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FRAUENFELD: Asbest und richterlicher Segen

Die Sanierungsarbeiten in der Schulanlage Auen sind in vollem Gang. Derzeit beseitigen Spezialkräfte giftige Altlasten. Eine Beschwerde haben Richter zwar abgewiesen, es entstehen aber dennoch Verzögerungen.
Samuel Koch
Eine Hülle schützt die Arbeiten im Innern des Hauptgebäudes Auen 1 vor Wetter und Kälte. (Bild: Andrea Stalder)

Eine Hülle schützt die Arbeiten im Innern des Hauptgebäudes Auen 1 vor Wetter und Kälte. (Bild: Andrea Stalder)

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Schweissperlen haben sie alle auf der Stirn. Die Schüler und die Lehrer beim Unterricht in der provisorischen Containeranlage nebenan, die Bauarbeiter während der Sanierungsarbeiten selbst, und die Verantwortlichen der Schulen Frauenfeld bei der Planung der Gesamtsanierung der Schulanlage Auen für rund 47 Millionen Franken. Gerade letztere mussten zuletzt die Pläne mehrmals überarbeiten, weil eine Beschwerde beim kantonalen Verwaltungsgericht zur Vergabe der Baumeisterarbeiten eingegangen war, was eine mehrmonatige Verzögerung des Baustarts der Sporthalle nach sich zog.

Nun kann die im Oktober zuerst geplante Etappe beginnen, weil das Verwaltungsgericht die Beschwerde der Bauunternehmung Landolt + Co. AG aus Kleinandelfingen definitiv abgewiesen hat. «Die aufschiebende Wirkung für die Arbeiten ist damit vom Tisch», sagt Markus Herzog, Abteilungsleiter Betrieb der Schulen Frauenfeld. Ab dem 19. März bekommt nun also auch die Sporthalle ein neues Gewand, weil mittlerweile die Rekursfrist beim Bundesgericht unbenutzt verstrichen ist. «Das richterliche Urteil stützt die Argumente der Schulbehörde bei der Vergabepraxis», sagt Bauleiter Roland Grandits. Deshalb geht der Auftrag nun definitiv an die Wiler Frei + Partner AG.

Viele Diskussionen in der Schulbehörde

Es reichten ursprünglich sieben Bauunternehmen Offerten für die Baumeisterarbeiten ein, die unter Berücksichtigung der fünf unterschiedlich gewichteten Kriterien Qualität, Preis, Kosten- und Termineinhaltung, Kapazität und Lehrlingswesen detailliert geprüft, diskutiert und schliesslich vergeben wurden. In letzter Zeit habe sich die Rechtsprechung tendenziell eher in die Richtung verschoben, den Preis gegenüber der Qualität stärker zu gewichten. «Das wird aus Sicht der Schulbehörde nicht begrüsst», sagt Herzog. Ebenso habe er zuletzt festgestellt, dass im öffentlichen Vergaberecht vermehrt Beschwerden eingereicht worden seien. Aber: «Das Schweizer Rechtssystem erlaubt ein solches Vorgehen.» Mit dem Beschwerdeverfahren dürfte die Sanierung der Turnhalle nicht wie geplant im Sommer 2019, sondern erst im darauffolgenden Herbst vollendet sein. «Die Sportvereine sind informiert und müssen sich bis dann eine Alternative suchen», sagt Herzog.

Mit Schutz im Unterdruck von 20 bis 30 Pascal

Voll im Plan hingegen verläuft die Sanierung im Hauptgebäude Auen 1, das seit einigen Wochen komplett umhüllt ist. Seit umfangreichen Messungen vor mehreren Jahren wissen Herzog und Grandits, dass sich in den Akustikdecken sowie im Boden Rückstände von Asbest befinden. «Der Fachexperte hat jedoch nie Rückstände in der Luft festgestellt, die eine Gefahr für Lehrer oder Schüler darstellten», sagt Roland Grandits. Deshalb hat man die Beseitigung der giftigen Altlasten zusammen mit der Gesamtsanierung geplant, die nun im sogenannten Unterdruckverfahren über die Bühne gehen.

«Für das Verfahren haben die Suva und das kantonale Amt für Umwelt grünes Licht erteilt», sagt Grandits. Dank Material- und Personalschleusen rücken Mitarbeiter mit Schutzanzügen in die Räume mit Unterdruck von 20 bis 30 Pascal vor. «Dort arbeiten sie täglich maximal dreimal zwei Stunden», ergänzt er. Im Gegensatz zu den Altlasten, die zuletzt im Verwaltungsgebäude an der Bahnhofstrasse gefunden worden sind, handelt es sich beim Asbest im Auen nicht um Spritzasbest. «Das ist beim Abbau ein grosser Vorteil», sagt Grandits. In drei Etappen pro Stockwerk dauern die anstrengenden Arbeiten bis im Sommer 2019. Von den Gesamtsanierungskosten in Höhe von 47 Millionen Franken belaufen sich diejenigen für die Beseitigung der Altlasten auf rund 0,94 Millionen Franken.

Parallel zum Baustart bei der Turnhalle ändert sich die Zufahrt zur Schulanlage. «Am 19. März werden die Veloständer sowie die Autoparkplätze von der Ost- zur Westseite verschoben», sagt Markus Herzog. Diese sind dann von der Auenstrasse her erreichbar.

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