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FRAUENFELD: Aufbruchstimmung auf zwei Rädern

Sie hat Forderungen betreffend sicherem Velofahren gestellt, und die Stadt nimmt diese Anliegen auf. Die vor einem knappen Jahr ins Leben gerufene IG Frauenfelder Velo zeigt Wirkung – und kann offiziell mitwirken.
Mathias Frei
Mit einem Velokorso auf der Zürcherstrasse machte die Velo-IG vor einem Jahr erstmals auf sich aufmerksam. (Bild: Reto Martin (27.9.2016))

Mit einem Velokorso auf der Zürcherstrasse machte die Velo-IG vor einem Jahr erstmals auf sich aufmerksam. (Bild: Reto Martin (27.9.2016))

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

Velofahren in der Stadt ist hip. So war der Veloverkehr nicht nur Titelthema in der Sommerausgabe der Einwohnerzeitung «frauenfeld.ch». Auch hinter den Kulissen bewegt sich einiges – und das schneller als in Schritttempo. Mitverantwortlich dafür ist die IG Frauenfelder Velo, die sich im September vor einem Jahr gegründet hat. Die inhaltlich, aber auch politisch gut aufgestellte Kerngruppe mit Anita Bernhard, Andrea Ferraro, Marianne Sax, Bruno Stäheli, Kaspar Fröhlich und Benjamin Stricker hat mittlerweile weit über hundert Sympathisanten um sich geschart.

Mit der Präsentation eines Massnahmenkatalogs für sicheres Velofahren in der Stadt hat die IG bei ihrer Gründung auf sich aufmerksam gemacht. Und für Benjamin Stricker von der Kerngruppe erfreulich: «Die Stadt hat sich die Zeit genommen, zu un­seren Vorschlägen Stellung zu ­nehmen.» Die Stadt wiederum schätzt es, einen neuen Ansprechpartner für Veloanliegen zu haben. Es sei positiv, wenn sich eine so grosse Gruppe zu einem Thema äussere, sagt Stadtingenieur Thomas Müller. «Das hat Gewicht.» Und Stadtrat Urs Müller als Departementsvorsteher Bau und Verkehr spricht von einer «konstruktiven Zusammenarbeit» mit der IG. Stricker gibt die Blumen zurück: «Wir erleben die Stadt als angenehmen und umsetzungswilligen Gesprächspartner.»

Eine gute Sitzung mit dem kantonalen Tiefbauamt

Diesen Sommer fand nun auch ein erstes Treffen der IG mit dem kantonalen Tiefbauamt statt. «Eine gute Sitzung», bilanziert Anita Bernhard. Und ein weiteres positives Zeichen: Die Stadt hat die IG in die Begleitgruppe für das städtische Langsamverkehrskonzept geholt. Mit der Erarbeitung dieses Papiers ist kürzlich begonnen worden. Es basiert auf dem kantonalen Konzept.

Die Stadt setzt im Konzept «Mobilität 2030» stark auf den Langsamverkehr, der die Hälfte des prognostizierten Verkehrswachstums schlucken soll. Das städtische Langsamverkehrskonzept ist ein Zeichen, dass das nicht nur ein Lippenbekenntnis ist. Zum anderen hat die Stadt neuerdings einen Veloverantwortlichen: Oberbauleiter Beat Luchsinger vom Amt für Tiefbau und Verkehr. Wie Stadtrat Müller sagt, handelt es sich hierbei aber nicht um eine Pensenerhöhung.Benjamin Stricker von der IG ist sich sicher: «Wir können Stadt und Kanton gut unterstützen bei der Umsetzung von Massnahmen, die das Velofahren sicherer und attraktiver machen.» Stadtrat Müller ist erfreut über die Inputs, erwähnt aber auch, dass die Stadt nicht erst heute, sondern bereits seit Jahren im Sinne eines velofreundlichen Frauenfeld Verbesserungsmassnahmen umsetze. Dabei stütze man sich primär auf die Langsamverkehr-Schwachstellenanalyse aus dem Richtplan Siedlung und Verkehr von 2011. Ein heute aktuelles Thema für die Stadt nebst etwa dem regionalen Veloweg ist die Öffnung von Einbahnstrassen für Velos, konkret bei der Einmündung der Thundorfer- in die Promenadenstrasse oder bei der Grabenstrasse. Beides sind Schwachstellen, welche auch die IG eruiert hat.

Marketing, um gegenseitiges Verständnis zu fördern

Nachholbedarf sieht Stricker in Sachen Koexistenz. Dass Autofahrer Velofahrer als gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer wahrnehmen. Fördern könnte dies seiner Meinung nach eine Angleichung der innerstädtischen Geschwindigkeiten, konkret eine Temporeduktion für den motorisierten Verkehr. Stadtingenieur Müller stellt sich vor, das Bewusstsein der Koexistenz zum Beispiel mit Marketingmassnahmen zu fördern. «Damit alle ihren Platz auf der Strasse haben.»

Ein nächstes Treffen der IG ist für 8. November geplant. Zudem soll es nächsten Frühling wieder eine Veranstaltung geben mit einem externen Referenten geben. «Solche Inputs von aussen erleben wir als sehr motivierend, unsere Anliegen als Velofahrer in Frauenfeld weiter zu verfolgen», sagt Stricker.

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