FRAUENFELD: Alterswohnen muss teurer werden

Die Mieten für 2- und 3-Zimmer-Wohnungen in der Parksiedlung Talacker sollen steigen. Nur so kann die spezielle Wohnform des Alterszentrums Park kostendeckend betrieben werden.

Mathias Frei
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Zwei der drei Wohnbauten der Parksiedlung Talacker auf dem Areal des Alterszentrums Park. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Zwei der drei Wohnbauten der Parksiedlung Talacker auf dem Areal des Alterszentrums Park. (Bild: Thi My Lien Nguyen)

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

120 Franken bei 2-Zimmer-Wohnungen und 180 bei 3-Zimmer-Wohnungen: Um so viel steigen, wenn es nach dem Stadtrat geht, kommendes Jahr die Monatsmieten in der Parksiedlung Talacker. Das letzte Wort dazu hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 25. Oktober. Hintergrund dazu bildet der Umstand, dass die Parksiedlung in einer Vollkostenrechnung betrieben werden muss. Das heisst, dass durch die Einnahmen nicht nur der laufende Betrieb finanziert werden muss, sondern unter anderem auch die Abschreibungen daraus gespiesen werden müssen.

Konkret würde die Miete für 2-Zimmer-Wohnungen ab dem neuen Jahr zwischen 68 und 79 Franken pro Tag (oder zwischen 2040 und 2370 Franken monatlich) betragen. Die 3-Zimmer-Wohnungen stiegen auf 92 bis 104 Franken pro Tag (monatlich zwischen 2760 und 3120 Franken). Der Preis für 1-Zimmer-Wohnungen bleibt unangetastet, «weil die Neubelegung dieser Wohnungen eher schwierig ist (zum Beispiel keine Balkone)», wie es in der Botschaft des Stadtrats an den Gemeinderat heisst. Das heisst: Es bleibt bei 44 bis 45 Franken pro Tag oder 1320 bis 1350 Franken monatlich. Seit der Eröffnung vor sechs Jahren gab es bislang eine Mieterhöhung.

Neu 780000 Franken pro Jahr abschreiben

Anfangs war geplant, bis 2020 jährlich 650000 Franken abzuschreiben und dann auf 750000 Franken zu steigern. Diese Abschreibungspraxis stiess aber im Gemeinderat und in der zuständigen Geschäftsprüfungskommission zunehmend auf Kritik. So wurde vergangenes Jahr beschlossen, in Zukunft und bis 2050 jährlich linear 780000 Franken abzuschreiben. Kommt hinzu, dass in den vergangenen Jahren nicht immer 650000 Franken abgeschrieben wurden, obwohl so viel budgetiert war. Denn Gewinne oder auch Verluste der Parksiedlung-Teilrechnung wurden mit den Abschreibungen verrechnet. Laut Botschaft sollen im Budget 2018 mit der Mieterhöhung 110000 Franken mehr eingenommen werden. Das Budget rechnet für diese Teilrechnung mit einem Gewinn von 38000 Franken.

Das ist ein Gewinn trotz Einnahmenausfall, den der Stadtrat mit einer Anpassung im Reglement über die Preise für die Parksiedlung Talacker in derselben Botschaft beantragt. Konkret geht es um eine Neugestaltung der Betreuungszuschläge. Bewohner mit stationärem Pflegebedarf zahlen neu 45 Franken täglich für die Betreuung. Bisher waren es 35 Franken und 20 Franken Betreuungszuschlag. Ein solcher Bewohner spart neu also 300 Franken im Monat. Bewohnern mit Spitex-Leistungen wurde der Betreuungszuschlag bislang an jenen Tagen verrechnet, an denen eine Pflegeleistung bezogen wurde. Das ist aber gemäss Kanton nicht rechtens. Die Betreuung muss von der Pflege losgelöst werden. Neu gibt es zwei Betreuungspauschalen: Bis 15 Spitex-Einsätze kosten 150 Franken pro Monat. Bei mehr als 15 Einsätzen werden 300 Franken berechnet. Im zweiten Fall zahlt man als Bewohner in Zukunft weniger als bisher.

Der Einnahmenausfall soll durch zwei Massnahmen aufgefangen werden. Eine betrifft die Nachtbereitschaft in der Parksiedlung. Diese Aufgabe entspricht heute einem 70-Prozent-Pensum. Neu soll dieser Dienst in den Nachtdienst der Häuser Talbach und Ergaten integriert werden. Der neue grosse Nachtdienst kann um eine Person ausgebaut werden, gleichzeitig werden Leerzeiten vermieden. Als zweite Massnahme finden die Reinigungseinsätze in der Parksiedlung neu bedarfsgerechter statt.