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FRAUENFELD: Alle wollen an den Kuchen

Die Taxisituation am Bahnhof ist unübersichtlich. Am Wochenende warten Autos mit Zürcher Nummern auf Kunden. Einheimische Fahrer fordern ein Taxireglement. Das würde nichts bringen, sagt die Stadt.
Donat Beerli
Freitagabend, 23 Uhr, Bahnhof: Auf den offiziellen Standplätzen links die Fahrzeuge von Ilg-Taxi. Rechts warten andere Frauenfelder Taxiunternehmen auf Kunden. (Bild: Andrea Stalder)

Freitagabend, 23 Uhr, Bahnhof: Auf den offiziellen Standplätzen links die Fahrzeuge von Ilg-Taxi. Rechts warten andere Frauenfelder Taxiunternehmen auf Kunden. (Bild: Andrea Stalder)

Donat Beerli

donat.beerli

@thurgauerzeitung.ch

Anita Müller ist keine Frau, die sich gern beklagt. Doch die Geschäftsführerin von Gastro-Taxi mag nicht länger zusehen. Zusehen, wie auswärtige Taxis ihr und den anderen Einheimischen die Kunden wegnehmen. «Ich habe nichts gegen Konkurrenz», sagt Müller, «aber es müssen faire Bedingungen gelten.» Es könne doch nicht sein, dass am Wochenende Autos aus Zürich am Bahnhof herumstehen und auf Kunden warten. Müller will, dass die Stadt endlich eingreift und ein Taxireglement einführt. Vor ein paar Jahren sei sie noch anderer Meinung gewesen, gibt die Frauenfelderin zu. Doch die heutige Situation mache ein Reglement notwendig.

Offizielle Standplätze nur für Ilg-Taxi

Wer in Frauenfeld Taxi fahren will, kann dies noch ohne Auflagen. Es braucht lediglich einen gültigen Taxischein. Davon profitieren die hiesigen Einzel-Taxis, aber auch diejenigen, die von ausserhalb kommen. Einschränkungen oder Regeln gibt es keine. Abends und vor allem am Wochenende stehen sie meistens beim Migrolino am Hauptbahnhof und warten auf Kunden. Auch eines von Müllers Fahrzeugen ist ab und zu dort, «wenn mal Zeit vorhanden ist». Auf die offiziellen Standplätze – vier vor dem Bahnhofgebäude, drei beim Perron 1 – dürfen sie alle nicht fahren. Diese vermietet die Stadt an Ilg-Taxi, den Branchenleader im Frauenfelder Taxigeschäft.

Anita Müller versteht nicht recht, warum Ilg als einziger die offiziellen Parkplätze besetzen darf. «So etwas gibt es nur in Frauenfeld.» An der Regelung stört sich auch Fabian Häusermann, der als Einzel-Taxifahrer oft am Bahnhof steht. «Die Standplätze sind oft nicht besetzt, wenn Pendler am Bahnhof ankommen und ein Taxi brauchen.» Viele wüssten mittlerweile zwar, dass auf der anderen Strassenseite ebenfalls Taxis stehen, sagt Häusermann. Doch er werde immer noch gefragt, ob sein Service denn nicht illegal sei.

Urs Ambühl ist bei der Stadt Ansprechperson fürs Taxigeschäft. Zwischen Ilg und der Stadt gebe es einen normalen Mietvertrag für die sieben Taxi-Standplätze am Bahnhof. «So wie zwischen dem Brezelkönig und den SBB», sagt er. Wer zufrieden sei mit seinem Mieter, löse den Vertrag nicht einfach so auf. Ambühl weiss zwar von den auswärtigen Taxifahrern. Und er weiss auch, dass praktisch alle Fahrer auf die offiziellen Standplätze wollen, wo heute nur die Ilg-Autos stehen. «Ein Taxireglement löst das Problem aber nicht», sagt er. Ausserdem fehle der Platz am Bahnhof für weitere Standplätze.

24-Stunden-Service ist kostenintensiv

Was weder das Gastro-Taxi noch die Frauenfelder Einzelfahrer anbieten können, ist gleichzeitig Bedingung für den Mieter der sieben Standplätze: 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr vor Ort zu sein. Das kann bis jetzt nur Ilg-Taxi. Dessen Geschäftsführerin Karin van Anraad schätzt die Standplätze am Bahnhof zwar, sagt aber auch: «Dieses Privileg des 24-Stunden-vor-Ort-Service geht natürlich auch mit höheren Lohnkosten einher. Dazu kommen die gesetzlich vorgeschriebenen Nachtarbeitszulagen für alle Mitarbeitenden, einer Pflicht, deren sich Taxifirmen oft nicht bewusst sind.»

Konzessionen mit klaren Regeln braucht es

Die Sache mit den Standplätzen ist nicht Anita Müllers Hauptanliegen. Sie will vor allem eins: den Standort Frauenfeld nur für Frauenfelder Taxis. «Für diejenigen, die auch hier Steuern zahlen.» Ihr schwebt vor, dass die Stadt eine begrenzte Anzahl Konzessionen vergibt und genau darlegt, welche Bedingungen für den Erhalt einer solchen Konzession nötig sind. Darin sollte laut Müller auch stehen, was es für einen Bahnhof-Standplatz braucht. «Falls die Stadt dann 24-Stunden-Service verlangt, müsste ich mir das gründlich überlegen.»

Ob die Standplätze dereinst wieder öffentlich ausgeschrieben werden, ist schwierig abzuschätzen. Urs Ambühl sagt lediglich: «Würden wir die Plätze neu ausschreiben, wäre die 24-Stunden-Regel wieder ein Hauptkriterium.»

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