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FRAUENFELD: Aus für Textilreinigungs-Geschäft

Die Altstadt verliert nach Photo Prisma ein weiteres Traditionsgeschäft. Ende Monat schliessen Priska und Alois Künzle ihre Textilreinigung. Zu den besten Zeiten beschäftigten sie zehn Personen.
Stefan Hilzinger
Ende Monat ist Schluss: Priska und Alois Künzle in der Textilreinigung am Bankplatz. (Bild: Stefan Hilzinger)

Ende Monat ist Schluss: Priska und Alois Künzle in der Textilreinigung am Bankplatz. (Bild: Stefan Hilzinger)

Stefan Hilzinger

stefan.hilzinger@thurgauerzeitung.ch

Von Feuerthalen bis nach Fischenthal, vom Zürcher Weinland bis ins Tösstal: Mehr als 80 sogenannte Ablagen in der weiteren Umgang der Hauptstadt bediente die Textilreinigung vom Frauenfelder Bankplatz. Das war in der Hochblüte unter Albert Bührer, dem Vorbesitzer der Firma von Priska und Alois Künzle. Mehrmals wöchentlich fuhren damals die Chauffeure mit zwei hellblauen Ford-Transit-Kastenwagen voller gereinigter Wäsche über Land zu den Ablagen. Auf dem Rückweg brachten die Chauffeure Berge an Schmutzwäsche in die Stadt. «Als wir das Geschäft 1985 übernommen haben, waren es noch rund 40 Ablagen», sagt Alois Künzle.

Bis Ende Monat alles abholen

Doch mit der Textilreinigung am Bankplatz ist Ende Monat Schluss. «Ich bin seit dem 1. September im Ruhestand», sagt Priska Künzle und lacht. Ihr Ehemann Alois geniesst das Rent­nerleben schon seit anderthalb Jahren, als er das Restaurant La Trouvaille nach sieben Jahren der Nachfolgerin übergab. Priska Künzle nimmt dieser Tage zwar noch Kleidungsstücke zur Reinigung an. Doch sie macht unmissverständlich klar: «Bis Ende Monat müssen die Sachen wieder abgeholt werden.» Die Rheintalerin und der Gossauer haben sich bei der Arbeit kennen gelernt. «Wir waren beide im Gastgewerbe tätig», sagt Alois Künzle. Über persönliche Kontakte konnte sie Anfang der 1980er-Jahre – gerade frisch verheiratet – eine Textilreinigung in Aadorf übernehmen. Wenig später winkte die Nachfolge im Betrieb Bührer in Frauenfeld. 1984 stieg Alois Künzle im Geschäft ein, zuerst als Angestellter, ein Jahr später als Eigentümer. Ein Ordner mit nostalgischen Aufnahmen zeugt von der Hochblüte der Textilreinigung, als lange nicht in allen Haushalten eine Waschmaschine lief. Auf der Fassade Richtung Promenade prangte einst der Schriftzug «Modernste Chemische Kleiderklinik A. Bührer-­Rüegg». «Im Vorgarten hing früher die Wäsche zum Trocknen», erinnert sich Priska Künzle.

Mobilität machte die Ablagen überflüssig

Moderne Gewebe und schonendere Waschmaschinen machen heute eine chemische Reinigung in vielen Fällen überflüssig. Chemisch, erklärt Alois Künzle, bedeute, dass ein Kleidungsstück mit einem fettlösenden Lösungsmittel gewaschen werde und die Fasern dabei nicht aufquellen. Die zunehmende Mobilität machte das grosse Netz an Ab­lagen in den Jahren nach der ­Geschäftsübernahme unrentabel und letztlich überflüssig. «Wer ein Auto hatte, fuhr selbst in die Stadt und brachte die Kleider vorbei», sagt Priska Künzle.

Ende 2009 schlossen sie den Reinigungsbetrieb an der Laubgasse. «Dort beschäftigten wir zu den besten Zeiten bis zu zehn Personen, darunter auch eine Schneiderin für Reparaturen.» Den Hemdenservice führte Priska Künzle selber weiter. Die eigentliche chemische Reinigung lagerte sie aus. So wird es auch in Zukunft sein, denn bei der Drogerie Haas können künftig Kleider zur Reinigung abgegeben werden. Zur weiteren Nutzung der bald leerstehenden Räume gäbe es Ideen. «Doch noch ist nichts spruchreif», sagt Priska Künzle.

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