FRAUENFELD: Allerlei Zoten statt Humor

Der Programmtitel «Faden & Beigeschmack» des Comedy-Duos Oropax war mehr als nur ehrlich. Der Abend im Frauenfelder Casino konnte über weite Strecken nicht genügen.

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Das Programm des Comedy-Duos Oropax hat den sprichwörtlichen roten Faden. (Bild: Christof Lampart)

Das Programm des Comedy-Duos Oropax hat den sprichwörtlichen roten Faden. (Bild: Christof Lampart)

Eines gleich vorweg: Das Publikum applaudierte am Ende artig. Wohl aber nicht so laut, wie man es von einem ausverkauften Haus hätte erwarten dürfen. Und eine Standing Ovation war nicht einmal in Ansätzen zu sehen. Ja, es war genau jene Art von Beifall, die mehr über die Qualität der Aufführenden, denn etwas über das Publikum aussagt.

Der Abend war ein echter Schenkelklopfer – und das ist nicht als Kompliment gemeint. Auch ungeachtet der Tatsache, dass sich Oropax selbst als «Chaos-Theater» ausgibt. Wenn dies beinhaltet, dass man einfach machen kann, was einem als Kleinkünstler selbst gefällt, dann hat der Abend wohl seinen Zweck erfüllt. Doch wenn es darum geht, dem zahlenden Publikum etwas zu bieten, an das man sich noch lange gerne erinnert, dann sind billige Gags, die wie ein Sperrfeuer aufs Publikum losgelassen werden, einfach nicht genug. Denn voraussehbare Zoten, über die man anfänglich gerade deshalb noch herzlich lacht, nutzen sich schneller ab, als es den Zuschauern lieb sein dürfte. Das hinderte die Brüder Volker und Thomas Martins jedoch nicht daran, ihren starken Hang zu Kalauern ausgiebig weiter zu pflegen. Und das nervte zusehends. Da sich (fast) alles ums Stricken drehte, gab es natürlich auch einen roten Faden. Praktisch alles wurde irgendwie mit dem Thema «Wolle» oder zumindest mit Textilien assoziiert. So lehrte das Duo sein Publikum, dass die Evolution genauso Textilem zu verdanken war («Es gab Sauerstoff und Stickstoff»), wie auch die Geilheit des Menschen («Ich bin ein Lockstoff»). Gewiss: Die beiden haben ein ausgeprägtes Flair für Wortspiele, doch sind sie selten humorvoll oder gar sublim, sondern vielmehr oft dümmlich. Da erfährt man, dass Putin Sergeis nicht gerne in Russland habe, wobei die letzte Silbe des typischen russischen Vornamens viermal «gay» ausgesprochen wird, bis beim Publikum der Groschen fällt. Der neue Koch heisst «Jean Darm» (Gendarm), und beim Zeigespiel, bei dem das Publikum die letzte Wortsilbe ergänzen darf, wird dem Mann im Publikum eine kleine «Voliere» hingehalten mit der Aufforderung die Silbe «Kä» zu ergänzen. Na, den Witz kapiert?

So ging es in einem fort. Und das war schade. Denn es gibt im Programm durchaus gute Ansätze, welche jedoch oft dadurch kaputtgehen, dass sie entweder inkonsequent ausgearbeitet oder dann, im Gegenteil, einfach zu lange bespielt werden. Bekanntlich wird auch der beste Kaugummi mit der Zeit fade und zieht Fäden. Und genauso erging es einem mit «Faden & Beigeschmack».

Christof Lampart

frauenfeld@thurgauerzeitung.ch