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«Frauen gewichten emotionale Aspekte etwas höher»

Nachgefragt

Schweizweit hat der Thurgau die höchste Frauenquote in der Regierung. Dass es in der kantonalen Verwaltung nur so wenige Frauen in Kaderpositionen gibt, bedauert Regierungspräsidentin Carmen Haag. Sie selber hat nie Benachteiligung im Beruf erfahren.

Carmen Haag, überrascht Sie der tiefe Frauenanteil in den Amtsleitungen?

Ich bedaure es, aber es überrascht mich nicht, weil ich – seit ich im Amt bin – immer eher wenig Bewerbungen von Frauen auf diese Stellen gesehen habe.

Wie erklären Sie sich die geringe Anzahl Amtsleiterinnen?

Ich kann mir vorstellen, dass viele Frauen noch weitere Verpflichtungen mit ihrem Beruf unter einen Hut bringen müssen und dass sie dabei die Position einer Amtsleiterin als nicht verträglich einstufen.

Macht der Kanton genug für die Frauen?

Wenn ich die gesamte Frauenquote in der kantonalen Verwaltung anschaue, die 45 Prozent beträgt, glaube ich, dass der Kanton insgesamt ein attraktiver Arbeitgeber für Frauen ist.

Frauen, vor allem auch Mütter, brauchen flexible Arbeitsbedingungen. Muss sich der Kanton angesichts der tiefen Frauenquote neue Anstellungsstrukturen überlegen? Beispielsweise in Form von Jobsharing auch in Leitungspositionen, einer kantonalen Kita oder einer Männerquote?

Wir haben ausgesprochen viele Teilzeitpensen beim Kanton. 66 Prozent unserer weiblichen Angestellten arbeiten Teilzeit. Dies mit oder ohne Jobsharing. Bei uns im Rechtsdienst beispielsweise arbeiten viele berufstätige Mütter als Juristinnen. Eine Männerquote halte ich nicht für zielführend. Es soll ja für jede Position die am besten geeignete Person gefunden werden.

Wie erleben Sie selbst als Frau die Berufswelt?

Ich habe die Berufswelt immer als fair erlebt. Ich hatte nie den Eindruck, dass ich aufgrund meines Geschlechts irgendwelche Nachteile gehabt hätte. Eher im Gegenteil. Aber ich bin mir bewusst, dies war früher nicht der Fall, und bin dankbar, dass ich in der heutigen Zeit lebe.

Wie erleben Sie die Arbeit als Regierungsrätin?

Auch hier ist es nicht anders. Ich fühle mich in keiner Weise benachteiligt.

Wie ist das Arbeiten im Regierungsrat mit einer Frauenmehrheit?

Wir pflegen eine sehr gute und freundschaftliche Zusammenarbeit. Wir verbringen viel Zeit miteinander, da ist es wichtig, dass man sich versteht. Ich bin überzeugt, dass wir so auch viel erfolgreicher arbeiten können. Insgesamt glaube ich, dass sich im Vergleich zur früheren Männermehrheit nicht übermässig viel verändert hat im Regierungsrat. Frauen haben sicher gelegentlich einen anderen Gesichtspunkt als Männer und gewichten emotionale Aspekte etwas höher. Dagegen habe ich den Eindruck, dass sie leichter unpopuläre Entscheide fällen. (sba)

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