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FRAUEN: Jetzt können die Stützrädli weg

Das städtische Projekt «Älter werden im Quartier» ist zu Ende. Die entstandenen Angebote laufen aber weiter, ab jetzt selbstständig. Das feierten am Montagabend die 80 Freiwilligen aus dem Kurzdorf.
Die Sonne scheint, die neuen Awiq-Regenschirme braucht es nach der Präsentation am Montagabend nicht. (Bild: Mathias Frei)

Die Sonne scheint, die neuen Awiq-Regenschirme braucht es nach der Präsentation am Montagabend nicht. (Bild: Mathias Frei)

Es ist wie beim Velofahren. Die erste Zeit braucht es noch Stützrädli. Wenn man es im Griff hat, kommen diese Fahrhilfen weg. Man ist zwar noch lange kein Rad-Weltmeister. Aber es funktioniert. So ähnlich geht es dem städtischen Projekt «Älter werden im Quartier» (Awiq). Nach drei Projektjahren läuft nun die Finanzierung durch zwei Stiftungen aus. Aber es haben sich im Kurzdorf Angebote aus Awiq heraus etabliert. Und die gehen nun in einen definitiven, aber vor allem selbstständigen Betrieb über.

Am Montagabend hat die Stadt deshalb zu einem «Etappenhalt» ins Begegnungszentrum Viva eingeladen. Bereits am Nachmittag hat gleichenorts der erste Kurz-Dorf-Träff nach dem Umzug stattgefunden – mit 30 Quartierbewohnerinnen und -bewohnern.

Die Freiwilligen bekommen die Schirmherrschaft

Rund 80 Freiwillige waren oder sind in den verschiedenen Awiq-Angeboten aktiv. Sie werden mit einem speziellen Regenschirm, gesponsert vom Ärztezentrum Schlossberg, verdankt. Symbolisch erhalten sie nun die Schirmherrschaft.

Die Stadt habe den Anstoss zu diesem Projekt gegeben und Leute zusammengebracht. Nun lasse man es laufen, sagt Stadträtin Elsbeth Aepli als Vorsteherin des Departements für Alter und Gesundheit. Frauenfeld dürfe stolz sein auf Awiq und die vielen Freiwilligen. Das spreche für eine lebendige Stadt. Wie Urban Kaiser, Amtsleiter Alter und Gesundheit, sagt, sei es die Idee, mit den Resultaten aus Awiq auch in andere Quartiere zu gehen. «Aber jedes Quartier funktioniert ein wenig anders. Nun braucht es Interessengruppen aus der Bevölkerung heraus, die ähnliche Angebote aufziehen wollen.» Begegnungsorte seien auch ausserhalb des Kurzdorfs ein Thema oder auch Nachbarschaftshilfen. Bei den Kurzdorfer Angeboten wird es nur noch für die IG Wohnen eine enge Begleitung durch die Stadt geben. Man sei auf gutem Weg zu einem Grundstück, wo man für generationendurchmischtes Wohnen bauen könnte, heisst es.

Ein Forscherteam der Zürcher Careum-Stiftung hat Awiq evaluiert. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anna Hegedüs bilanziert im Grossen und Ganzen positiv. Awiq habe eine hervorragende Ausgangslage geschaffen, weitere Anstrengungen seien aber notwendig. Der Kurz-Dorf-Träff sei «schon fast ein Selbstläufer». Bei Nachbarschaftshilfe und Talentbörse sei derzeit das Angebot noch grösser als die Nachfrage. Die IG Wohnen habe viel Geduld gebraucht. Die Suche nach Bauland sei aber nun erfolgreich. Die Öffentlichkeitsarbeit und die politische Verankerung seien wichtige Faktoren gewesen. Auch die grosse Zahl der Freiwilligen habe eine Rolle gespielt. Es seien bei den Freiwilligen und den Besuchern immer wieder neue hinzugekommen. Das aktive Helfen und Nutzen der Angebote habe sich vermischt. «Awiq ist im Quartier und in der Stadt angekommen.»

Mathias Frei

mathias.frei@thurgauerzeitung.ch

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