Fragen zur Finanzierung des Sterbehospizes

ST. GALLEN. Für junge, schwerkranke Menschen, die nicht mehr im Spital oder zu Hause gepflegt werden können, braucht es einen würdigen Ort zum Leben und Sterben. Dieser Meinung ist nicht nur der Verein «Freunde stationäres Hospiz St.

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ST. GALLEN. Für junge, schwerkranke Menschen, die nicht mehr im Spital oder zu Hause gepflegt werden können, braucht es einen würdigen Ort zum Leben und Sterben. Dieser Meinung ist nicht nur der Verein «Freunde stationäres Hospiz St. Gallen», der ein solches Sterbehospiz schaffen will (Ausgabe vom 7. November), sondern auch FDP-Kantonsrat Beat Tinner. Er hat eine Interpellation an die Regierung eingereicht.

Projekt ist da, Geld nicht

Tinner schreibt in seinem Vorstoss, dass Alters- und Pflegeheime nicht der richtige Ort für junge, schwerkranke Menschen seien. Denn: Die dortige Pflege, Betreuung und soziale Umgebung sei für diese Patienten «nicht geeignet». Der Kanton verfügt gemäss Tinner über ein gut ausgebautes Palliativnetz. Eine spezialisierte Institution mit Langzeitbetten für komplexe Palliativpatienten, die nicht mehr spitalbedürftig sind, fehle hingegen.

Im vergangenen November hat der Verein «Freunde stationäres Hospiz St. Gallen» sein Projekt für ein Sterbehospiz erstmals öffentlich präsentiert. Wie Vereinspräsident Christoph Hürny sagte, sei das Projekt «grundsätzlich pfannenfertig», noch fehle aber das Geld. Auch mit dem Kanton würden Gespräche hinsichtlich einer finanziellen Beteiligung laufen, sagte Hürny.

Die Rolle des Kantons

Tinner möchte nun von der Regierung unter anderem wissen, ob sie die Auffassung teile, dass für jüngere, unheilbar kranke Menschen ein passendes Angebot im Kanton fehle, wie gross der Bedarf sei und welche Aufgaben ein derartiges Hospiz hätte. Weiter fragt der FDP-Kantonsrat, ob es gegenseitige Abhängigkeiten mit dem noch ausstehenden Palliativ-Care-Bericht gebe. Und ob es sinnvoll sei, nur ein einziges Sterbehospiz bereitzustellen, wie die Pflegekosten finanziert werden könnten und «welche Rolle dem Kanton zukommt, wenn es um die Finanzierung des Hospizes geht». (lom)

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