FRAUENFELD: Auf Entdeckungsreise im Grünen

Kultur findet auch in Gärten und Parks statt. Das hat das Amt für Denkmalpflege an den Europäischen Tagen des Denkmals an sechs Orten in Frauenfeld gezeigt.

Christine Luley
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Tag des Denkmals: Besucher lauschen den Ausführungen Thomas Haslers, des Architekten des Murg-Auen-Parks. (Bild: Christine Luley)

Tag des Denkmals: Besucher lauschen den Ausführungen Thomas Haslers, des Architekten des Murg-Auen-Parks. (Bild: Christine Luley)

FRAUENFELD. Zu Frauenfeld passt «Oasen», das diesjährige Thema der Europäischen Tage des Denkmals, denn in der Kantonshauptstadt findet sich vielfältige, abwechslungsreiche Gartenkultur. Am Wochenende fanden an mehreren Orten im Kanton Führungen und Besichtigungen statt. Das Amt für Denkmalpflege fokussierte sich heuer auf Frauenfeld.

Regierungsrätin Carmen Haag wünschte sich, dass noch mehr öffentliche Oasen in den Städten geschaffen werden, «ganz bewusst und sorgfältig gestaltet; kleine oder grössere Rückzugsorte, wo jeder gerne hingeht, wie eben in den Murg-Auen-Park». Sie erwähnte das Engagement Jürg Dünners, der mit seiner Partnerin in Eigenleistung den Rüpplinschen Garten in der Altstadt wiederhergestellt hat, anhand von Plänen aus dem Archiv der Denkmalpflege. «Was noch fehlt, ist der kostenintensivste Teil, ein Springbrunnen und die neuen Schindeln für die Dächer der Ecktürme.»

Ziel der Tage des Denkmals sei es, das Interesse der Bevölkerung an unseren Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken, sagte Ständerätin Brigitte Häberli, Vorstandsmitglied der Nationalen Informationsstelle zum Kulturerbe Nike. Der Verein, dem 36 Organisationen aus dem Bereich der Kulturgut-Erhaltung angehören, koordiniert die landesweiten Anlässe und verantwortet die nationale Medien- und Öffentlichkeitsarbeit.

Auch ein Garten ist ein Denkmal

Für Stadtpräsident Anders Stokholm ist der Tag des Denkmals im Murg-Auen-Park ein Ort, um «einmal nachzudenken», was Garten bedeuten könnte. Er verwies auf die unterschiedlichen Nutzungsansprüche und das Lernen, miteinander im Ausgleich zu leben.

«Kein Schlosspark, kein üppig blühender Bauerngarten – nur ein Stück Natur mit einem Gebäude und Wegführungen an einem Fluss.» So beschrieb Monika Hutter den Murg-Auen-Park. Für die Denkmalpflegerin müssen Oasen nicht spektakulär sein und laut auf sich aufmerksam machen. «Wer drin ist, spürt ihre Wirkung.» Die Denkmalpflege müsse auch lebendige Freiräume entdecken, sie schätzen und der Bevölkerung näherbringen. Bei den Rednern war übereinstimmend herauszuhören, dass es Wertschätzung für das kulturelle Erbe der Gartenkultur brauche in einer Zeit, in der die Verdichtung wertvolle Grünräume im Siedlungsgebiet bedrängt und verschwinden lässt.

Begegnung zwischen Mensch und Natur

Nach einem kurzen Apéro führten Thomas Hasler, der Architekt des Murg-Auen-Parks, und Raimund Hipp, Leiter Natur und Landschaft beim Amt für Raumentwicklung, durch den Park. Auf dem Rundgang lauschten die Besucher den Ausführungen über naturnahe Flusslandschaften, Bäume, Pflanzen und Wasservögel. Überquerten Brücken, die nicht nur als Verbindungen, sondern auch als Aussichtsterrassen dienen. Schauten auf das murmelnde Wasser und fanden: «So schön!»