauten sie auf. Mit einer Wahrsagerin. Dann sei allerdings der OK-Präsident des Weihnachtsmarkts gekommen. Da habe auch die Bewilligung nichts genützt. «Er meinte, okkulte Aktivitäten hätten am Weihnachtsmarkt nichts verloren.» Sie bekamen eine halbe Stunde Zeit, um zu verschwinden. Sax lacht wieder.

Über den Inhalt wird aber kaum etwas verraten. Nur so viel: «Es ist geht um einen Aussteiger.» In der Ankündigung des Cinemas Luna heisst es: «Nachdem er genug von seinem Leben auf der Erde hat, sucht ein langhaariger Astronaut mit Libellen-Raumschiff sein Glück in drei verschiedenen dystopischen Welten.» Die Libelle findet sich auch auf dem Plattencover, gestaltet von Joel Introvigne. 300 Stück wurden gepresst. «Das sollte relativ lange halten», sagt Rüetschi. Aufgenommen wurde im Proberaum. «Wir haben alles live eingespielt – immer alle miteinander», sagt Rüetschi.

Das Débutalbum erscheint unter dem Label AuGeil Records. Auch das haben Rüetschi und Sax mit anderen Frauenfelder Musikern selber auf die Beine gestellt. Am Ende war es gar die Motivation, nach acht Jahren Bandgeschichte endlich ein eigenes Album herauszubringen. «Wir wollten uns verewigen», sagt Sax, «und selber aktiv werden.»

Videopremiere am Samstag ab 18.30 Uhr im Cinema Luna, Plattentaufe ab 20 Uhr im «Kaff», www.facebook.ch/addicthead