Frauen stricken für einen guten Zweck

Es klickte und klackte letzten Samstag am internationalen Stricktag auf der ganzen Welt, auch in Frauenfeld.

Aylin Erol
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Im Frauenfelder Restaurant La Terrasse beteiligen sich Frauen erstmals am Weltstricktag. (Bild: Donato Caspari)

Im Frauenfelder Restaurant La Terrasse beteiligen sich Frauen erstmals am Weltstricktag. (Bild: Donato Caspari)

Es klickte und klackte letzten Samstag am internationalen Stricktag auf der ganzen Welt, auch in Frauenfeld. Unter der Leitung von Marlies Frei und Dorothée Laternser treffen sich rund zehn Frauen um 10 Uhr im Restaurant La Terrasse, um gemeinsam nach dem Motto «Jeder macht, was er kann» für den guten Zweck zu stricken.

Ob Teddy, Käppchen, Jacke, Schal oder Decke, alles kann gestrickt werden und bis zum 1. September bei «Olivias Wolle & Handarbeiten» in Frauenfeld abgegeben werden. «Die meisten machen Kinder- und Babykleider, welche wir benachteiligten Familien spenden», sagt Dorothée Laternser. Die Aktion erfülle den Zweck, mit seiner Leidenschaft zu stricken auch etwas Gutes tun zu können. Die Idee des Weltstricktags stammt aus den USA. Letzten Samstag fand zum ersten Mal ein solcher Event in Frauenfeld statt.

Über Gott und die Welt

Wolle und Garn in allen Farben und Formen, Stricknadeln und Magazine zur Inspiration sind über den ganzen Tisch drapiert, werden herumgereicht, genauestens begutachtet, und dazu wird ein Kaffee getrunken. Dabei lässt es sich gut nicht nur übers Stricken reden. «Darf man eigentlich noch im Flugzeug stricken, oder ist die Nadel eine Waffe?», fragt Teilnehmerin Sünje Zoller. Sicher ist sich die Gruppe da nicht. Aber was soll man denn sonst so lange machen im Flugzeug?

Kein Thema wird ausgelassen, weder die Abstimmung, Frühgeburten noch wie viel Wolle jede zu Hause hat. «Das könnt ihr euch gar nicht vorstellen!», gesteht Laternser. Mit der Restwolle würden sich wunderbar Kinderkappen anfertigen lassen, denn Wolle soll man niemals wegwerfen, da sind sich alle einig. «Das ist wie mit den Lebensmitteln», findet Esther Weber-Veraguth, und schon ist man bei Frankreichs neuem Gesetz für Supermärkte. Bis zwölf Uhr wird gestrickt. Dann brauchen sowohl die Hände als auch der Magen eine Mittagspause.

Am Nachmittag treffen sich die Frauen um 13.30 Uhr im Restaurant Park. Einige neue Gesichter tauchen auf, jedoch keines vom Alterszentrum selbst. «Das ist schade, es wäre toll gewesen, die Geschichten dieser erfahrenen Leute zu hören», findet Laternser.

Spontan mitgestrickt

Dennoch sind nicht alle anwesenden Frauen gekommen, um zu stricken. «Ich wollte nur schnell vorbeischauen. Aber jetzt habe ich auch Lust bekommen zu stricken», sagt die ehemalige Handarbeitslehrerin Gertrud Brunner. Und schon ist sie auf und davon, um Wolle und Nadeln zu Hause zu holen.

«Ich bekomme nur schon Wallungen, wenn ich deine Wolle sehe», meint eine Teilnehmerin. Ob grosse Stricknadeln für schlechte Augen, elastische für schmerzende Gelenke, feines Gran für junge Hände oder dicke, kratzige Wolle, jede Frau strickt, was sie kann und möchte.

«Es wäre so spannend, hätten wir einen Mann in unserer Gruppe. Er hätte völlig andere Ideen und könnte uns alle inspirieren», findet Marlies Frei. Wer weiss, vielleicht gesellt sich ja nächstes Jahr ein strickbegeisterter Mann dazu?