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«Frauen im Ring sind einfach spannender»

Boxhandschuhe statt Bier – am Samstag wurde das Oktoberfestzelt in der Allmend für die sechste Frauenfelder Boxing Night in einen Boxring umfunktioniert. Rot gegen Blau, Schweiz gegen Italien. Achtzehn Boxer und vier Boxerinnen stiegen beim Kampf der Länder in den Ring.
Aylin Erol
Schläge bis zum Nasenbluten: Auch die Boxerinnen schenkten sich nichts. (Bild: Reto Martin)

Schläge bis zum Nasenbluten: Auch die Boxerinnen schenkten sich nichts. (Bild: Reto Martin)

Boxhandschuhe statt Bier – am Samstag wurde das Oktoberfestzelt in der Allmend für die sechste Frauenfelder Boxing Night in einen Boxring umfunktioniert. Rot gegen Blau, Schweiz gegen Italien. Achtzehn Boxer und vier Boxerinnen stiegen beim Kampf der Länder in den Ring. Rund 250 Besucher zog der Event an, der erstmals seit 2009 wieder in Frauenfeld stattfand.

«Ring frei für die Vorkämpfe!», hiess es zuerst. Acht Nachwuchstalente stiegen bei den Vorkämpfen in den Ring. Bei einem Kampf der Länder dürfen natürlich ein paar Klischees nicht fehlen: etwa, dass sich das italienische Team verspätet und der Zeitplan nach hinten verschoben werden muss, oder aber die Schweizer Boxer, die sich beim Erklingen der Nationalhymne eher zurückhalten. Genauso wie das Schweizer Publikum während der Kämpfe, die Italiener umgekehrt schreien und fluchen zwischendurch, was das Zeug hält. «Finita!» «Rapido!» Dazwischen ein «Oha, pass auf!» Zugegeben, auf Italienisch klingen die Zurufe der Zuschauer kampflustiger.

Doch das ändert sich schlagartig, als die 15jährige Enya Pipa als erste weibliche Kämpferin des Abends gegen Laura Plüss für die Schweiz in den Ring steigt. «Mach sie k. o.!», schreien plötzlich die Frauen auf den Stühlen und Festbänken und schwingen ihre Fäuste.

Von Runde zu Runde steigt die Spannung und auch der Geräuschpegel. Enya versetzt Laura einen harten Schlag auf die Nase. Blut fliesst. Einige italienische Männer können fast nicht mehr hinschauen. Die letzte Runde ist zu Ende, und mit Spannung wird das Resultat des Schiedsrichters erwartet. Er nimmt Enyas Hand und streckt sie in die Höhe: Begeisterung im halben Festzelt und wütendes Händeverwerfen auf der anderen Seite.

Boxen ist also durchaus auch Frauensache. «Abgesehen davon, dass die Schläge weniger hart sind, merkt man kaum einen Unterschied in der Leistung, die eine Frau im Boxen erbringen kann», sagt Pascal Kyburz, der seit zwei Jahren im Boxclub Frauenfeld auch mit Frauen zusammen trainiert. «Frauen im Ring sind spannender, weil es eher unüblich ist», finden die Zuschauerinnen Jasmin und Desirée.

Dann folgen die Hauptkämpfe. Die Musik von «Eye of the Tiger» sorgt für den richtigen Kampfgeist. Sichtbar werden nun vor allem die Taktiken der Boxer. So versucht der Italiener Fabio Croce seinen Gegner nach einem der Schläge mit Schulterzucken zu provozieren. Das gelingt ihm sichtlich, auch das Publikum ruft aus. Doch egal wie knapp der Ausgang des Kampfes oder wie gross die Wut auf den provozierenden Gegner während des Kampfes: Am Ende umarmt man sich trotzdem.

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