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Frauen gegen und für Jehle

RESTZUCKER
David Angst

Um die Dinge mal wieder ins rechte Licht zu rücken: In Saudi-Arabien durften am letzten Wochenende erstmals Frauen ein Sportstadion besuchen. Und erst nächstes Jahr dürfen sie Auto fahren. Damit der Klerus nicht lautstark protestiert, musste der neue König, Mohammed bin Salman, präventiv ein paar konservative Imame verhaften lassen. Diese sind der Ansicht, Frauen seien zu dumm zum Autofahren.

Da wundert man sich schon ein wenig über die Aufregung in Kreuzlingen, nur weil der Pfarrer etwas wertkonservative Vorstellungen hat, weil er Geschiedenen und Lesben das Abendmahl nicht geben will. Oder weil er nicht will, dass während einer Trauung «The Power of Love» oder «Halleluja» gesungen wird – weil sie zu wenig liturgisch sind. Man kann es eben auch übertreiben mit der Toleranz. Irgendwann kennen die Leute den Unterschied nicht mehr zwischen einem Gottesdienst und einem Oktoberfest.

Es gibt übrigens auch Frauen, denen dieser Ultraliberalismus zuwider ist – so wie in Saudi-Arabien längst nicht alle Frauen Auto fahren wollen. Viele haben auch bei uns das Bedürfnis nach traditionellen Werten. So zum Beispiel die «Frauen für Jehle», die sich für ihren konservativen Seelsorger stark machen und über 700 Unterschriften für ihn gesammelt haben. Man muss die Bedürfnisse dieser Frauen ernst nehmen. Auch wenn sie möglicherweise bei der Unterschriftensammlung etwas geschummelt haben.

David Angst

david.angst@thurgauerzeitung.ch

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