Frau und Katze sind wohlauf

TUTTWIL. Am Freitag brennt im Weiler Buch bei Tuttwil der Dachstock eines Bauernhauses komplett ab. Über 110 Einsatzkräfte der Feuerwehren Wängi und Münchwilen stehen ab sechs Uhr morgens im Einsatz. Verletzt wird niemand.

Gjon David
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Die Wängemer Feuerwehrmänner räumen in Tuttwil den Schutt und die abgebrannten Holzbalken auf. (Bild: Gjon David)

Die Wängemer Feuerwehrmänner räumen in Tuttwil den Schutt und die abgebrannten Holzbalken auf. (Bild: Gjon David)

«Es war kurz vor sechs Uhr. Zufällig schaute ich aus dem Fenster und sah den Brand.» Blitzschnell alarmierte Kolumban Helfenberger, Nachbar und Oberleutnant der Feuerwehr Wängi, seine Kollegen. «Ich musste handeln, ich wusste, dass beim Nachbarhaus eine ältere, alleinstehende Dame mit ihrer Katze lebt», sagt Helfenberger. «Glücklicherweise waren sie beide wohlauf und hatten das Feuer schon vorher bemerkt.»

Dachstock abgebrannt

Auch die regionale Stützpunktfeuerwehr wurde aufgeboten. «Wir sind mit über 70 Mann ausgerückt», sagt Gabriel Eisenring von der Stützpunktfeuerwehr Münchwilen. Um 6.15 Uhr waren sie schon vor dem Bauernhaus im Weiler Buch östlich von Tuttwil. «Vier Stunden später sind wir wieder abgerückt», berichtet Eisenring.

«Der Dachstock ist komplett abgebrannt. Wir konnten aber das Übergreifen des Feuers auf die angegliederte Scheune stoppen», freut sich Helfenberger.

Die Feuerwehr muss schnell gehandelt haben, das Stockwerk gleich unter dem abgebrannten Dachstock hat kein Feuer abgekriegt, was beinahe an ein Wunder grenzt. «Der Rauch war von Wängi aus zu sehen», erklärt ein Wängemer Feuerwehrmann diesen Umstand.

Haus ist unbewohnbar

Vom Dach ist nur noch ein abgebranntes «Skelett» übriggeblieben. Aus einigen Holzbalken stieg gestern vor dem Mittag noch immer Rauch auf. Starker Brandgeruch lag in der Luft. Die Feuerwehr Wängi hielt noch den ganzen Tag lang Feuerwache. Gemäss Einschätzung eines Feuerwehrmanns muss der erste Stock komplett renoviert werden. «Das Haus ist unbewohnbar», sagt Helfenberger.

Wo sollen jetzt Frau und Katze hin? «Wir haben noch keinen Antrag auf Unterbringung erhalten», sagt Zita Schildknecht von der Gemeindeverwaltung Wängi. Es komme selten vor, dass in solchen Fällen ein Antrag gestellt werde. «Die meisten Menschen gehen zu Verwandten oder Nachbarn», weiss Schildknecht.

Brandursache unbekannt

«Die Ermittlungen laufen», sagt Andy Theler, Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei. Zur Spurensicherung und Klärung der Brandursache hätten der Brandermittlungsdienst und der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Thurgau die Arbeit aufgenommen. Ausserdem standen ein Elektrosachverständiger und ein Funktionär des Amtes für Umwelt im Einsatz. Der Sachschaden dürfte sich laut Medienmitteilung der Kantonspolizei auf mehrere zehntausend Franken belaufen.